Artikelbild Autofasten: Shutterstock / Von SP-Photo

Autofasten? Was ist das denn!

Von | 19. Februar 2020, 10:54

Kein Fake: Die Kirchen laden in diesem Jahr (erneut) zum Autofasten ein. Der Begriff an sich ist ja schon nahezu selbsterklärend, die Idee trifft jedoch auch auf Kritik.

Mit dem Begriff „Autofasten“ regen die evangelischen und katholischen Kirchen derzeit dazu an, die Fastenzeit dazu zu nutzen, bewusst den Individualverkehr zu reduzieren und Alternativen zu nutzen.

Das ist jetzt keine neue Idee, sondern wurde auch bereits wiederholt 2019 vorgeschlagen (siehe hier). Worum es geht: Man soll die täglichen Wege einfach mal ohne Auto, bzw. mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Sharing-Modellen antreten. Speziell der Individualverkehr soll durch das Autofasten eingeschränkt werden.

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Laut Katholisch.de handelt es sich mittlerweile um die 22. Auflage von „Autofasten“, 1998 wurde die Aktion bereits ins Leben gerufen. Insofern ist das alles nicht neu, jedoch unter aktuellen Gesichtspunkten wesentlich bekannter.

Autofasten Webseite

Begleitend zu der Aktion gibt es die Webseite autofasten.de (bzw. in Österreich auch autofasten.at ). Auf der Webseite wird beschrieben, dass es sich um eine gemeinsame Aktion der Bistümer Trier, Mainz und Fulda, des Erzbistums Köln, sowie der Evangelischen Kirchen im Rheinland und in Hessen-Nassau handelt.

Hier liest man ebenso:

Wir wollen und verlangen von Ihnen keinen generellen Verzicht auf das Fahren mit einem Auto. Es geht uns um eine kritische Hinterfragung der Menge, der Art und der Notwendigkeit der einzelnen Autofahrten. Es ist ein Selbstversuch, bei dem auch die Erkenntnis, dass der Verzicht auf das Auto doch immer wieder unmöglich ist, ein legitimes Resultat ist. Diese Erkenntnis dann zu kommunizieren und – wo möglich – gemeinsam mit uns und anderen dafür zu kämpfen, dass sich an den Bedingungen, die dafür im Einzelfall verantwortlich sind, etwas ändert, gehört auch zu unserer Aktion.

Hilfestellungen

Man kann sich auf der Webseite anmelden, um an der Aktion teilzunehmen, jedoch ist das natürlich nicht zwingend notwendig. Das österreichische Pendant autofasten.at gibt entsprechend Tipps, wie man aktiv Autofasten kann:

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  • Überprüfen Sie bei der Selbsteinschätzung Ihr Mobilitätsverhalten und geben Sie eine Selbstverpflichtung zur Einsparung von Flug- und/oder Autokilometern ab. Mithilfe des CO2 Rechners erhalten Sie dann ein Feedback über die Höhe Ihrer CO2 Einsparungen.
  • Ein wöchentlicher Newsletter begleitet Sie beim Autofasten und liefert Ihnen aktuelle Infos (auch über Begünstigungen) und Veranstaltungshinweise.
  • Die VCÖ AktivMobil-Versicherung, die AutofasterInnen kostenlos abschließen können, bietet Ihnen auf Ihren privaten Wegen zu Fuß, mit Inline-Skates, per Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine Rechtsschutz-, Haftpflicht- und Unfallversicherung.
  • Vielleicht sind die ausgeschriebenen Gewinne ein Ansporn, sich gemeinsam mit anderen auf das „Abenteuer Autofasten“ einzulassen.
  • Unter dem Link „Ein Feedback schreiben“ haben Sie die Möglichkeit, uns eine Nachricht zu hinterlassen.
  • Die Aktion Autofasten kann bei politischen Forderungen, z.B. zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, mehr erreichen, desto mehr Menschen mit ihrem Namen dahinterstehen.

Ferner liest man:

  • gar nicht Auto fahren oder deutlich weniger Auto fahren
  • Ihre Kinder zu Fuß oder mit Öffis in die Schule bringen
  • zu Fuß in die Kirche gehen und auch andere dazu animieren
  • ein Autofasten-Schild an Ihrem Rad montieren
  • die Anliegen der Radlobby unterstützen
  • in Ihrer Firma autofreie Alternativen anregen
  • eine Fahrgemeinschaft bilden
  • Ihren Urlaub ohne Auto planen
  • Parkplätze in Grünflächen umwandeln
  • häufiger Bus, Bahn und Bim benutzen
  • zu einem Autofahrerklub wechseln, der sanfte Mobilität unterstützt
  • Autofasten bewerben helfen (Folder, Newsletter, Aufkleber, Gespräche …)
  • die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs politisch einfordern
  • privat Auto-Teilen ausprobieren
  • weniger online-Bestellungen und „innerhalb von 12/24 Std. Lieferungen“ beauftragen
  • tun, was Ihnen selbst noch so einfällt 😉

Kritik am Autofasten

Natürlich gibt es auch kritische Stimmen, die zu bedenken geben, dass der öffentliche Personennahverkehr im ländlichen Raum schwach ausgebaut ist und Arbeitswege, Schulwege oder Einkäufe am Ende doch mit dem Auto zurückgelegt werden müssen.

Auf diese und auch andere Einwände gibt es einen FAQ-Katalog auf autofasten.de. Darin wird unter anderem beschrieben, dass das Hauptargument des fehlenden ÖPNVs durchaus seine Berechtigung hat und auch zutrifft. Jedoch würde an dieser Stelle Autofasten bedeuten, dass man „im Blick auf den ländlichen Raum den politischen Druck“ erhöhen sollte, damit die Mobilitätsangebote dort ausgebaut werden. Den gesamten FAQ-Bereich findet man hier.

Der Autor dieses Artikels meint: Ja, ich werde auf jeden Fall in diesem Jahr Autofasten.

Wichtig und aktuell:

Hier lesen: Bitte nicht nachmachen, bei der „Skull Breaker Challenge“ kann man sich ernsthaft verletzen!

Artikelbild: Shutterstock / Von SP-Photo

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