Betrüger entlocken Firmenmitarbeitern unter Vorwänden sogenannte „Cash-Codes“. Gerade erst waren es 1.200 Euro bei einem Schreibwarenhandel in der Wetterau, einige Tage vorher konnten die Betrüger eine Tankstellenmitarbeiterin zur Herausgabe von Codes bringen. Dabei schüchtern Betrüger die Mitarbeiter von Firmen ein und erbeuten Cash-Codes.

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Es gibt sie an Tankstellen, an der Supermarktkasse, im Lottolädchen um die Ecke oder auch in Schreibwarenläden – Cash-Karten. Nicht nur Mobilfunkkunden, Gutscheinkäufer und Co. nutzen diese praktischen Prepaidkarten, auch Betrüger haben bereits seit langer Zeit die Karten für ihre Maschen entdeckt.

Um ihnen das Handwerk zu legen und Schaden zu vermeiden hilft nur eines:

Informieren Sie ihre Mitarbeiter!

Die Cash-Karten lassen sich in verschiedenen Geschäften erwerben und mit unterschiedlichen Beträgen aufladen. Beispielweise mit 30 Euro von einem Mobilfunkanbieter oder 50 Euro von einem Internethandel. Auf der Karte befindet sich dann entweder ein Rubbelfeld unter dem sich ein sogenannter Cash-Code befindet oder er wird an der Kasse generiert und ausgedruckt.

Die Betrüger rufen bei Mitarbeitern der Geschäfte an und liefern fadenscheinige, aber gut begründete Argumente, warum diese ihnen Cash-Codes generieren und am Telefon übermitteln sollen. Eine geschickte Gesprächsführung, umfangreiches Wissen über die internen Abläufe und eine vermeintliche Autoritätsposition nutzten die Täter dabei aus. Sie sprechen von Revisionsmaßnahmen, der Behebung technischer Probleme, geben sich als Firmenchefs  oder Servicemitarbeiter aus und erzeugen während der Gespräche Zeitdruck bei ihren Opfern. Oft sind es junge oder neue Mitarbeiter, die den Betrug nicht vermuten und die notwendigen Daten am Telefon an die Betrüger weitergeben.

Zeitnah, oft noch während des Telefonates, lösen die Täter dann die am Telefon übermittelten Codes im Internet ein und bereichern sich so. Ihnen auf die Spur zu kommen ist kaum möglich. Einerseits verschleiern sie im world-wide-web geschickt ihre Spuren, zum anderen ist es rechtlich kaum möglich die notwendigen Daten für die Ermittlungen zu erhalten.

Den Anruf tätigen die Täter zudem unter unterdrückter oder vorgetäuschter Nummer. Die geschieht nicht nur, um ihre Identität zu verschleiern, sondern vor allem um die Mitarbeiter zusätzlich zu verunsichern. Per call-id-spoofing kann so die Nummer des Chefs oder der Servicefirma im Display aufleuchten, passend zur jeweiligen gewählten Legende.

Auf dem entstandenen Schaden bleiben die Geschäfte nach einem solchen Betrug sitzen. Gerade erst waren es 1.200 Euro bei einem Schreibwarenhandel in der Wetterau, nur einige Tage zuvor konnten die Täter eine Tankstellenmitarbeiterin zur Herausgabe von Codes am Telefon bringen. Etwa 10 bis 15 Fällen werden pro Jahr in der Wetterau zur Anzeige gebracht. Zwischen 500 und 1500 Euro Beute konnten die Täter in diesen Fällen machen.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor solchen Betrügern und möchte Firmenchefs und Geschäftsführer auf die Notwendigkeit einer guten Mitarbeitereinweisung hinweisen. Reden Sie mit den berechtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die solche Codes in ihrem Geschäft generieren können. Nur so können sie einen erheblichen Schaden zu Lasten ihres Geschäftes vermeiden.

Fazit und der Rat der Polizei:

Geben Sie und Ihre Mitarbeiter niemals Codes am Telefon weiter!

via Pressemeldung Polizei

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