Das Spin-Off Migrantenschreck: die Seite Anonymous.Kollektiv begann im Mai 2016 damit, Waffen zu bewerben.

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Man bewirbt groß und bunt die “legale” Bewaffnung durch den Kauf des Artikels “Migrantenschreck MS 60 Professional” über das in der Schweiz gemeldete “Portal” Migrantenschreck.ch.

So sahen beispielsweise die Einträge auf der Facebookseite Anonymous.Kollektiv aus:

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Abgesehen davon, dass Anonymous.Kollektiv über Facebook hier deutlich zu Bewaffnung und Gewalt aufrief, so wird in dem verlinkten Text, noch deutlicher beschrieben, was genau mit dieser Waffe angestellt werden kann:

Ob unter der Ladentheke, im Nachttischschrank oder bei der nächsten Antifa-Demo – das Sicherheitsgefühl steigt mit diesem Produkt messbar.

Laut Artikelbeschreibung erfährt man: „60 Joule Mündungsenergie strecken jeden Asylforderer nieder.“ Und in diesem Kontext tauchte abermals der Name “Mario Roensch” auf.

Es wäre zunächst kaum aufgefallen, wenn nicht die Watchgroup “We Watch Fake Anonymous” noch ein pikantes Detail zu dieser Waffengeschichte geliefert hätte: ein Check der Registrierungsdaten der Seite “Migrantenschreck”, welche auf Anonymous.Kollektiv” beworben wurde, zeigte ein sehr interessantes Ergebnis. Als Inhaber der Domain wurde der Name “Mario Roensch” genannt.

Die Seite selbst wurde erst am 30.04.2016 registriert.

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Bei der Adresse Neugasse 1 in Rorschach handelt es sich im Übrigen eine Strohpuppe: es handelt sich dabei um die Adresse einer Schweizer Poststelle. Die Schritte sind auch deutlich nachvollziehbar, wirklich jeder kann diese Whois-Auskunft in wenigen Schritten durchführen: https://www.whois.net/.

 

Verwirrspiel

Die ersten Adressen, unter denen Migrantenschreck erreichbar war, waren bei dem  Schweizer Webhoster gemeldet. Diese Adressen wurde recht schnell von  Cyon gesperrt, die sich vorsorglich damit schützten, so lautete die Aussage von Cyon auf eine Anfrage:

Wir konnten in dem besagten Fall die Webseite aufgrund einer externen Meldung deaktivieren.

Danach wich Migrantenschreck auf eine andere Adresse aus und war unter der Adresse “www.migrantenschreck.net” erreichbar. Ein Check dieser Inhaberdaten zeigte: auch hier war der Name “Roensch” in den Inhaberdaten hinterlegt. Der Domänenhoster der .net-Adresse ist der Webhoster Cronon, ein Partner der Deutschen Telekom und die .net-Adresse läuft über ein Strato-Rechenzentrum.

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Kurzzeitig war auf dem dazu gehörigen Webspace ebenso wieder der komplette Shop erreichbar, jedoch ist man dann auf einen anderen Webspace gezogen: die Adresse migrantenschreck.net leitete auf eine russische Adresse weiter. Unter migrantenschreck.ru entsteht derzeit zum mittlerweile DRITTEN Mal der Webshop.

Unter der russischen Anmeldung bekommt man keine Angaben zu der Inhaberschaft, hier erscheint lediglich die Angabe “Private Person”.

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Seitdem lagert Migrantenschreck auf einem russischen Server und es ist mehr als deutlich, dass es sich um ein und denselben Content handelt, da sich die Quelltexte der Dateien nicht allein gleichen, sondern sogar vergessen wurde, diese auf die neue URL anzupassen.

Ein Blick in die CSS Datei  „style.css“ der Seite Migrantenschreck.ru offenbart [1]:

/*
Theme Name: Maro
Theme URI: http://migrantenschreck.ch
Version: 2.6.2
Description: shop theme
Author:
Author URI:
*/

Gemeinsam mit dem MDR haben wir auf Migrantenschreck geschaut: was ist Migrantenschreck und wer steckt hinter Migrantenschreck?

Ferner ist es dem MDR gelungen, eine dieser Waffen testen zu lassen.

Migrantenschreck und auch der dazu gehörige Blog “anonymousnews.ru” entstanden auf dem Reichweitenhöhepunkt der Betreiber jener Seiten. Beide Blogs dürften demselben Inhaber gehören, der sich hier ebenfalls wenig Mühe gab, den Quelltext der CSS Dateien auf Anonymousnews.ru anzupassen und übernahm ledglich das Gerüst von Migrantenschreck. Hier liest man in der Style.css [2]:

/*
Theme Name: Maro
Theme URI: http://migrantenschreck.ch
Version: 2.6.2
Description: shop theme
Author:
Author URI:
*/

Ob die Benennung des Themes „Maro“ von MArio ROensch abzuleiten ist, bleibt offen und ist eher Spekulation.

Das war im Mai 2016.


Weiter im fünften Teil: Die Zeit der Leaks und der Schritt zurück

Übersicht

Anonymous.Kollektiv: die ganze Mimikama Geschichte

  • Teil 1: Wie alles begann …
  • Teil 2: Die COMPACT – Rönsch Connection: ein kleiner Exkurs
  • Teil 3: Fake-News & Watchgroups
  • Teil 4: Das Spin-Off Migrantenschreck
  • Teil 5: Die Zeit der Leaks und der Schritt zurück
  • Teil 6: das Ende der Facebookseite, der Einbruch der Reichweite und die Kampagne gegen Mimikama
  • Teil 7: Fronten zwischen Compact und Rönsch
  • Teil 8: Rönsch zieht auf Anonymounews.ru blank
  • Teil 9: Der Fauxpas-GAU
  • Teil 10: Zugangsdaten, Datenbanken und Kundenadressen
  • Teil 11: Das Ende von Migrantenschreck und Rönsch unter Druck
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