An dieser Stelle wird Teil 2 aus der Reihe “Anonymous.Kollektiv: die ganze Mimikama Geschichte” fortgesetzt. Fake-News & Watchgroups.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Im Frühjahr 2016 vermeldete das “Anonymous.Kollektiv” eine einmonatige Sendepause auf Facebook, angeblich sei das Heiko Maas gewesen, welcher nun Zensur auf Facebook ausübe.

Ob diese Pause nun echt wahr oder die Seite lediglich durch die Betreiber “unveröffentlicht” wurde, ist bis heute unbestätigt. Nach jedoch etwas mehr als 30 Tagen begann die Facebookseite Anonymous.Kollektiv jedoch wieder mit ihrer Arbeit.

Gegenstimmen immer lauter und prominenter

Die immer schärferen Veröffentlichungen durch Anonymous.Kollektiv stoßen auf immer heftigere Kritik: dass Kollektiv wird immer öfter Thema in den Medien, der Tenor ist deutlich: die durch Anonymous.Kollektiv verbreiteten Nachrichten sind wenig vertrauenswürdig.

Am 18. März 2016 meldete sich die tagesschau zu Wort:

Wir haben ebenso immer empfohlen, wer Anonymous Inhalte empfangen möchte, soll bitte auf Twitter Anonymous Germany folgen.

Auf dem Zenit

Betrieben mit Falschmeldungen, Parolen und angeblichen Leaks schaukelte sich die Facebookseite zu einem Konstrukt mit über 2 Millionen Facebookfans auf.

Täglich wurden mehrere Artikel veröffentlicht, welche durchaus handwerklich journalistisch verfasst wirkten, jedoch faktisch gesehen nie eine korrekten Angaben machten. Dies begründete sich eher nicht auf einer Unwissenheit der Autoren, sondern viel eher auf eine bewusst tendenziell aufgebaute Berichterstattung.

Eine der waghalsigsten Behauptungen dieser Zeit war die These, dass sich doch tatsächlich einer der Attentäter von Brüssel mit Merkel fotografiert hat. Eine heimliche Connection zwischen Merkel und Terroristen oder einfach mal wieder dümmliche Propaganda?

Nein, natürlich ist auch das hier lediglich ein weiteres Beispiel, wie dort verfahren wird: mit suggestiven Fragestellungen und Inhalten wurden die Leser gelenkt.

„Auf dem Foto mit Merkel mimt er den Flüchtlng. Doch in Wahrheit ist er IS-Terrorist? Noch ist die Identität des jungen Mannes an Merkels Seite nicht 100-prozentig geklärt. Doch die Ähnlichkeit zwischen dem Mann auf dem Merkel-Selfe und dem Fahndungsfoto ist verblüffend.“

natürlich war auch diese Behauptung völliger Unsinn, es handelte sich bei dem Herrn auf dem Bild um Anas Madamouni, nicht etwa um einen der Terroristen von Brüssel.

Watchgruppen, Exkurs: We watch Fake Anonymous

Es waren nicht allein Journalisten und Pressemedien, die Anonymous.Kollektiv auf den Pelz gerückt sind, sondern auch diverse Watchgroups. Eine dieser Gruppen, welche auch sehr gründlich  hierbei arbeitete, ist die Watchgroup “We watch Fake Anonymous” (WWFA).

Mit einem Screenshotarchiv von über 2000 Screenshots, sowie 16 aktiven Personen, die jeden Schritt der Seite dokumentiert und analysiert haben, stellt die Watchgroup “We watch Fake Anonymous” die wohl aktivste Gruppierung dar, welche das treiben rund um Anonymous.Kollektiv beobachtet hat.

Jedes noch so kleine Detail wurde analysiert, seien es die Metatexte veröffentlichter Dateien, Verbindungen potentiell beteiligter Hintergrundleute, sowie aber der Beobachtung der social Media Aktivitäten jener Personen.

Ein mühsames Puzzlespiel, was jedoch ein großes und stimmiges Bild am Ende darstellte. Doch warum macht man das? Was treibt Menschen an, derart akribisch und ohne einen persönlichen Vorteil daraus zu bekommen, so viel Arbeit zu verrichten?

Ein einschneidendes Ereignis, das dem sicherlich Projekt Aufwind gab, waren die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris.

Das Hackerkollektiv Anonymous hatte nach den Anschlägen ja dem sogenannten Islamischen Staat den „Cyberkrieg“ erklärt. Daraufhin hat die Facebook-Seite Anonymous.Kollektiv zahlreiche (wohl gemerkt) echte „Gefällt mir“-Angaben gewonnen und quasi deren Lorbeeren eingeheimst. In vielen Freundesliste bei Facebook waren Leute, die diese Seite aus dem Grund gelikt haben, da sie dachten, die Fake-Anonymous-Seite repräsentiere die Internetaktivisten bzw. „Hacktivisten“ um Anonymous, die gegen den IS vorgehen.

Zudem gab es bei Facebook noch kaum Auftritte, die sich auf regelmäßiger Basis explizit und inhaltlich mit den Beiträgen von der FB-Seite Anonymous.Kollektiv auseinandergesetzt haben.

Diese Art von Auseinandersetzung ist aus mehreren Gründen vonnöten. Zum einen soll die WWFA-Seite Anlaufstelle für solche Leute sein, denen die Beiträge von AK schon länger kritisch aufgefallen sind, aber eben noch keinen „Kanalisator“ für diesen Zweifel gefunden haben. In der Hinsicht ist WWFA vielleicht eine Art Symbol gegen die Hetze und Verdrehungen von AK.

Es geht also auch darum, ein Zeichen zu setzen. Zum anderen soll die WWFA-Seite solchen Leuten zur Verfügung stehen, die sich unsicher sind, wie man die Beiträge von AK inhaltlich (also von ihrer Richtigkeit her) einordnen soll.

“We watch Fake Anonymous” war somit maßgeblich daran beteiligt, Hintergründe von Anonymous.Kollektiv zu ermitteln, diese Informationen zu verbreiten, so dass diese medienwirksam genutzt werden konnten.


Weiter im nächsten Teil: Das Spin-Off „Migrantenschreck“

Übersicht

Anonymous.Kollektiv: die ganze Mimikama Geschichte

  • Teil 1: Wie alles begann …
  • Teil 2: Die COMPACT – Rönsch Connection: ein kleiner Exkurs
  • Teil 3: Fake-News & Watchgroups
  • Teil 4: Das Spin-Off Migrantenschreck
  • Teil 5: Die Zeit der Leaks und der Schritt zurück
  • Teil 6: das Ende der Facebookseite, der Einbruch der Reichweite und die Kampagne gegen Mimikama
  • Teil 7: Fronten zwischen Compact und Rönsch
  • Teil 8: Rönsch zieht auf Anonymounews.ru blank
  • Teil 9: Der Fauxpas-GAU
  • Teil 10: Zugangsdaten, Datenbanken und Kundenadressen
  • Teil 11: Das Ende von Migrantenschreck und Rönsch unter Druck
-Mimikama unterstützen-