Produktempfehlung: Kaspersky lab

Derzeit stehen Themen wie Spionage im Internet und Datendiebstahl im Mittelpunkt öffentlichen Interesses.

-Mimikama unterstützen -

Gemeinsam gegen Fakes, Fake-News und anderen Unwahrheiten im Internet. Bitte hilf mit!

Medien berichten beinahe täglich von den kriminellen Machenschaften einzelner Personen oder ganzer Firmen, um an möglichst viele persönliche oder allgemeine Daten von Nutzern zu gelangen. Die illegal erhaltenen Daten dienen in erster Linie dem Zweck das Werbenetz aufzubauen und jedem Menschen personalisierte Werbung zu bieten. Das animiert zum Kauf und kurbelt die Wirtschaft an.

Allerdings steckt nicht immer das Motiv „Geld in den Umlauf zu bringen“ im Vordergrund. Manchmal verwenden Betrüger die Daten für kriminelle Geschäfte im Darknet und missbrauchen Konto- und Kontaktdaten zum Bestellen von Waren. Die Telefonleitung eignet sich perfekt für dieses Vorhaben, da das Telefonnetz umfassend ausgebaut ist. Kaum jemand vermutet betrügerische Machenschaften hinter einem freundlichen Anruf. Trotzdem unterliegen vor allem unerfahrene und leichtgläubige Menschen dem Risiko eines Betrugs.

Betrüger suchen oft den Weg über das Telefon und erfinden unglaubwürdige Geschichten
Betrüger suchen oft den Weg über das Telefon und erfinden unglaubwürdige Geschichten

Leider kann auch die Bundesnetzagentur die Gefahr nicht komplett eindämmen und auch die Telekommunikations-Anbieter scheinen machtlos zu sein. Nichtsdestotrotz kann sich jeder vor einem Telefonbetrug schützen. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel wie.

Vorsicht bei Aufforderung der Bekanntgabe von Kontodaten

Die Masche Krimineller ist stets ähnlich. Zunächst suchen sie sich im Telefonbuch jene Menschen aus, deren Namen ein höheres Alter suggerieren. Ältere Menschen sind häufig mit den bürokratischen Alltagsgeschäften überfordert. Nähern sich ihnen Fremde in einem netten Telefonat, vermuten sie dahinter keine böse Absicht. Der Aufforderung die Kontodaten zu nennen, kommen sie ohne Bedenken nach. Genau in diesem Moment sind sie in die Falle getappt. Nun stehen dem Betrüger alle Wege offen. Theoretisch kann er Ware auf den Namen der angerufenen Person bestellen, den Wert der Bestellung von ihrem Konto abbuchen und die Artikel an eine Adresse seiner Wahl liefern lassen.

Eine Nachverfolgung ist dann zwar möglich, doch wer sich geschickt anstellt, trickst sogar die Versandunternehmen aus und kommt dann ungeschoren davon. Mit der ergaunerten Ware setzen sich die Betrüger ins Ausland ab und veräußern die Beute für eine hohe Summe. Andere wollen die Produkte selbst behalten. Die Gier machte sie zu Kriminellen und das Auffinden geeigneter Strategien für einen erfolgreichen Diebstahl kann jeder im Internet nachlesen oder sich Tipps von anderen Kriminellen holen. Gelegentlich steckt hinter einem Anruf eine ganze Gruppe von Menschen, die sich auf diese Weise zu bereichern versuchen.

Unerlaubte Werbeanrufe direkt abblocken

Der deutsche Gesetzgeber legt die Regeln für den Wettbewerb fest und gibt weiterhin Auskunft über legale und illegale Marketingmethoden. Eine nicht zulässige Variante der Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen findet immer dann über das Telefon statt, wenn der Angerufene dem werbenden Unternehmen vorab keine Zustimmung für die Kontaktierung via Telefon erteilte. Die Zustimmung selbst erfolgt zumeist im Internet und dort im Rahmen von Bestellungen und Registrierungen. Unterhalb der eigentlichen Formulare gibt es dazu ein Feld zum Datenschutz und zur weiteren Verwendung personenbezogener Daten.

Nicht immer ist die Aktivierung des dafür vorgesehenen Feldes Pflicht, doch manchmal führt die Homepage die Bestellung oder Registrierung erst nach Bestätigung des Datenschutzfeldes aus. Wer sich den Inhalt der Klausel nicht durchliest, muss mit Anrufen von Call-Centern, mit Spams und Werbebriefen per Post rechnen. Vorbeugend empfiehlt es sich nicht auf fragwürdigen Plattformen zu registrieren und nicht ohne Bedacht Formulare im Internet ausfüllen. So muss niemand mit unangenehmen Anrufen rechnen. Übrigens: Ein ohne Zustimmung erfolgter Anruf ist rechtlich zu verfolgen. In diesem Fall ist es wichtig sich den Namen des Gesprächspartners und der Firma zu merken. Weiterhin bietet sich das Notieren der Rufnummer an. Diese finden Angerufene entweder auf dem Display oder als Beweis vor Gericht auch im Online-Bereich des gewählten Telefonanbieters.

