Was will mir ein Artikel sagen? Worauf muss ich achten, wenn ich einen Beitrag in meinem Facebook-Feed kommentieren möchte?

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1. Der erste Tipp klingt so offensichtlich, dass man meinen könnte, es sei nicht nötig, ihn aufzuzählen. Doch an diesem Punkt scheitert sehr häufig bereits das Verstehen eines Textes:

Bevor du einen Artikel kommentierst, solltest du ihn lesen.

Ganz oft sehen wir eine Artikelvorschau bei Facebook, die uns anspricht. Doch was wir dort sehen ist lediglich die Überschrift des Textes und maximal ein oder zwei Sätze dazu. Und denkt daran: Viele Überschriften sind extra so geschrieben, dass sie kontrovers sind oder absichtlich irreführend. Deshalb immer daran denken: Erst lesen, dann kommentieren!

Meistens kritisiert du sonst Dinge, die im Artikel nicht stehen, so nicht stehen oder bereits dort erklärt werden.

2. Lesen ist nicht gleich Lesen. Und Lesen ist nicht gleich Verstehen. Du darfst den Artikel nicht nur schnell überfliegen und nicht nur die Zwischenüberschriften lesen.

Den Artikel aktiv lesen und sich die Frage beantworten: Was will der Autor mir damit sagen?

Und ganz wichtig: Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was du DENKST dass der Autor sagen möchte und dem was er gesagt hat. Pass auf, dass du in den Text nicht Sachen hineininterpretierst, die da nicht drin stehen. Bevor du dich in den Kommentaren beschwerst: Hat der Autor das auch wirklich gesagt, oder vielleicht an anderer Stelle sogar erklärt?

Tipp: Versuche, das Argument des Textes nachzuvollziehen: 1. Was ist die Behauptung? 2. Wie lautet die Begründung? 3. Wie wird es belegt?

3. Wenn dir die Aussage eines Textes nicht gefällt oder ein Mitkommentierender deine Aussage kritisiert, dann darfst du nicht persönlich oder beleidigend werden!

Greife das Argument an und nicht denjenigen, der das Argument macht!

Denke daran: Die Aussage einer Person und ihre Aussage selbst sind zwei verschiedene Dinge. Wenn Hitler sagen würde: „2+2=4“, dann wäre die Aussage nicht falsch, auch wenn sie Hitler gesagt hat und auch ist eine falsche Aussage immer noch falsch, egal wer sie gesagt hat.

Denke daran: Gute Kritik ist eine, die das kritisiert, was im Text gesagt worden ist! Schlechte Kritik ist jene, die die Seite oder den Autor persönlich angreift. Auch solltest du es nicht persönlich nehmen, wenn jemand anderes deine Meinung nicht teilt oder kritisiert.

Man kann durchaus zwei verschiedener Meinungen sein, aber trotzdem freundlich und sachlich bleiben! Davon haben alle etwas davon.

4. Eine Beleidigung ist kein Argument.

Verwende niemals Beleidigungen! Das hat nie etwas mit dem Thema zu tun und endet nur im Streit

Wenn dir eine Aussage nicht gefällt, dann musst du begründen, warum das so ist und nicht dein Gegenüber beleidigen. Denn eine Beleidigung beendet jede Diskussion sofort. Sobald eine Seite damit anfängt, die andere zu beleidigen, redet man nur noch darüber, wer blöder ist als der andere und nicht mehr über das Thema, um das es geht.

Außerdem macht es euch nur zu Feinden, die sich nicht ausstehen können und dann kommt man erst Recht nie auf einen gemeinsamen Nenner.

5. Capslock, Ausrufezeichen oder Beleidigungen machen dein Argument nicht besser, sondern schlechter.

Es geht nicht darum, ein Argument zu „gewinnen“, sondern sich zu einigen!

In einer Diskussion darfst du nie versuchen, um jeden Preis Recht zu haben! Denke immer daran, dass auch du falsch liegen könntest und höre dir Argumente der Gegenseite genau an. Du kannst niemanden zwingen, deine Meinung zu übernehmen und deine Aussage wird nicht durch die Anzahl an Ausrufezeichen oder Großbuchstaben glaubhafter.

Dein Diskussionspartner ist nicht dein Feind, sondern genauso ein User wie du!

Die meisten Menschen lesen die Überschrift des Artikels, überlegen sich daraus, was für eine Meinung der/die Autor*In haben könnte, regen sich dann über diese ausgedachte Meinung auf und beleidigen deshalb das Medium, in welchem der/die Autor*In veröffentlicht hat in den Kommentaren und halten das für einen konstruktiven Diskussionsbeitrag. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, einen Konsens zu finden und dürfen nicht zulassen, dass uns diese Diskussionskultur weiter spaltet.

Thomas_LThomas Laschyk, Chefredakteur Volksverpetzer Journalist, Blogger, und Tierrechtsaktivist aus Augsburg. Auf seinem Blog Der Volksverpetzer beschäftigt sich Laschyk auf kritische und kreativer Weise mit Themen aus Bundes- und Weltpolitik, bis zu Wirtschaft, Finanzen und ethischen Fragestellungen.
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