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Wieder einmal macht ein „schockierendes“ Video auf Facebook die Runde. Auf dem Vorschaubild erkennt man eine nicht bekleidete Frau, die auf dem Boden liegt. Ebenfalls zu erkennen ein Fuß, der den Hinterkopf der Frau auf den Boden drückt.

Info: Wieder einmal werden Facebook-Nutzer unter Vorgabe falscher Tatsachen in die Falle gelockt. User bekommen DAS ERWÄHNTE VIDEO NIE ZU SEHEN! Ziel dieses Statusbeitrages ist es, dass Nutzer am Ende bei dubiosen Gewinnspielen mitmachen “müssen”

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Klar ist, dass so ein Bild die Facebook-Community in Aufruhr versetzt und das viele User, obwohl der Titel des Videos (wie so oft) in ein sehr schlechtes Deutsch übersetzt wurde.

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Der Titel: [schockierende Video] Mom-Selbstmord nach dem Ansehen dieses Video von ihrer Tochter…

Klickt nun ein Nutzer auf das angebliche Video, dann wird er auf eine externe Webseite weitergeleitet. Das Vorschaubild ist hier wieder zu erkennen.

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Nachdem der User auf den Play-Button geklickt hat, wird dieser aufgefordert das Video zu TEILEN!

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Hat der User das Video auf Facebook geteilt, dann öffnet sich eine nachgebaute YouTube Seite. Es wird der Eindruck erweckt, dass es sich hierbei um eine YouTube Seite handelt. Dem ist aber nicht so!

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Wie so oft bei solchen dubiosen Videos, muss der User erst einmal bestätigen, dass er über 13 Jahre alt ist.

Dies ist natürlich ein Unfug. Ziel ist es, User dazu zu bringen bei dubiosen Gewinnspielen mitzumachen. Wie jenes von “H&M”

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Was ist nun mit dem Video?

Muss man hier gar zuerst bei einem Gewinnspiel teilnehmen um das Video dann sehen zu können? So denken viele User, die sich bei uns deswegen gemeldet haben

User mussten hier nun Vor-, Nachname und die E-Mail Adresse angeben. Außerdem mussten sie sich damit einverstanden erklären, dass eine Auswahl an Sponsoren sie postalisch, telefonisch oder per E-Mail kontaktieren dürfen.

Aufklärung zu dem Video „…what this mother did with her son“

User, die auch hier Ihre Adresse und Ihr Geburtsdatum usw. eingegeben haben, wurden danach auf eine Fragebogen umgeleitet:

Dieser ist so lange, dass wir diesen hier gar nicht darstellen wollen. Daher nur ein Ausschnitt von der ersten von insgesamt 22 Fragen. Hier geht es darum herauszufiltern, welche Interessen der User hat. Das beginnt bei Versicherungen und endet bei Gasanbieter aber auch Frische-Menüs für Hunden. (Stichwort Leadgenerierung)

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Hat der User auch diese 22 Fragen beantwortet, dann öffnet sich wiederum eine Seite. Nun geht es auf einmal zu einem Abo, der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” (Diese wird gar nichts davon wissen, dass sie an dieser Stelle aufscheinen)

Hier wird es dem User leicht gemacht, denn alle Formularfelder sind bereits mit seinen Daten vom vorhergehenden Formular ausgefüllt!

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Hier endet dann auch die Odyssee. Von einem Video WEIT und BREIT keine SPUR!

Was ist der Sinn dieses Betruges?

Das alte Spiel der LEADGENERIERUNG! Auch hier saugt wieder eine Datenkrake kräftig an den Nutzerdaten.

Und wieder steckt hier “Proleagion GmbH”

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Die Herrschaften von Proleagion sind uns keine Unbekannten, werben sie doch regelmäßig mit dem Gewinn von Gutscheinen. Auch hier bleiben sie nun ihrer stetigen Linie treu:
man wird gebeten, Unmengen an persönlichen Daten preiszugeben!

Was sagen die Firmen, deren Name benutzt wird?

Der Engländer würde sagen “We are not amused”. Im Falle von LIDL gab es nach unserer Initiative vor einigen Monaten ein aktives Vorgehen von LIDL gegen die angeblichen Verlosungen von Gutscheinen aus dritter Hand.

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Auch hier war Proleagion unmittelbar involviert, gab jedoch die offizielle Stellungnahme, sie seien auch eine Art Opfer und es handle sich um “Partnerprogramme.”

Diese Auskunft wird immer sehr gerne gegeben, auch andere Firmen werden scheinbar immer Opfer ihrer Partnerprogramme und kennen anscheinend auch ihre Partner nicht, die diese Gewinnspiele verbreiten.

Nun, wenn man diesen Firmen jetzt keine Lügen vorwerfen möchte, dann muss man den Fall annehmen, dass dort schlampig gearbeitet wird. Anders kann man es sonst nicht erklären.

Im Falle der ZARA-Gutscheine hielten wir ein Telefonat mit der Marketingabteilung von ZARA in Deutschland. Eine schriftliche Stellungnahme bekamen wir leider nicht, jedoch konnte man im Verlaufe des Gespräches deutlich erkennen, dass man nicht gerade positiv gegenüber dieser Ködermethode stehe.

Zu dem hier beschriebenen Fall haben wir nun die Pressestelle der REWE-Group angeschrieben und haben folgende Antwort bekommen:

Sehr geehrter Herr (ZDDK/Mimikama),

vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Engagement, die Netzgemeinde über die betrügerischen Maschen im Internet aufzuklären.

Tatsächlich wird REWE in jüngster Zeit öfter Opfer durch eine Masche, in der ein REWE-Gutschein unautorisiert ausgelobt wird. Leider lassen sich nur allzu viele mitreißen durch die Aussicht, mit wenigen Klicks kostenlos einen hohen REWE-Gutschein zu erhalten. Über unsere REWE-Facebook-Seite warnen wir häufig davor, wenn wieder solche Köder im Web sind. Oft sind diese unseriösen Angebote anhand ihrer ungewöhnlichen / unbekannten Webadressen und der sehr hohen Gutscheinhöhe erkennbar.

Zwar honoriert REWE zuweilen mit REWE-Gutscheinen die Teilnahme an Aktionen. Diese finden jedoch immer auf den Social Media-Kanälen des Unternehmens statt oder erfolgen im Rahmen einer Kooperation mit namhaften Medien und im Zusammenhang mit Eigenmarken. Niemals wird REWE eine Teilnahmesystematik wählen, bei der einfach so an die “Schnellsten” REWE-Gutscheine ausgegeben werden.

(…)

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Bonrath

REWE Group

Unser Dank geht an die REWE-Group, insbesondere Herrn Bonrath, für dieses Statement.