Vorsicht bei Veröffentlichung und Kauf beim AV Akademikerverlag!

Vorsicht bei Veröffentlichung und Kauf beim AV Akademikerverlag!

Von | 3. Januar 2019, 8:20

Der AV Akademikerverlag bietet eine kostenlose Publikation – doch Vorsicht! Man tritt auch seine Veröffentlichkeitsrechte an der Arbeit an den Verlag ab!

Unser Kooperationspartner Watchlist Internet warnt Universitätsabsolvent/innen, die kurz nach Abschluss ihres Studiums überlegen, ihre Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten zu publizieren, ist von einer Veröffentlichung beim AV Akademikerverlag abzuraten.

Während die Publikation kostenlos ist, tritt man seine Veröffentlichungsrechte an der Arbeit an einen Verlag ab, der einen zweifelhaften Ruf hat.

Der AV Akademikerverlag ist eine Marke von der SIA Omniscriptum, die in unterschiedlichsten Ländern aktiv ist. Das Unternehmen wirbt unter anderem mit der unkomplizierten Veröffentlichung von Abschlussarbeiten.

Um neue Autor/innen für sich zu gewinnen, werden zahlreichen Erfahrungsberichten nach Mails verschickt, in denen Interesse am Inhalt der Arbeiten der Absolvent/innen bekundet wird. Die Veröffentlichung ist kostenlos und theoretisch können sogar Gewinne durch eine solche erzielt werden. Basierend auf uns vorliegenden Meldungen sind aufgrund fehlender Vermarktung der Publikationen, verhältnismäßig hohen Verkaufspreisen und gewissen Mindestumsätzen lohnende Gewinne eher unwahrscheinlich.

Unrechtmäßige Zusendungen

Es ist oft unklar, wie der AV Akademikerverlag an die E-Mail-Adressen von Absolventinnen und Absolventen gelangt: In den Datenschutzbestimmungen, die nur auf Englisch zur Verfügung stehen, ist nicht angegeben, woher die Kontaktdaten und Infos über den Studienabschluss von Absolvent/innen stammen.

Weiters müssen Konsument/innen dem Unternehmen per Opt-Out mitteilen, wenn sie von diesem keine weiteren Zusendungen erhalten möchte. Rechtlich sollten die Zusendungen vor einer Einwilligung jedoch gar nicht erst erfolgen.

Erfahrungsberichte

  • Im Internet sind zahlreiche Erfahrungsberichte zum AV-Akademikerverlag zu finden, die größtenteils negativ ausfallen. So wird berichtet, dass die Texte ohne jegliche inhaltliche Kontrolle veröffentlicht werden. Gewinne werden nicht über die Qualität der Texte erzielt, sondern über die Anzahl der Veröffentlichungen. Das Hauptinteresse dürfte unserer Meinung nach also darin liegen, möglichst viele Autor/innen für sich zu gewinnen.
  • Das Unternehmen stand auch schon vermehrt in der Kritik, da Wikipedia-Artikel kopiert und in Buchform teuer weiterverkauft wurden.
  • Einige Autor/innen geben beispielsweise an, dass sie, da alle Veröffentlichungsrechte dem AV-Akademikerverlag übertragen und die Bücher zu extrem hohen Preisen verkauft werden, keinerlei Leserschaft für ihre Inhalte generieren konnten und ihnen auch eine Listung bei Suchmaschinen für wissenschaftliche Inhalte untersagt wurde.

Niedriges Ansehen

Die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten kann für die Karriere wichtig oder gar notwendig sein. Aufgrund bereits genannter Problematiken raten zahlreiche Universitäten auf Ihren Websites aber bereits dringend vom Publizieren über den AV Akademikerverlag ab oder sprechen Warnungen aus.

Kontaktaufnahme nur schwer möglich

Auch die Kontaktaufnahme bei Fragen oder Kündigungsansuchen gestaltet sich oft schwierig. Es wird beispielsweise keine Telefonnummer zur Verfügung gestellt und uns liegen Berichte vor, die besagen, dass über keine der angegebenen Mailadressen oder das Kontaktformular Rückmeldung erfolgte.

Wir raten vom AV Akademikerverlag ab!

Wir raten von einer Nutzung des AV Akademikerverlags ab, da diese einige Probleme und Unannehmlichkeiten mit sich bringen kann.

  • Erfahrungsberichten zufolge ist es fast unmöglich, lohnende Gewinne durch den AV Akademikerverlag zu erzielen.
  • Der AV Akademikerverlag stellt ganz klar Quantität vor Qualität.
  • Da Ansehen des Verlages ist im Bereich der Wissenschaft äußerst gering und die Verbreitung der eigenen Arbeit wird durch den AV Akademikerverlag eher eingeschränkt als vergrößert.
  • Eine Kontaktaufnahme ist oft nur schwer möglich und Anfragen bleiben unbeantwortet.
  • Die Zusendungen erfolgen teils unberechtigterweise und die Datenschutztexte werden nur auf Englisch zur Verfügung gestellt.
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