Schockeffekt statt Schockbilder: EU beschließt Verkauf von leeren Zigarettenpackungen! Brüssel (EZ) | Das EU-Parlament hat über eine neue Tabakrichtlinie abgestimmt.

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Statt Schockbilder auf Zigarettenpackungen abzudrucken, soll nun eine noch effektivere Methode vor allem junge Menschen vom Rauchen abhalten: Zukünftig werden die Schachteln ohne Inhalt verkauft.

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Dies zumindest kann man lesen, wenn man o.a. Statusbeitrag auf Facebook folgt!

Wie auch weiter:….

Man sei überzeugt, dass damit nicht nur jüngere Menschen, sondern „praktisch alle bisherigen Raucher langfristig vom Zigarettenkonsum abgeschreckt werden.“

Die neue Richtlinie soll 2018 in Kraft treten, für Mentholzigarettenpackungen bereits 2016.


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Blödsinn!

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Sieht man sich das Logo der Seite genauer an, dann erkennt man die Worte: “In Satira Veritas” Es handelt sich also um SATIRE!

Was sagt unser Satire-Experte Jens H. von mimikama.at zu diesem Thema?

EU droht mit gähnender Leere

Schon früh erkannten die Gesundheitsministerien, Rauchen ist ungesund, rieben sich aber an Finanzminsterium und Tabaklobby den Allerwersten wund, wie nach einem langen Tagesritt.. Aber um das eigene Gewissen zu beruhigen wurden eben Warnhinweise auf die Packungen gedruckt.

Die wurden jedoch übersehen, oder schlicht ignoriert.

Nachdem die kleinen subtilen Hinweise nicht fruchteten, wurden sie grösser aufgedruckt, ohne wirklichen Effekt (obwohl die Packungen heute teilweise so aussehen als hiesse die Marke „ACHTUNG“ oder „LUNGENKREBS“), die Steuern wurden erhöht, ohne Effekt, es sollten Schockbilder aufgedruckt werden, was zu diversen Parodien derselben im Internet führte – Effekt vermutlich ebenfalls eher gering.

Deshalb berichtet mein Bruder im Geiste von „Eine Zeitung“ darüber, dass das EU Parlament eine neue Richtlinie verabschiedet habe, statt Schockbildern, solle der Schockeffekt genutzt werden. Der Raucher solle beim öffnen der Packung nicht die erhoffte Anzahl Zigaretten vorfinden, sondern in die gähnend leere Packung schauen – Nichts, Nada, Niente..

Eine gute Idee, die so hoffentlich tatsächlich umgesetzt wird, sofern im EU Parlament einer „Eine Zeitung“ liest. Schließlich darf so jeder, der es wünscht weiterhin viel Geld sinnlos ausgeben, Klarsichtfolie von einem Pappkarton abreissen und die Packung öffnen. Eventuell könnte man noch eine Duftpatrone verbauen, die den Geruch von Tabak ausströmt. Alles für den Umsatz..

Da packt einen dann schon mal die Melancholie

Hin und wieder überkommt sie auch mich, diese Melancholie, dann greife ich gaaanz tief in meine Plattenkiste, ja Platten, Vinyl, rund schwarz (meistens) und hole mir einen Originalsoundtrack, aus meiner verstaubten Jugend raus. Gerne auch mal Filmmusik von Ennio Morricone, das Lied vom Tod, The Good, The Bad And The Ugly und viele mehr. Für die Jüngeren unter uns 2015 Hateful Eight. Egal was ich eigentlich erzählen wollte…

Auf den Schallwellen jener Melodien entschwebe ich dann noch einmal sanft in den Kinosessel der Vergangenheit, abgewetzter Charme einer alten Zeit.

Auf der Leinwand tummeln sich lange vor dem Hauptfilm Werbeikonen von damals, der Tag ging Johnnie Walker kam, eine ortsansässige, im Werbefilm offensichtlich total überfüllte (alle waren dicht gedrängt, mein alter Mathelehrer an der Bar) und mittlerweile aufgegebene Diskothek wurde als der absolute Geheimtipp (damals noch mit nur einem „p“) angepriesen (auch heute noch mit nur einem „p“) und dann … ja dann kam er.. der Moment – Nein nicht der Hauptfilm, der kommt später – nein, die Rinderherde in weiter Prärie, schweigend zusammen getrieben von knallharten, durchtrainierten Männern mit kantigen, stoppelbärtigen Gesichtern auf ebenso knallharten, durchtrainierten, aber flauschig weich benüsterten Pferden.

