Zugangsdaten, Datenbanken und Kundenadressen: wir wissen es bis heute noch nicht, ob es sich um eine grobe Fahrlässigleit, eine Absicht oder die dümmste Dummheit überhaupt handelt.

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Greifen wir kurz zurück: die Ende Oktober entdeckte Datei mit E-Mail Adressen, Passwörtern, FTP-Zugängen und WordPress Zugängen zu “migrantenschreck.ru” und “anonymousnews.ru”  liegt zum einen den ermittelnden Behörden vor, zum anderen haben verschiedene Personen einen Zugriff auf die Seiten gehabt und die Inhalte gesichert. Damit stand fest: die Daten dieser Datei funktionierten, NIC-Daten konnten verifiziert werden, Accounts konnten ebenso eingesehen werden. Im Zuge dessen wurde uns eine vorgebliche Kundendatenbank der Webseite Migrantenschreck zugespielt, die wir jedoch nur in Teilen verifizieren konnten.

Diese Kundendatenbank ist Anfang Dezember ein erstes Mal von der ZEIT thematisiert worden. In einem Artikel vom 9. Dezember 2016 findet man eine interaktive Karte, welche Kundenstandorte von Migrantenschreck darstellt [1]. Diese Karte ist zum einen erschreckend, zum anderen deckt sie sich jedoch nicht mit der uns vorliegenden Kundendatenbank. Die interaktive Kundenkarte der ZEIT ist hier zu sehen:
http://live0.zeit.de/infografik/2016/carto2.html

Wie bereits angemerkt, liegt auch uns eine Version der Kundendatenbank vor, welche durch uns, aber auch unseren kooperativen Stellen durchsucht wurde. Wir konnten ein paar der Bestellungen verifizieren, jedoch decken sich viele Angaben aus der interaktiven Karte der ZEIT nicht mir der uns vorliegenden Kundendatenbank. Wir gehen daher an dieser Stelle stark davon aus, dass es zumindest zwei verschidene Datenbanken gibt, die unterschiedliche Inhalte vorweisen.

Ebenso zeigt die uns vorliegende Kundendatenbank keine 110.000 € Umsatz auf, sondern lediglich 35.686 € Umsatz. Dennoch zweifeln wir die Angaben aus der ZEIT nicht an, da aufgrund der dort vorliegenden Kundendatenbank ebenso Personen ausfindig gemacht werden konnten, die Migrantenschreck-Produkte erworben haben. Letztendlich müssen wir also zunächst davon ausgehen, dass es verschiedene Versionen einer Kundendatenbank gibt, jedoch zumindest zwei bekannt sind und vor allem unsere Version seit Ende November der Polizei vorliegt.An dieser Stelle sind wir auf die Aussagen der Zeit angewiesen, welche bis dato nicht unserem Informationsverbund beteiligt waren, Das mindert die Darstellung jedoch nicht, sondern macht es umso interessanter.

Das neue Impressum

Mittlerweile ist sich der Betreiber der Webseite Migrantenschreck sicher: er macht das alles legal! Die im Vorfeld und aus dem Anwaltsschreiben bekannte Adresse, sowie der Name Mario Rönsch stehen nun im Impressum der Seite.

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Dieser Schritt ist ein wenig schwer zu sortieren, entspricht aber allen Ergebnissen der Vorarbeit. Ebenso interessant zu beobachten: die Logos diverser berichterstattender Verlage und Sender wurden entfernt. Migrantenschreck versucht sich als legale Waffenhandelsplattform. Die im Vorfeld getätigten Diffamierungen und Querverbindungen zu Anonymous.Kollektiv, sowie Anonymousnews.ru sind augenscheinlich aus dem Blickfeld geräumt worden.

Reaktionen im Dezember

Am 13. Dezember 2016 strahlte das ZDF in einer Ausgabe von Frontal21 die ebenfalls umfassendes Material über Migrantenschreck, Anonymous.Kollektiv und Rönsch aus (siehe hier). Zunächst nicht viel Neues, jedoch zeigt sich auch hier, dass Frontal21 offensichtlich direkten Kontakt zu Mario Rönsch hatte und dieser sich keinerlei Fehltritte bewusst zeigt. Wohlgemerkt: angeblich meint er zumindest den eigenen Waffenhandel legal, jedoch scheint er die vorangegangenen Diffamierungen aus dem eigenen Gedächtnis gestrichen zu haben. Mimikama als Nennung der Betreiber im Impressum, sowie gefälschte Presseaussagen erfüllen am Ende schon einen Straftatbestand.

Ebenso hat der Betreiber von Migrantenschreck auf die Ausstrahlung reagiert und zeigt nun einen speziellen Angebots-Overlay.

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Wie es nun weitergeht?

Wir schreiben den 14. Dezember 2016

Es ist noch lange nicht beendet. Aktuell steht weniger zur Frage, WER hinter Anonymous.Kollektiv, anonymousnews.ru oder migrantenschreck.ru steckt, sondern wie und wann der vermeintliche Hintermann sich verantwortlich zeigt und greifbar ist.

Die Adresse in Ungarn? Wir gehen zunächst davon aus, dass er dort nicht greifbar ist. Ebenso gehen wir davon aus, dass wir ab dem heutigen Tag, an dem wir wieder öffentlich eingreifen, ebenso Ziel diverser Diffamierungskampagnen werden. Wäre nicht neu, aber wir kennen mittlerweile entsprechende Ansprechpersonen.

Übersicht

Anonymous.Kollektiv: die ganze Mimikama Geschichte

  • Teil 1: Wie alles begann …
  • Teil 2: Die COMPACT – Rönsch Connection: ein kleiner Exkurs
  • Teil 3: Fake-News & Watchgroups
  • Teil 4: Das Spin-Off Migrantenschreck
  • Teil 5: Die Zeit der Leaks und der Schritt zurück
  • Teil 6: das Ende der Facebookseite, der Einbruch der Reichweite und die Kampagne gegen Mimikama
  • Teil 7: Fronten zwischen Compact und Rönsch
  • Teil 8: Rönsch zieht auf Anonymounews.ru blank
  • Teil 9: Der Fauxpas-GAU
  • Teil 10: Zugangsdaten, Datenbanken und Kundenadressen
  • Teil 11: Das Ende von Migrantenschreck und Rönsch unter Druck
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