Diesen Audi R8 GT, mit seiner großen roten Schleife auf der Motorhaube. Nein, Du wirst ihn nicht gewinnen. Doch der weiße Audi R8 GT erfüllt gerade seinen Zweck!

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Dieses Thema wird die Nutzer von Facebook immer wieder spalten, denn es gibt zum einen die Grupper jener, welche direkt wissen, dass es sich bei dieser Art von Gewinnversprechen um Murks handelt. Völlig überzogene Gewinne, geklaute Bildchen, keine konkrete Nennung des Veranstalters. Die Darstellung des Audi-Logos im Profil ist noch lange keine seriöse Nennung des Veranstalters.

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Und dann gibt es eben jene Gruppe von Menschen, die aus ihrer Hoffnung heraus einfach mal teilnehmen. “Kost ja nix sozusagen. die Waage steht auf Null, man hat ja nichts zu verlieren.” Und schon ist der Klick getätigt, die Gewinnspielseite geliked und das Gewinnspiel geteilt.

Will ich unbedingt haben!

Klar, so einen teuren Wagen mögen viele gerne haben. Der Seitenname impliziert es schon, diesen weißen Audi R8 GT will man haben. Warum eigentlich immer weiße Audis? Sind die vielleicht mit den weißen Lieferwagen verwandt, so auf Du und Du im Fake verbrüdert?

Was auf jeden Fall auch an diesem Beispiel wieder deutlich wird: binnen 17 Stunden haben über 3200 Menschen dieses “Gewinnspiel” verteilt, über 1800 Personen haben auf der Seite “Will ich unbedingt haben” ihr Like hinterlassen, so dass man durchaus sagen kann: ja, der Plan des Seitenbetreibers geht durchaus auf.

Denn mal so unter uns: man wird diesen Wagen hier nicht gewinnen können. Nicht unter diesen umständen, nicht in einer Verlosung auf einer Facebookseite mit einem leeren Impressum und völlig unstrukturierten Teilnahmebedingungen. Dieses Gewinnspiel erfüllt einen ganz anderen Zweck: es ist ein Menschenmagnet, zumindest in dieser Instanz. Es lockt Menschen an, die ihr Like auf der Seite lassen sollen und animiert Menschen aufgrund seiner Einfachheit dazu, mit diesem Gewinnspiel zu interagieren. Es wird viral gemacht, indem man es teilt.

Was noch passieren kann

Wir haben ja mittlerweile unzählige Gewinnspiele auf Facebook kommen und gehen sehen. Wir haben viele Gewinnspiele um Sportwagen gesehen, haben beschrieben, dass es sich um Fakes handelt. Wir haben dabei beobachten können: diese Art der Gewinnspiele verlaufen immer recht ähnlich. In einer ersten Stufe glänzen sie mit ihrer einfachen Teilnahme: man soll einen hochwertigen potentiellen Gewinn teilen und liken. Kann jeder, das ist keine Hürde.

Wenn dieses Gewinnspiel und die dazu gehörige Seite erst genügend Aufmerksamkeit geerntet hat, ändern sich oftmals die Regeln. Die Teilnahmebedingungen werden erweitert, meist wird ein Link eingefügt, den man besuchen soll. Dort warten dann irgendwelche Partnerprogramme, über welche der “Veranstalter” Provisionen einsackt. Im harmlosen Fall sind es Partnerprogramme, die dem Teilnehmer einen Haufen Werbung bescheren, im extremen Fall verbirgt sich für die Besucher via Smartphone eine WAP-Billing Abofalle hinter dem Link (bei welcher der Veranstalter natürlich ebenso Provisionen kassiert).

Egal was da noch passiert: den angepriesenen Gewinn gibt es nicht! Daher merke Dir: es ist niemand da, der diesen Audi, 100.000 iPhones, oder 50.000 PS4 verlost. Nein, es gibt sie nicht, diese ritterlichen Wohltäter des Netzes. Sie sind eher Gaukler, die ihre Nutzer dazu verleiten, brav wie Klickvieh aus der Hand zu fressen.

  • Sage mir Deine Farbe – ich schenke Dir Dein Smartphone.
  • Laufe nackt auf die Straße – und Du gewinnst einen Audi R8, aber vergiss nicht, ein Selfie zu machen und es hier hochzuladen. Junge Frauen haben die doppelte Gewinnchance.

Machst Du´s nicht, gewinnst Du nicht. Pech gehabt. Machst Du´s doch, hab ich meinen Spaß. Gewinnen wirst Du eh nicht.

Na und – so ein Klick kostet doch nichts!

Ja, das stimmt. Ein Klick auf verführerischen Gewinnspielseiten kostet dich meistens nichts (wenn es nicht mal wieder eine Abofalle ist, die dahinter steckt). Wenn Du “es kostet nichts” rein über materielle Werte definierst, dann wird es wohl so sein.

Aber etwas kosten kann mehr als nur Geld sein, denn was es Dich hier kostet, ist unbezahlbar: es kostet Dich die Würde – es kostet Dich Deine Glaubwürdigkeit.

Es kostet Dich Deinen Namen, wenn Du an schmierigen Gewinnspielen teilnimmst, bei denen Du in Deinem Inneren eigentlich weißt, dass sie Mist sind, aber Dein Verlangen so groß ist, dass Du am Ende doch klickst.

Es ist Dein Innerer Zwang, dem Du unterliegst und alle Menschen können Deine Niederlage sehen – sie können alle sehen, dass Du Dich der hohlen Verlockung hingegeben hast. Und es wäre uns ein Leichtes, Euch hier öffentlich an den Pranger zu stellen. Alle würden Deinen Avatar und Deinen Namen sehen, denn Du hast Dich ja selbst dort verewigt und gezeigt, dass Du Dich der Seite hingegeben hast.

Du verrätst allen Deine finanzielle Situation, Du verrätst uns Deine Lebensplanung, selbst Deine Lieblingsfarbe nennst Du uns. Und für was? Für eine kleine lumpige Hoffnung, für ein Stückchen Spannung, “im Internet” ohne großen Einsatz etwas zu gewinnen? Für Dein Vertrauen an irgendwelche unbekannte Hinterleute, die Dir doch eigentlich gar nichts schenken wollen?

Nein, Geld kostet Dich der Klick hier nicht. Aber wenn Du Dich in Zukunft fragst, warum Dich der ein oder andere Mensch nicht mehr so ganz ernst nimmt, dann hast Du vielleicht doch teuer gezahlt.

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