Dreiste „Gewinnspiele“ am Telefon

Einmal im Geldregen stehen – dubiose Anrufer versprechen dies häufig
Einmal im Geldregen stehen – dubiose Anrufer versprechen dies häufig

Mal ehrlich: Jeder wünscht sich ein neues Auto oder den Traumurlaub an der Côte d’Azur. Die meisten Menschen müssen lange für die Erfüllung ihrer Wünsche arbeiten und manchen bleiben Luxuswagen und Relax-Urlaub ein Leben lang vorenthalten. Ein Gewinnspiel könnte ihre Träume schnell wahr werden lassen. Findet es über das Telefon statt, spart sich der Teilnehmer die Kosten für eine Briefmarke und den lästigen Weg zum Briefkasten. Doch Vorsicht! Gerade hinter Gewinnspiel-Anrufen lauert oft eine Gebührenfalle.

Wie das funktioniert? Zunächst meldet sich ein Anrufer oder eine Hotline und informiert über den potenziellen Gewinn. Es folgt die Aufforderung sich zu einer anderen Hotline durchstellen zu lassen. Dazu muss der Angerufene eine deutliche Zustimmung geben – entweder in verbaler Form oder via Telefontasten. Noch kostet das Gespräch kein Geld. Nach erfolgter Weiterleitung zur Zweit-Hotline ist mit Minutenpreisen von bis zu fünf Euro zu rechnen. Schnell zieht die Gesprächsdauer das Geld aus der Tasche und immer wieder bindet die Hotline den Angerufenen geschickt an sich. Also niemals auf Weiterleitungen reagieren und Gewinnspiele am Telefon kategorisch ablehnen. Davon abgesehen gibt es weitere Verhaltensweisen, die bei Gewinnspielen am Telefon zu beherzigen sind.

Wie ein „Ja“ das Leben verändern kann

Meistens fragen Hotlines die Angerufenen, ob sie einer Weiterleitung zu einer kostenpflichtigen Hotline zustimmen. Seriöse Firmen geben dazu auch die auf den Anrufer zukommenden Kosten bekannt und erwarten dann die Bestätigung durch ein deutliches „Ja“. In den USA geht es weitaus lockerer zu und ein „Ja“ auf eigentlich themenfremde Inhalte kann ebenfalls eine hohe Telefonrechnung mit sich bringen. In vielen Fällen beklagen sich Angerufene über eine dreistellige Summe, zu deren Bezahlung sie nicht bereit sind. Das Gespräch beinhaltet dabei keinerlei kriminellen Inhalt, kein Opfer rechnet mit Kosten. Schließlich kam es nicht zu Bestellungen, Reservierungen oder etwaigen Abonnements. Trotzdem funktioniert das System und zwar mit einem einfachen Trick.

Nach dem Telefonat findet eine Nachbearbeitung des aufgenommenen Gesprächs statt. Das „Ja“ – wofür auch immer die Zustimmung erfolgte – ist die Grundlage der Fälschung aufgezeichneter Mitschnitte. Betrüger fügen es der Frage nach dem Wunsch einer Bestellung an oder der Bestätigung, dass der Anruf mit höheren Kosten einhergeht. Ein Trend, der sich auch hierzulande etabliert und immer wieder Ahnungslose in die Falle lockt. Dem Anruf eines Fremden und Fragen, auf die in jedem Fall mit „Ja“ zu antworten ist, sind aus dem Weg zu gehen. Im Idealfall legt der Angerufene ohne eine Rückmeldung auf.

Fremden niemals Daten zum Urlaub nennen

Seit einiger Zeit kristallisieren sich im Bereich des Telefonbetrugs völlig neue Vorgehensweisen heraus. Angebliche Urlaubsplattformen informieren zunächst über Angebote, die nach einer kurzen Befragung scheinbar zu den Bedürfnissen der Angerufenen passen. Diese fühlen sich wiederum verstanden und aufgrund der Freundlichkeit des Anrufers geben sie gerne ein paar persönliche Informationen über sich preis. Kommt die Frage nach dem nächsten geplanten Urlaub und nach einem womöglich bereits feststehenden Termin, scheut sich kaum ein unwissendes Opfer davor die genauen Termine zu nennen.

Ein fataler Fehler! Immer wieder fahren Betrüger während der geplanten Abwesenheit des Angerufenen zu seinem Haus bzw. seiner Wohnung. Dort angekommen, checken sie die Lage ab und prüfen erneut, ob jemand zu Hause ist oder nicht. Grünes Licht bedeutet hier die freie Bahn für den Einbruch. Wertgegenstände wie Schmuckstücke, technische Geräte und Antiquitäten sind schnell im Fahrzeug verstaut. Nun noch schnell die Tür hinter sich verschließen und keine Spuren hinterlassen. Nach der Rückkehr des Urlaubers bemerkt dieser nicht unmittelbar, dass Gegenstände fehlen und rechnet auch nicht mit einem Einbruch. Erst Wochen oder Monate später vermisst er die entwendeten Dinge. Eine Anzeige bringt nun nicht mehr viel, denn die Ware ist womöglich bereits außerhalb des Landes und auch die Spuren sind verwischt. Überdies gibt es weitere und immer wieder neue Maschen von Betrügern in Verbindung mit einem Telefonanruf.

Artikelbild: Shutterstock1, Shutterstock2