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Uns erreichen wieder einmal Anfragen zu Videos in denen vorgeblich gezeigt wird, wie ein Mann sein Sperma, oder zumindest eine Flüssigkeit, welche er großzügig als sein Sperma bezeichnet, mit einer Spritze in ein Ei injiziert.

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Anschließend verklebt der die Einstichstelle mit einem Klebestreifen, legt das Ei in eine Plastikdose, diese in eine Mütze und alles zusammen dunkel und warm in den Keller. So weit so professionell, oder wenigstens im Ansatz, schließlich macht es den Anschein, dass er alles fein säuberlich desinfiziert hat, bevor es zu Einsatz kam, ob es sich allerdings bei dem Klebestreifen, welchen er zum Verschließen des Eieinstichs verwendete, um einen klinisch reinen handelte geht aus dem gesamten Video nicht hervor. Selbst wenn wir einfach einmal davon ausgehen, dass der Protagonist alle notwendigen Vorkehrungen getroffen hat, um seinen Versuch unter bestmöglichen sterilen Umständen durchführen zu können, stellen sich doch einige Fragen.

Doch zuerst einmal das Video:

Woher stammt das Ei?

Wir haben lediglich das Ei gesehen, der Weg des Eis bis zu ihm auf den Tisch ist nicht explizit dargelegt, es könnte sich also auch durchaus um ein bereits angebrütetes Ei handeln.

Ist es wirklich sein Sperma?

In dieser Frage verbergen sich eigentlich zwei, wovon eine nicht wirklich relevant ist. SEIN Sperma? Naja, er wird schon nicht seinen Kumpel um eine Probe gebeten haben. „Knutsken hast du mal ein bisserl Sperma, ich will für Youtube ein Hühnerei befruchten.“ Ok, nach dem Missbrauch von etlichen Flaschen bewusstseinserweiternder Rauschmittel wäre so eine Frage eventuell doch denkbar.

Nehmen wir Teil zwei – Sperma.

Handelt es sich wirklich um Sperma, was wir sehen ist eine milchige Flüssigkeit, bei der Gewinnung war die Kamera glücklicher Weise (wenn es sich um Sperma handelt) nicht dabei, aber dadurch fällt es schwer die Echtheit des vorgeblichen Ejakulates zu beweisen. Es könnte sich ebenso gut um Tapetenkleister handeln, klebt auch, macht aber nicht schwanger.

Wir haben also schon Einiges, was uns zumindest gestattet Zweifel zu hegen.

Jetzt graben wir mal in unseren alten Bioheften:

  • Menschen – 46 Chromosomen
  • Haushuhn – 78 Chromosomen

Das wird arg schwer daraus etwas zu basteln, das ist wie ein runtergefallenes Legomodell, irgendwas bleibt immer übrig.

Aber gut unterstellen wir mal es geht doch und machen weiter.

  • Hühner legen Eier – stimmt
  • Warum legen Hühner Eier?

(ja, ich weiß, wenn sie die werfen würden, würden  sie ja kaputt gehen, ok gelacht, können wir weitermachen?)

Nun, es ist bei Hühnern grundsätzlich so, wie bei Säugetieren – Thema Eisprung oder vereinfacht ausgedrückt „In der Regel legen Hühner Eier“.

Es ist ja jetzt nicht so, dass es im Hühnerbauch „FLUFF“ macht und ein Ei ist da, nein, das entwickelt sich genauso, wie die Eizelle beim Säugetier langsam und stetig, irgendwann gibt es eine Phase da ist das Ei empfangsbereit, fruchtbar, allerdings ist es da noch nicht von der harten Schale umgeben, die wir von Eiern kennen, nein da ist das alles noch weich und durchlässig. Es muss ja auch durchlässig sein, schließlich muss das Ejakulat des Hahnes ja auch mit rein, sonst wird es doch kein Küken.

Im Gegensatz zum Säugetier, das die unbefruchtete Eizelle während der Menstruation abstößt, bildet das Huhn das Ei dennoch fertig aus und exportiert die unbefruchtete Eizelle, nebst allem, was der befruchteten Eizelle zur Entwicklung eines Lebewesens gedient hätte, in einer Schale aus dem Mutterleib. Wir können also feststellen, das Ei, welches aus einem Huhn rausploppt ist entweder befruchtet, oder unbefruchtet, aber niemals fruchtbar, ist das nicht furchtbar? Damit geht ja die gesamte Theorie mit Tapetenkleistersperma den Bach runter, wenn ich ein Ei außerhalb des Mutterleibes, also extern gelagert, nicht mehr befruchten kann, dann kann ich die Küche noch so steril gestalten, aus dem Versuch wird nichts, es sei denn ich fülle etwas anderes in das Ei und lasse es im Dunkeln, im Ei, im Keller aushärten.

Dann kann ich dem Zuschauer einen wohligen Grusel über den Rücken jagen, aber Leben habe ich auf diese Weise nicht wirklich geschaffen, naja, bis auf den einen oder anderen Bakterien und Pilzstamm in der Flüssigkeit.