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An dieser Stelle wird Teil 1 aus der Reihe “Anonymous.Kollektiv: die ganze Mimikama Geschichte” fortgesetzt.

Die COMPACT – Rönsch Connection: ein kleiner Exkurs

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Immer wieder Compact auf Anonymous.Kollektiv. Und immer wieder Menschen, die den Namen “Rönsch” in den Mund nehmen.

Doch gibt es überhaupt eine Verbindung zwischen diesen, so dass man auf eine eventuelle Partnerschaft schließen könnte?

Die Antwort ist recht einfach: ja, man kennt sich. Und das schon länger. So gibt es verschiedene Videoclips, wie zum Beispiel den einer Montagsmahnwache in Berlin vom 21. Mai 2014, in dem COMPACT Chefredakteur Elsässer und Mario Rönsch im Hintergrund zu sehen sind [4].

Noch deutlicher und näher kommen sich beide Personen eine Woche später auf der Montagsmahnwache in Erfurt, wo sich Elsässer und Rönsch das Mikro reichten.

Ein Multiplikator: Attentate in Paris

Der 13. November war ein bedeutendes Datum – auch in der Entwicklung von Anonymous.Kollektiv.

Am 13. November 2015 gab es in Paris mehrere koordinierte, islamistisch motivierte Attentate. Recht schnell machten Anonymous Aktivisten darauf aufmerksam, dass sie den Terror auf ihre Weise bekämpfen und die Ergebnisse mit #OpISIS verschlagworten, sowie auch IS-Accounts ausfindig machen und unter selbigem Hashtag veröffentlichen [4]:

Make no mistake: #Anonymous is at war with #Daesh. We won’t stop opposing #IslamicState. We’re also better hackers. #OpISIS

Diese Meldungen gingen natürlich europaweit durch das Netz und es gab große Sympathiebekundungen für die Anonymous-Bewegung.

Diese Sympathien nutzte natürlich auch die Seite Anonymous.Kollektiv aus, welche sich zu dieser Zeit als Kämpfer und “Hacker” hinstellte. Das brachte ihr einen Fan- und Sympathieschwung ein, obschon die Seite hier lediglich als Trittbrettfahrer auf der Bühne stand.

Infolge dieser Entwicklung wurden wir von verschiedenen Stellen angeschrieben, dass Anonymous.Kollektiv Unwahrheiten über die #OpISIS verbreite und gar nicht differenziert wisse, worum es geht.

Zu diesem Zeitpunkt wurden wir auch virtuell an Personen herangeführt, die uns nähere Informationen zu diversen Operationen im Netz gaben und darum baten, die einzelnen Begrifflichkeiten verständlich zu beschreiben.

Die folgenden Tage bestanden nun aus vielen Chats über mehrfach gesicherte Verbindungen, die man so im Alltag kaum nutzt. Am Ende kam ein sehr interessantes und ausführliches Interview dabei heraus, welches wir jedoch schlussendlich dann doch nicht veröffentlichen durften.

Übrig blieb die differenzierte Darstellung, was nun die einzelnen Begriffe bedeuten [5]. Wenn auch zu dem Zeitpunkt schweren Herzens.

Anonymous.Kollektiv verbreitet mehr und mehr Unwahrheiten

Trotz aller Aufklärungsversuche postete das Anonymous.Kollektiv immer aggressivere Inhalte, die Darstellungen wurden immer verdrehter und waren teilweise sehr realitätsfremd.

Gleichzeitig ist auf Anonymous.Kollektiv eine neue Generation von Statusmeldungen herangewachsen: diese Statusmeldungen haben schon fast einen redaktionellen Charakter, es wird immer schwieriger, sich mit ihnen zu befassen. Aussagen werden mit Querverweisen unterlegt (die jedoch oftmals eine falsche Verbindung schufen oder nur ein Scheinbeweis darstellten), diverse Thesen werden aufgestellt und die Statusmeldungen bekamen immer öfter den Charakter eines publizierten Artikels.

Immer öfter wurden auch wir zu einzelnen Themen befragt und haben Auskunft erteilt [6] [7] [8], was letztendlich auch nicht unverborgen geblieben ist. Am 18. März berichtete auch die Tagesschau anhand dieser Ergebnisse (was uns am Ende nochmal verfolgen sollte 🙂 )

Erste Patzer?

Aufgrund der ganzen Drohungen, Klagen und nie bewiesenen Mutmaßungen zum Thema “Administrator” der Seite Anonymous.Kollektiv, hat sich auch niemand mehr getraut, in den Medien den Namen “Rönsch” zu diesem Thema zu nutzen. Bis zu diesem besonderen Tag, dem 3. April 2016, als die Seite Anonymous.Kollektiv auf eine Datei verlinkte, in der es ganz “besondere” Metadaten zu sehen gab:

Mario Rönsch konnte man da lesen.

Wir haben daraufhin selber ein wenig hin und her probiert, wann der echte Autorenname in einer PDF-Datei erscheint und was man machen muss, um diesen zu manipulieren [9].

Fazit: Entweder hat der Uploader der Datei für Anonymous.Kollektiv ABSICHTLICH am 27.10.2015 den Namen “Mario Rönsch” als Verfasser in die Datei gesetzt, oder aber ein Office-Nutzerprofil mit dem Namen Mario Rönsch hat schlichtweg nicht daran gedacht, dass dieser Name beim Abspeichern hinterlassen wird. Ob der Name daher tatsächlich der realen Person zugeordnet werden kann, beweist das natürlich nicht. Aber das soll nicht der letzte “Patzer” gewesen sein.


Weiter in Teil 3: Fake-News & Watchgroups

Übersicht

Anonymous.Kollektiv: die ganze Mimikama Geschichte

  • Teil 1: Wie alles begann …
  • Teil 2: Die COMPACT – Rönsch Connection: ein kleiner Exkurs
  • Teil 3: Fake-News & Watchgroups
  • Teil 4: Das Spin-Off Migrantenschreck
  • Teil 5: Die Zeit der Leaks und der Schritt zurück
  • Teil 6: das Ende der Facebookseite, der Einbruch der Reichweite und die Kampagne gegen Mimikama
  • Teil 7: Fronten zwischen Compact und Rönsch
  • Teil 8: Rönsch zieht auf Anonymounews.ru blank
  • Teil 9: Der Fauxpas-GAU
  • Teil 10: Zugangsdaten, Datenbanken und Kundenadressen
  • Teil 11: Das Ende von Migrantenschreck und Rönsch unter Druck
  • Teil 12: Rönsch wird in Budapest festgenommen
  • Teil 13: Überstellung und der Prozess
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