-Mimikama unterstützen -

Gemeinsam gegen Fakes, Fake-News und anderen Unwahrheiten im Internet. Bitte hilf mit!

“Ich hätte hier nie mit Phishing gerechnet, darum bin ich auf den Link gegangen. Dann habe ich aber bemerkt, dass da etwas nicht passt.” So lautet der Hinweis aus einer E-Mail, die uns am spam@zddk.eu geleitet wurde.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Und tatsächlich: im Regelfall vermutet man Phishing bei gefälschten schreiben mit Banken, Bezahlportalen oder auch Onlinehändlern. Aber bei der Deutschlandcard? Mit welchem Ziel?

image

Der Inhalt dieser E-Mail lautet:

Hier kommt ein wahrer Punkte-Sommerregen!

Um unser 10 Jähriges Jubiläum zu feiern verdoppeln wir Ihren Punktestand!

Lieber Kunde,
auch verregnete Tage können Spaß machen, vorallem, dann wenn ein einen wahrer Punkteregen auf Sie niedergeht…

Die Aktion läuft bis zum 27. Oktober 2016, teilnehmen kann jeder, ob Anfänger oder Punktemillionär über folgenden Link:

Klicken Sie hier um Ihre Punkte zu verdoppeln!

Bei der Gelegenheit:

Wie wäre es denn mit neuer Regenkleidung von Tchibo? Mit wetterfesten, wärmenden und funktionalen Materialien begeistert die ganze Familie. Trotzen Sie jetzt dem Wetter und sammeln Sie 4-fach Punkte für Ihren Einkauf.*

Viel Spaß beim Shoppen wünscht
Ihr DeutschlandCard Team

Ja, das ist Phishing!

Nach dem Klick auf “E-Mail-Adresse bestätigen” gelangt man auf eine Seite, welche dem Login der Deutschland Card nachempfunden ist. Hier kommen nun erste Zweifel an der Echtheit auf: die URL lautet “Deutschlandkarte.top” und die Verbindung ist nicht gesichert.

image

Zudem akzeptiert der Login (logischerweise bei einer Fälschung) die Eingabe von Fantasiedaten und man wird dankend auf die echte Webseite der Deutschland Card geleitet. Hier erkennt man nun die gesicherte Verbindung (grün) und die korrekte URL.

image

Warum “Deutschland Card”?

Warum betreibt man Phishing um die Deutschland Card? Was im ersten Moment als völlig belanglos erscheinen mag, ist auf den zweiten Blick wieder interessanter.

Auf der Deutschland Card, bzw. dem dazu gehörigen Account, sind sämtliche persönliche Daten gespeichert:

  • Name
  • Anschrift
  • Geburtsdatum
  • gegebenenfalls Telefonnummer

Diese Datensätze lassen sich dann auf dem Schwarzmarkt wunderbar zu Geld machen. Viele Menschen fragen sich ja immer wieder, wie Betrüger an ihre persönlichen Daten gelangen.

Zusätzlich kann man noch das entsprechende Konto kapern und sich die Prämien, bzw. Gutscheine ergattern – obwohl wir davon ausgehen, dass die Daten des Accountinhabers das primäre Ziel sind.

Allgemeine Phishingwarnung:

  • Phishing E-Mails versuchen grundsätzlich so auszusehen, als stammen sie von dem entsprechenden Unternehmen. Mit diesen versuchen Betrüger, an persönliche Daten zu kommen, vorzugsweise Bank- Kreditkarten oder sonstige Zahldaten.
  • Eine Schutzsoftware ist hilfreich! Bei aktualisierten Datenbanken und entsprechender Heuristik werden schädliche Seiten oftmals blockiert. Wir nutzen hierfür eine Kaspersky Schutzsoftware.
  • Die eigentliche “Kunst” dieser Mails ist die Geschichte, mit welcher der Empfänger dazu verleitet werden soll, der E-Mail zu trauen und den eingefügten Link zu öffnen. Hier spielen Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung, sowie Plausibilität und auch Individualität eine sehr große Rolle. Speziell in der jüngeren Vergangenheit gab es zunehmend Mails, welche mit Individualität glänzten: die konnten den Empfänger mit korrektem Namen ansprechen und gaben auch tatsächliche Adress- und Personendaten an.
  • Man kann jedoch generell beachten: Banken, Zahl- und Kaufportale fordern niemals mit Hilfe eines eingebauten Links zum Einloggen in das Konto auf! Zudem ist eine generische Anrede zwar immer ein Indiz für Phishing, eine vorhandene korrekte Anrede jedoch nicht der Beweis für die Echtheit einer Mail.
  • Tipp am Smartphone: einen Link andrücken und halten, bis sich ein Dialogfenster mit der Linkvorschau öffnet. Daran kann man erkennen, wohin ein eingebetteter Link führen soll.
  • Niemals über einen Link einloggen, der per Mail gesendet wird, sondern immer die betreffende Seite per Hand in die Adresszeile des Browsers eintippen und dort einloggen. Sollten tatsächlich Ankündigungen des entsprechenden Dienstes vorhanden sein, werden diese dort angezeigt.Zusätzlich ist es nach Möglichkeit ebenso zu unterlassen, über öffentliche/fremde WLAN-Netze Bankgeschäfte zu tätigen, da man nie genau weiß, ob (und im Ernstfall von wem) diese Netze protokolliert werden.
  • Niemals reale Daten in die Formularfelder eintragen! Unter Umständen können die Daten sogar bereits während des Tippens an die Betrügerdatenbank weitergeleitet werden, ohne dass man mit “weiter” bestätigt.