Das Ende der Facebookseite, der Einbruch der Reichweite und die Kampagne gegen Mimikama: als Ende Mai Facebook reagierte und endgültig die Seite “Anonymous.Kollektiv” deaktivierte, änderte sich der Charakter der gesamten Geschichte. Die Löschung war quasi eine Zäsur.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

In der Zeit kurz vor der Löschung war ein massives Bewerben von Compact-Abonnements, aber auch das Bewerben der Migrantenschreck Produkte auf der Facebookseite bemerkbar. Daraus konnte man problemlos folgern, dass hier neben den ideologischen Zielen auch finanzielle Interessen bestanden. Wie bereits aus unseren anonym zugespielten Screenshoots ersichtlich wurde, gab es augenscheinlich eine Verbindung zwischen Compact und dieser  Facebookseite mit letztendlich über 2 Millionen Nutzern, welche natürlich eine ideale, große Werbeplattform war. Diese Plattform war aber auf einmal verschwunden. Ebenso wurde in den Tagen kurz vor und direkt nach dem Verschwinden der Seite der Ton rauer.

Kampagne gegen Mimikama

In dem frühen Fokus standen zunächst wir als Mimikama, daneben aber auch alle berichterstattenden Medien, die das Thema “Migrantenschreck” aufgriffen. Hier zeigt sich recht schnell: die Seiten migrantenschreck,ru, anonymousnews.ru und auch krisenvorsorge.ru bildeten inhaltlich und auch redaktionell eine Einheit. Man konnte bereits im Mai 2016 davon ausgehen, dass hier identische Hinterleute handeln.

Am 21. Mai tauchte ein erster Verleumdungsschachzug auf: mit Hilfe eines gefälschten und erfundenen Bankauszuges sollte bewiesen werden, dass Mimikama durch Presse und Staat gekauft sei [1].

Diese recht schwache und leicht zu durchblickende Fälschung konnte unschwer widerlegt werden, was auch ein gewisses mediales Echo mit sich zog. Unter anderem berichtete die WAZ [2]:

Überweisung gefälscht – Mimikama entlarvt rechtes Netzwerk Anonymous Kollektiv
Der Verein Mimikama hat einen gefälschten Kontoauszug von Rechtsextremen entlarvt. Den Fälschern könnte die Anzeige einer Bank drohen.

Dabei sollte es jedoch nicht bleiben. Zusätzlich zu dieser versuchten Kampagne tauchten im Impressum der Seite “Migrantenschreck” die Daten des Vereins Mimikama als Inhaber der Seite auf. Diese wurden im laufe der nächsten zwei Monate  augenscheinlich frei nach Lust, Laune und Gemütszustand immer wieder angepasst.

Diese Impressumsangabe führte nun dazu, dass eine Vielzahl an Schreiben an die angegebene Adresse gesendet wurden. Diese Schreiben waren unterschiedlicher Natur und Herkunft, ein Großteil behördlich und per Einschreiben, so dass deren Annahme direkt an der Türe verweigert werden musste: an dieser Adresse befindet sich KEINE Migrantenschreck GmbH.

Dies haben wir auch mit Behörden so kommuniziert, dennoch gab es zwischenzeitlich Ende August einen behördlichen Besuch bei uns, bei dem das Büro auf Waffen durchsucht wurde. Zwischenzeitlich häuften sich auch Drohungen gegenüber dem Verein an, da viele Menschen mit der Adressnennung nicht umgehen konnten und diese falsch für sich sortierten.

image

Als Konsequenz auf diese höhere Belastung, sowie auch die vermehrten Drohungen sind auch wir im August noch einmal laut an die Öffentlichkeit gegangen. Als wir am 17. August nochmals auf diese Situation aufmerksam machten, brachte das eine große Resonanz in Medien und Politik mit sich [3] [4]. Als Reaktion auf diese Veröffentlichungen strickte sich der Migrantenschreckbetreiber einen neuen verleumderischen Artikel zurecht: ein gefälschter Presseartikel wurde veröffentlicht, in denen wir erwähnt wurden und uns Zitate in dem Mund gelegt und Handlungen angedichtet wurden. Am 27. August 2016 veröffentlichte Migrantenschreck den Artikel “Migrantenschreck startet Projekt “Sichere Hochschule””:

