Ausschreitungen in Freiburg nach AfD Demo? Die Polizei dementiert!
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„Schwer verletzter Polizist“ = Falschmeldung
„Augenlicht verloren“ = Falschmeldung
„Mob macht Hetzjagd auf AfD“ = Falschmeldung
„Polizist durch Flasche im Gesicht verletzt“ = Falschmeldung
„bürgerkriegsähnlich“ = maßlose Übertreibung

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Das sagt die Polizei auf Twitter zu den verschiedenen Berichten auf Social Media oder Blogs.

Anlass waren mehrere Demonstrationen in der Freiburger Innenstadt am Montagabend, bei denen die Polizei zum Einsatz kam. Nach Angaben der Polizei sammelten sich ab 18 Uhr die Teilnehmer verschiedener Versammlungen auf dem Platz der alten Synagoge, am Bertoldsbrunnen und im Bereich des Martinstors. Zum Auftakt der Demonstration der AfD am Martinstor waren schätzungsweise 300-500 Teilnehmer anwesend. Die Anzahl der Gegendemonstranten, die sich am Bertoldsbrunnen versammelt hatten, wird auf mindestens 1500 geschätzt.

Ab 18:30 Uhr begann die Demonstration am Martinstor mit einem Aufzug über die Gerberau, den Augustinerplatz, über die Herrenstraße bis über die Kaiser-Joseph-Straße zum Rathausplatz.

Der Aufzug der AfD wurde mehrmals durch Gegendemonstranten kurzzeitig aufgehalten. Durch Polizeikräfte konnte die Aufzugsstrecke jederzeit freigemacht werden. Obwohl Gegendemonstranten teilweise zur Seite abgedrängt werden mussten, waren glücklicherweise keine schwerwiegenden Zusammenstöße zu beklagen. In einem Fall musste Pfefferspray eingesetzt werden.

Auf dem Rathausplatz begann gegen 18:45 Uhr eine Abschlusskundgebung der AfD. Eine Vielzahl von Gegendemonstranten hielt sich währenddessen in den angrenzenden Straßen auf.

Gegen 21 Uhr verließen die Versammlungsteilnehmer nach Ende der Abschlusskundgebung den Rathausplatz. Wege, die von Gegendemonstranten besetzt waren, mussten kurzfristig freigemacht werden.

Schwere Ausschreitungen? Polizei sagt „Nein“

Konfrontiert mit einem Blogartikel und Aussagen über schwere Ausschreitungen gibt die Polizei Freiburg auf Twitter eine recht deutliche Antwort. Ihrer Meinung nach handelt es sich größtenteils um Falschmeldungen oder um eine maßlose Übertreibug.

Drei Polizeibeamte erlitten nach derzeitigem Stand ohne Einwirkung Dritter leichte Verletzungen.

Nach jetzigem Kenntnisstand wurde die Identität von vier Personen wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und anderer Straftaten festgestellt. Zwei Personen machten bislang Verletzungen aufgrund polizeilicher Maßnahmen geltend.

Zumindest liegt eine Anzeige vor, auf dem Kanal der Polizei erfuhr man gestern (vergleiche):

Dazu gibt es auch Neuigkeiten. Es liegt uns jetzt tatsächliche eine Anzeige vor. Was genau geschildert wurde, gilt es jetzt noch zu abzuwarten. Wir werden den Sachverhalt prüfen und ggf. Morgen die Fakten liefern.

Was diese Anzeige besagt, ist beim Stand dieses Artikels noch nicht bekannt, wird jedoch nachgefügt.

UPDATE:

Mittlerweile liegt eine Pressemeldung zu dieser Anzeige vor:

Polizei sucht Zeugen und Geschädigte

Freiburg (ots) – Nach Beendigung einer Demonstration geraten Versammlungsteilnehmer auf dem Heimweg in der Freiburger Innenstadt in ein Gerangel mit mutmaßlichen Gegendemonstranten.

Am Dienstagnachmittag, 30.10.2018, erschienen die Geschädigten bei der Polizei, um Anzeige zu erstatten. Ein 15-Jähriger und seine 48-jährige Mutter gaben an, am Vortag an einer Demonstration in der Freiburger Innenstadt teilgenommen zu haben. Nachdem die Versammlung auf dem Rathausplatz beendet worden war, hätte sich die Familie zu dritt auf den Heimweg durch die Innenstadt begeben. Gegen 21 Uhr hätten sie sich auf der Kaiser-Joseph-Straße befunden, als eine Personengruppe aus der Löwenstraße gekommen sei. Es sei dann zu einem Zusammentreffen mit diesen Personen gekommen, die als augenscheinlich „Linksautonome“ beschreiben wurden. Dabei sei die 48-jährige Geschädigte gegen ein Schaufenster gestoßen worden. Der 15-Jährige habe einen Schlag auf seine Hand erhalten und vermutet, es sei dabei ein Stock oder eine Stange verwendet worden. Die Gruppe sei dann schnell weiter gezogen und hätte anschließend andere Leute geschlagen. Der 15-Jährige macht Verletzungen an einem Handgelenk geltend. Seine Mutter habe Schmerzen am Rücken.

Es liegt die Beschreibung eines Tatverdächtigen vor: Vermutlich Deutscher / kurze blonde Haare, ca. 3 bis 4 cm lang / ungepflegtes Erscheinungsbild / ca. 180 cm groß / blau-grüne Augen / unauffällige Statur / trug einen grauen Kapuzenpullover ohne Aufdruck, eine blaue Jeans und schwarze Straßenschuhe, Schlupfschal über dem Gesicht (vermutlich grünlich) / Zur Tatwaffe gibt es keine konkreten Beschreibungen.

Die Kriminalpolizei bittet um Zeugenhinweise. Wer hat am Montagabend, 29.10.2018, gegen 21 Uhr, im Bereich der Kaiser-Joseph-Straße, nachdem die Demonstrationen an diesem Abend beendet waren, Personengruppen beobachtet, die Passanten angegriffen haben könnten. Wer kann Hinweise zu den Tatverdächtigen des beschriebenen Körperverletzungsdelikts geben? Auch mögliche Geschädigte von Straftaten, die bislang nicht zur Polizei gegangen sind, werden gebeten, sich zu melden. (Pressemeldung Polizei)

via Pressemeldung Polizei Freiburg
Twitter Polizei Freiburg
Titelbild Pierre-Olivier / Shutterstock

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