Faktencheck: Angebot "vorwiegend für Kinder von Asylbewerbern"

Faktencheck zum Angebot „vorwiegend für Kinder von Asylbewerbern“

Von | 20. September 2019, 13:24

Die Herbstferien rücken näher und wir erhalten wieder Anfragen zu dem Zeitungsinserat mit dem kostenlosen Angebot, das „sich vorwiegend an Kinder von Asylbewerbern richtet“.

Und wieder sorgt ein ganz bestimmtes Zeitungsinserat für Aufregung. Es geht um das Angebot für Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene, in den Herbstferien ein kostenloses Ausflugsprogramm in Anspruch nehmen zu können:

Anfrage Screenshot by mimikama.at

Anfrage Screenshot by mimikama.at

Angebote für Schülerinnen und Schüler und junge Erwachsene
In den Herbstferien bieten wir ein kostenloses Ausflugsprogramm, vorwiegend für Kinder von Asylbewerbern an. Es können aber auch, wenn noch Plätze frei sind, deutsche Kinder daran teilnehmen.“

Kommentiert wird dieser Zeitungsausschnitt mit den Worten:

Für deutsche Kinder nur Restplätze.
Das ist Rassismus gegen das eigene Volk und die dafür verantwortlichen gehören in den Knast.
BITTE TEILEN

Der Faktencheck

Wer sich das Datum dieses Angebots näher ansieht, merkt, dass dieses bereits aus dem Jahre 2015 stammt. Wir haben bei der AWO, die dieses Angebot veröffentlichte, nachgefragt:

Stellungnahme der AWO Schleswig-Holstein zum Ferienprogramm für Kinder

Im sozialen Netzwerk Facebook ist ein Foto von Veranstaltungshinweisen für Schülerinnen und Schüler und junge Erwachsene veröffentlicht worden.

Die aufgeführten Angebote des AWO Ortsvereins sind Teil eines speziellen Sprachförderungsprojektes für Flüchtlingskinder.

Diese Ausflüge werden zusätzlich zu dem üblichen kostenlosen Herbstferienprogramm für die Kinder aus der Region angeboten. Ziel des Projektes „spielend und entdeckend Deutsch lernen“ sind der Spracherwerb sowie das Kennenlernen der Umgebung.

Da mehr Plätze für die Ausflüge zur Verfügung stehen, als für das Projekt benötigt werden, wurde entschieden, die Veranstaltungen im Sinne der Integration zu öffnen und so auch den Austausch der Kinder verschiedener Kulturen zu fördern.

„Wir bedauern, dass die Beschreibung der Veranstaltung aufgrund unglücklicher Formulierung falsch aufgefasst wurde“, betonte Michael Selck, der Geschäftsführer des Arbeiterwohlfahrt Landesverbandes Schleswig-Holstein e. V. „Unsere ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen dort, wo Unterstützung benötigt wird – unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder Nationalität.“

Screenshot mimikama.at

Screenshot mimikama.at

Fazit

Dieses Angebot der AWO von 2015 richtete sich zusätzlich neben den üblichen Angeboten für alle Kinder  an  Kinder von Flüchtlingen. Es wurde also keinem deutschen Kind der Ausflugsplatz weggenommen!

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