Es dämmert der Abend (auch Mittags, das ist völlig egal zu welcher Zeit man im Kino sitzt, in der Geschichte dämmert immer der Abend, auch in der Matinee-Vorstellung) und dem Publikum ebenso, dies ist einer dieser unvergesslichen Momente, man starrte wie gebannt auf die Leinwand, am Horizont, also dem auf der Leinwand, denn üblicher Weise sind Kinos ja ein geschlossener, abgedunkelter Raum (es sei denn es ist ein Autokino, die sind draussen und offen), vielleicht einer der Gründe warum auch in einer Matinee-Vorstellung, im Kinosaal, aber auf der Leinwand, der Abend dämmert, also dort am Leinwandhorizont, in der Leinwandabenddämmerung, flackert ein Leinwandlagerfeuer und die knallharten, durchtrainierten, stoppelbärtigen Männer mit ihren kantigen Gesichtern, reiten dorthin, schenken sich aus der Kanne, die auf dem, nicht mehr am Leinwandhorizont, sondern jetzt fast leinwandgrossen Leinwandlagerfeuer, einen Becher dampfenden Kaffee ein.

Einer von ihnen zieht aus einer weissen Schachtel mit rotem Klappdeckel eine Filterzigarette und einen brennenden Zweig aus dem Leinwandlagerfeuer (je nachdem auch durchaus in Leinwandgrösse, das varierte aber – mal war es in der Totalen, dann wieder in Grossaufnahme) und entzündete sich damit die Zigarette – nach einem langen Tages Ritt.

So war er eben Der Marlboro – Mann, der letzte Darsteller, Eric Lawson, starb übrigens, Ironie des Schicksals hin oder her, an einer Lungenkrankheit (COPD), die verharmlosend als Raucherhusten bezeichnet wird.

Er war damit der dritte Marlboro – Mann Darsteller, der an einer Lungenkrankheit starb, das ist nicht lustig… Karma is a bitch – nein ich finde es wirklich nicht witzig

Wenn es nicht der Marlboro – Mann war, der uns auf einen entspannten Kinoabend, in einem Kinosaal randvoll mit Rauchverbot, einqualmte, begleitet von Johnnie Walker, der zwar auf der Leinwand kam und während der Tag ging, irgendwie war da immer alles Abends, so im Nachhinein betrachtet.

Also wenn da nicht der knallharte, durchtrainierte, stoppelbärtige Mann am Leinwandlagerfeuer vor sich hin dampfte, dann ging ein Männchen in die Leinwandluft, wohlgemerkt ein Zeichentrickmännchen, Leinwandzeichentrickluft, geht das?

Egal, er ging in die Luft, regte sich immer über irgendetwas fürchterlich auf, ging in die Luft (nicht per Explosion, das wäre werbetechnisch nicht zu vermitteln gewesen, mehr symbolisch vor Wut, was den Einsatz von Zeichentrick erklärt, denn da konnte er eben richtig wutschnaubend abheben, was bei einer Realaufnahme eher einem lauen Hüpfer gleich gekommen wäre, was ebenfalls am erhofften Werbeeffekt vorbei gegangen wäre). Also unser Zeichentrickprotagonist ging in die Zeichentrickluft und es erscholl (oder erschallte?) eine sonore, beruhigende Männerstimme „Na na wer wird den gleich in die Luft gehen?“ und ehe man papp sagen konnte, hatte das Männlein eine Fluppe im Gesicht hängen. Andere Marke – kein Geschmack von Freiheit und Abenteuer, nein vielmehr was beruhigendes.

Andere wiederum wollten lieber im Sumpf übernachten als über Nacht versumpfen, oder durch die Hölle verteufelt gut fahren, was dem Marlboro – Mann sein treues Pferd, war dem Camelman sein Geländewagen. Knallharte Typen eben…

Die Gefahren des Rauchens waren wir uns damals wirklich bewusst, auch wenn die Leinwandabenddämmerungsraucher etwas anderes vermitteln sollten, so wurden wir von Kojak, dem Lollylümmel wach gerüttelt, der kurz vor seinem Tod zu uns (meinereiner seinerzeit ja auch, aber jetzt nicht mehr) Rauchern sprach „Do everything you want, but please don’t smoke“. Haben wir damals rege rezitiert, hat damals nicht viel geholfen, ausser der Aussprache. Denn „a ship is safe in harbor, but that’s not what ships are built for“ dieses Zitat stand in einer Blättchenpackung..

Alles im Geiste des unvergessenen Leinwandhelden am Leinwandabenddämmerungshorizontlagerfeuer. Reite noch einmal Marlboro – Mann..

Autor: Jens H., mimikama.at

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