Migrantenschreck-Geschäftsführer Andre Wolf äußerte sich am Wochenende gegenüber der regionalen Presse in Wien mit folgenden Worten: „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, das gestiegene Sicherheitsbedürfnis von Professoren und Studenten zu befriedigen. Wenn deutsche Hochschulen nicht mehr sicher sind, ist keine nachhaltige und zielgerichtete Bildung unserer Nachwuchsfachkräfte mehr möglich. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, das Pilotprojekt „Sichere Hochschule“ zu initiieren und freuen uns, dass es uns gelungen ist, über HORIZONT 2020, das europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, zusätzliche Fördergelder für unser Projekt zu generieren.“

Diesen Artikel, in dem Thomas Wannenmacher und Andre Wolf explizit als Geschäftsführer von Migrantenschreck dargestellt wurden, gibt es mittlerweile nicht mehr.

image

Als Konsequenz auf diese höhere Belastung, sowie auch die vermehrten Drohungen sind auch wir im August noch einmal laut an die Öffentlichkeit gegangen.

Zufälliger Moment?

Ob diese öffentliche Aufmerksamkeit oder aber der zufällige Zeitpunkt der Grund dafür waren, dass Mimikama aus dem Impressum und auch Fokus des Seitenbetreibers verschwand, ist nicht klar zu sagen. Verschiedene Einflüsse und Konstellationen führten ab Mitte August dazu, dass nun andere Personen in den Mittelpunkt rückten. Das waren zunächst Jürgen Elsässer, aber auch gewisse Privatpersonen, welche für die Vendetta des Betreibers augenscheinlich wichtiger waren. Am 31. August 2016 kommentierte ein Facebookprofil, welches mutmaßlich von verschiedenen Stellen dem Betreiber der Seite Migrantenschreck zugeschrieben wird, auf der Facebookseite “We watch Fake Anonymous” [5]:

image

An dieser Stelle zeichnete sich nun ab, dass nun neue Fronten entstanden sind. An diesen Fronten verstrickten und verzettelten sich nun verschiedene Angriffe.

Ganz nebenbei

Ja, verdammt. Er hat uns geschadet. Neben einer Menge Mails an Beschimpfungen, teilweise Morddrohungen und Vielzahl an Briefen durchsuchte auch der Verfassungssschutz unser Büro nach Waffen. Ja, Anfang September klingelte es an unserer Bürotür und die Adresse von „Migrantenschreck“ wurde durchsucht.

Waffenfund? Negativ! Stattdessen haben wir jetzt gute Kontakte zu wichtigen Stellen.


Weiter im siebten Teil: Fronten zwischen Compact und Rönsch

Übersicht

Anonymous.Kollektiv: die ganze Mimikama Geschichte

  • Teil 1: Wie alles begann …
  • Teil 2: Die COMPACT – Rönsch Connection: ein kleiner Exkurs
  • Teil 3: Fake-News & Watchgroups
  • Teil 4: Das Spin-Off Migrantenschreck
  • Teil 5: Die Zeit der Leaks und der Schritt zurück
  • Teil 6: das Ende der Facebookseite, der Einbruch der Reichweite und die Kampagne gegen Mimikama
  • Teil 7: Fronten zwischen Compact und Rönsch
  • Teil 8: Rönsch zieht auf Anonymounews.ru blank
  • Teil 9: Der Fauxpas-GAU
  • Teil 10: Zugangsdaten, Datenbanken und Kundenadressen
  • Teil 11: Das Ende von Migrantenschreck und Rönsch unter Druck
-Mimikama unterstützen-