Böse Täuschung
Böse Täuschung

Dieses Gewinnspiel ist ein dreister Betrug!

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Sommerzeit ist Reisezeit. Und der Sommer ist nicht mehr weit entfernt. Wäre es nicht schön, in diesem Sommer wieder eine Fernreise antreten zu können? Und am besten noch so günstig wie möglich?

Da erscheint ein Gewinnspiel auf Facebook geradezu passend! In diesem Gewinnspiel kann man nach Angaben des Veranstalters 2 kostenlose Tickets bestellen. Doch Vorsicht: Bei diesem Gewinnspiel handelt es sich um ein sogenanntes Fake-Gewinnspiel. Mimikama erklärt, was da wirklich passiert und wie tausende Menschen in die Irre geleitet werden.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Fake-Gewinnspiele findet man bereits seit Jahren auf Facebook und sie werden zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt. Manche dieser Gewinnspiele sind eher einfacher Natur und dienen lediglich dazu, die Fanzahlen einer Facebookseite in die Höhe zu treiben. Andere sind jedoch wesentlich komplexer gestaltet und erfüllen kommerzielle Zwecke.

Das ist auch bei diesem Fake Gewinnspiel der Fall. Es handelt sich um eine Methode, die in 3 Schritten abäuft. Diese Schritte beschreiben wir im Folgenden:

1. Der Köder: Das Gewinnspiel auf Facebook

Den ersten Schritt stellt immer der Köder dar. Dieser Köder taucht häufig in Form einer Statusmeldung auf Facebook (siehe Bild oben). Der Köder vermittelt die Aussicht auf einen Gewinn, den man im Grunde schon in der Tasche hat. Er verleitet mit der Leichtigkeit der Teilnahme zum Mitmachen und lockt auf eine Webseite. Er stellt den viralen Einstieg in den Gewinnspielablauf.

In unserem Fall handelt es sich bei dem Köder um meine Statusmeldung auf Facebook, die von einer falschen Austrian-Webseite leitet. Man kann sehr schön an der gekünstelten Webadresse erkennen, dass hier jemand mit aller Gewalt versucht, sich als Austrian Airlines darzustellen.

2. Die Brücke: Eine Nachricht!

Auf jener Webseite erscheint eine Fragerunde, über die man sich qualifizieren soll. Diese „Quizfragen“ sind jedoch ohne weitere Bedeutung, da es vollkommen egal, welche Antworten man gibt. Die Teilnehmer „qualifizieren“ sich immer.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Gleichzeitig werden die Teilnehmer dazu aufgefordert, das Gewinnspiel auf Facebook zu teilen. Damit wird die Reichweite des Fake-Gewinnspiels erhöht.

Besonders fies: diese Brücke gibt sich frech als Austrian aus. Dabei werden das Logo und auch die Corporate Identity von Austrian genutzt. Wir müssen ganz deutlich sagen: Austrian steht mit dieser betrügerischen Webseite und dem Gewinnspiel in keinem Zusammenhang!

Warum muss man als Teilnehmer diesen Ablauf durchmachen? Zunächst wird durch die Fragerunde der Charakter eines Gewinnspiels aufgebaut. Direkt nach der Fragerunde bekommen alle Teilnehmer angezeigt, dass sie gewonnen haben. Das ist jedoch eine dreiste Lüge!

An dieser Stelle bekommen die Teilnehmer das Gefühl vermittelt, die Tickets in der Tasche zu haben. Gleichzeitig wird die Behauptung aufgestellt, dass man lediglich noch an einer Umfrage teilnehmen soll.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Hier offenbart sich das eigentliche Ziel des 2. Schritts: Ein Link wird eingebaut, der zu dem vermeintlichen Gewinn führen soll. Dieser Link führt in den 3. Schritt.

3. Der Abschluss

Den 3. und abschließenden Schritt stellt ein sogenanntes Affiliate Programm dar. Man verlässt die Brücke über einen Link, der einen Partnercode beinhaltet, welcher zu einem Provisionsprogramm gehört. Es handelt sich hierbei um ein Affiliate, welches nach Möglichkeit inhaltlich mit dem in der Brücke verlaufenen Fake-Gewinnspiel korreliert. Wir nennen diese abschließende Verlinkung den Ausgang. Merke: Der Ausgang selbst, also die Affiliates, auf die verlinkt wird, ist nicht illegal! Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, bei denen der jeweilige Anbieter solcher Programme seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Diese Vertriebspartner werden vom Anbieter durch einen Identifikationscode erkannt, so dass jeder neu registrierte Teilnehmer an dem Affiliate Gewinnspiel auch dem Vertriebspartner zugeordnet werden kann.

Derjenige, der die Brücke gestaltet, entscheidet übrigens beliebig, welches Partnerprogramm er als Ausgang benutzt. Häufig finden wir auch Systeme vor, welche die Herkunft und die Geräteangaben des Teilnehmers auslesen und somit spezifisch auf unterschiedliche Provisionsprogramme leiten. Daher kann man nie eindeutig sagen, welches Provisionsprogramm am Ende aufgerufen wird, im schlimmsten Fall landet man bei dubiosen WAP-Billing-Geschichten oder undurchsichtigen Abo-Serviceleistungen.

Der Fake zählt!

Daher hat der Verfasser von Köder und Brücke, der durchaus auch der jeweilige Vertriebspartner des Affiliate-Anbieters sein dürfte, ein großes Interesse daran, dass seine Fake-Geschichte im Vorfeld so glaubwürdig wie möglich klingt, gleichzeitig aber auch ein hohes Viralitätspotential besitzt.

Gut gelogen ist daher im Falle von Fake-News sowie auch Fake-Gewinnspielen bereits halb gewonnen.

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