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Im vergangenen Jahr ist eine 52 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Waldshut einer Betrügerbande auf den Leim gegangen, die ihr unter falschen Versprechungen einen sechsstelligen Betrag abgenommen haben.

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Sie erhielt im Frühjahr 2016 eine Freundschaftsanfrage über Facebook, daraus entwickelte sich der Kontakt mit den Betrügern. Der Facebook-Freund gab sich als Angehöriger einer Friedensmission der UN in Syrien aus und erschlich sich das Vertrauen der Frau, bis er schließlich mit seinem Anliegen herausrückte.

Er erzählte, dass man im Rahmen des Einsatzes in Syrien auf Bargeld im Wert von ca. fünf Millionen US-Dollar gestoßen sei. Dieses Geld wolle man nun außer Landes schaffen, um damit die Familien seiner bei dem Einsatz ums Leben gekommenen Kameraden zu unterstützen.

Das Opfer wurde überredet, das Geld entgegenzunehmen. Doch es gab laufend „Schwierigkeiten“ mit der Beibringung des Geldes, und das gutgläubige Opfer sprang finanziell in die Bresche, um das Vorhaben nicht scheitern zu lassen.

Sie streckte Geld für angebliche Registrierungen, Gebühren und Zölle in Syrien vor und überwies hierfür 10.000 Euro auf ein Konto nach Ghana.

Danach sollte ein Pater die Kiste mit dem Geld von Syrien nach Ghana bringen. Außerdem wurden Bestechungsgelder für den Zoll in Ghana vorgespiegelt. Hier wurden nochmals 70.000 Euro gefordert. Der Millionenschatz sollte dann von einem Diplomaten übernommen und über England nach Deutschland transportiert werden.

Doch die „Schwierigkeiten“ rissen nicht ab:

Der Diplomat sei in London aufgehalten worden und benötige dringend einen Betrag von zehntausend Euro, um weiterreisen zu können.

Auch in Frankfurt sei er beim Zoll festgehalten worden, zur angeblichen Auslösung forderten die Betrüger diesmal eine Bargeldübergabe in Höhe von 21.000 Euro.

Später wurde der Geschädigten ein kleiner Safe mit Zahlenschloss ausgehändigt, in dem sich der Millionenbetrag befinden sollte. Der Zahlencode, der dem Opfer genannt wurde, passte nicht, der Safe ließ sich nicht öffnen.

Nun kam es zum eigentlichen „wash-wash“:

Einer der Betrüger, der angebliche Diplomat, erschien am Wohnort des Opfers, öffnete den kleinen Tresor und nahm einige schwarze Papiere in Geldscheingröße heraus.

Nach dem Übergießen mit einer von dem Täter mitgebrachten Chemikalie kamen einige 50-Euro-Scheine zum Vorschein, allerdings war die Chemikalie dann aufgebraucht.

Täter und Opfer fuhren nach Zürich, um eine größere Menge der „Zwei-Komponenten-Chemikalie“ zu besorgen, hierfür musste das Opfer wieder mehrere tausend Euro bezahlen.

Nachdem das Opfer nach so vielen Auslagen fest an der Angel saß, wurden die Forderungen immer höher: 40.000 Euro für den Umwandlungsprozess, 120.000 Euro für die teuren Chemikalien, allerdings bekam die Frau ihre Auslagen noch immer nicht erstattet. Nachdem Angehörige auf die großen Zahlungen aufmerksam wurden, ging man zusammen zur Polizei und zeigte den Sachverhalt an.

In Absprache mit der Kriminalpolizei wurde der Kontakt zu den Betrügern aufrechterhalten.

Zur Übergabe weiterer Mittel zum Kauf der teuren Entfärbungschemikalie wurde ein Treffen mit dem angeblichen Diplomaten vereinbart. Als dieser Mitte Dezember in Waldshut zu dem Treffen erschien, wurde er von der Polizei festgenommen. Gegen den 41 Jahre alten aus Liberia stammenden Mann wurde von der Staatsanwaltschaft Haftbefehl beantragt, er sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Quelle: Polizeipräsidium Freiburg