Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz informiert: Apps – praktische Anwendungsprogramme auf Smartphones und Tablets – sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Verbraucherinnen und Verbraucher schätzen die Vielfalt an komfortabler Software, die mit wenigen Klicks viel Information, Kommunikation und Services bietet.

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Eine Expertengruppe zu Apps hat einen Best-Practice Katalog für verbraucherfreundliche Apps entwickelt.

Für nahezu jedes Informations-, Kommunikations- und Konsumbedürfnis gibt es unzählige Apps, die zumeist über die Stores großer Betriebssystemanbieter vertrieben werden. Die »Appifizierung« schreitet voran – täglich kommt eine Fülle solcher – mal kostenloser, mal entgeltpflichtiger – Angebote neu hinzu. Schnell installiert, gleich ausprobiert und auf Wunsch sofort wieder gelöscht, stehen Apps gefühlt für ein vermeintlich risikofreies Angebot. Doch Apps ermöglichen auch eine komplett digitale Überwachung des Alltags. Und bei näherem Hinsehen ergeben sich viele Mängel: unnötiges Abgreifen von Daten, mangelhafter Datenschutz, unklare und unverständliche Informationen, mangelnde Transparenz von Funktionen und Nutzungsbedingungen, Kostenfallen durch In-App-Verkäufe, ein unzureichender Support bei Problemen oder fehlende Updates sind nur einige typische Verbraucherprobleme bei Apps. Untersuchungen der Stiftung Warentest hatten bei nahezu der Hälfte der getesteten Apps ein kritisches Datensendeverhalten festgestellt.

Best-Practice Katalog für verbraucherfreundliche Apps

Eine Expertengruppe zu Apps hat einen Best-Practice Katalog für verbraucherfreundliche Apps entwickelt. In diesem Katalog sind Maßnahmen und Kriterien zu Datenschutz, Verbraucherschutz und Jugendschutz aufgeführt, die Apps aus Verbrauchersicht einhalten sollten. Die Expertengruppe besteht aus verschiedenen Stakeholdern aus dem App-Bereich und ist auf Einladung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zusammengekommen. Mitglieder der Stakeholder-Gruppe sind App-Store-Anbieter, App-Entwickler verschiedener Bereiche, namhafte App-Tester sowie Verbraucher-, Daten- und Jugendschützer.

Diagramm

Der jetzt vorgelegte Best-Practice-Katalog bietet allen Beteiligten eine verlässliche Orientierungshilfe und soll den Markt im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher beeinflussen. Ebenso soll der Wettbewerbsgedanke über die Best-Practice gefördert werden und Anstoß für Selbstverpflichtungen von Verbänden und Unternehmen sein.

„Verbraucherinnen und Verbraucher wissen oft nicht, was bei einer App mit ihren Daten geschieht, wer daran verdient und wie die Produktbedingungen aussehen. Deshalb brauchen wir mehr Transparenz und Verbrauchersouveränität bei Apps. Apps müssen sicherer und fairer werden. Es ist ein großer Erfolg, dass wichtige Akteure aus dem App-Bereich an einen Tisch geholt werden konnten und sich auf den Best-Practice Katalog verständigt haben. Ich hoffe, dass alle Teilnehmer unseres App-Stakeholder-Prozesses, aber auch weitere Unternehmen und Akteure, sich nach dieser Orientierungshilfe richten. Sie bietet Anbietern und Verbrauchern gleichermaßen verlässliche Indikatoren eines Best-Practices bei Apps.“
Verbraucherstaatssekretär Gerd Billen

Verschiedene Tests haben gezeigt, dass Apps nicht immer verbraucherfreundlich sind. Gerade in den Bereichen Daten- und Jugendschutz, aber auch bei der Transparenz von Funktionen, Sicherheit, Support und Kosten gibt es häufig Defizite. Bei vielen Apps besteht hinsichtlich der Nutzerfreundlichkeit noch erheblich Luft nach oben, insbesondere was eine „smarte“ Information und intelligente Steuerungsmöglichkeiten betrifft.

Maßnahmen für verbraucherfreundlichere Apps

Die Experten-Gruppe hat verschiedene Empfehlungen und Konkretisierungen beschlossen, um Apps verbraucherfreundlicher zu machen. Hierzu gehören beispielsweise eine im App-Store vorgeschaltete Kurzinformation zu den wichtigsten Verbraucher- und Datenschutzfragen, wie etwa Kosten, Werbung und Support. Dies sollte am besten auf einer Seite – auf einem „One-Pager“ – erfolgen. Weitere Empfehlungen betreffen die Bereitstellung kostenloser Testversionen oder von Sicherheitsupdates für einen angemessenen Zeitraum. Kindern und Jugendliche sollen Apps möglichst als kostenpflichtige Vollversion – und damit ohne Werbung – angeboten werden. App-Store-Betreiber sind aufgerufen, die Orientierungshilfe bei ihren Entwicklerrichtlinien zu berücksichtigen.

Gemeinsames Ziel der Experten-Gruppe ist es nun, weitere Multiplikatoren zu gewinnen und für eine möglichst breite Verwendung in der Praxis zu sorgen. Die Experten wollen in einem halben Jahr erneut zusammenkommen, um Praxiserfahrungen und Stellungnahmen mit dem Ziel einer Fortschreibung der Orientierungshilfe zu erörtern. Der Verein Selbstregulierung Informationswirtschaft (SRIW) hat hierbei die Funktion einer Feedback-Stelle übernommen.

Download:

Verbraucherfreundliche Best-Practice bei Apps: Eine Orientierungshilfe für die Praxis (PDF, 510KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Best Practice Catalogue for consumer-friendly apps: Practical Guidelines (PDF, 534KB, Datei ist nicht barrierefrei)

via BMJV

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