Produktempfehlung: Kaspersky lab

Die folgende Mail beinhaltet einen Ablauf, welcher technisch gesehen eher seltener verwendet wird, der jedoch die Warnsysteme von Browsern oder Schutzsoftware umgeht: die betrügerischen Formulare liegen nicht auf einer gefälschten oder gekaperten Webseite, sondern sind in die Mail als .html Anhang angefügt.


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Ansonsten unterscheidet diese Mail kaum etwas von ihren vielen betrügerischen Pendants: sie gibt vor, von Amazon zu stammen und  fordert den Empfänger auf, aufgrund irgendwelcher fadenscheinigen Gründe Daten in Formularfelder zu füllen. In diesem Fall werden “gesetzliche Bestimmungen” als Grund genannt.

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Der Inhalt dieser Mail im barrierefreien Klartext:

Sehr geehrter Amazon Kunde,

Sicherheit hat für Amazon höchste Priorität. Wir sorgen für ein sicheres Zahlungssystem, schützen Karteninhaber, Händler, unsere Mitglieder sowie Unternehmen und tragen zum Wachstum bei.

Bitte beachten Sie folgende Hinweise:
Aufgrund neuester gesetzlicher Bestimmungen, sind wir verpflichtet Ihre Daten, nach den aktuellen Sicherheitsstandards abzusichern.
Um unsere Kunden zu schützen und diesen aktuellen gesetzlichen Bestimmungen zu folgen, ist eine erneute Eingabe Ihrer Daten notwendig, um diese in dem neuen Amazon-Sicherheitssystem verschlüsselt zu speichern.
Bitte führen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit, den Datenabgleich baldmöglichst aus.
Führen Sie bitte folgende Schritte aus:

  1. Füllen Sie das Datenabgleichsformular aus, welches Sie im Anhang dieser Email finden.
  2. Bitte füllen Sie alle Felder korrekt aus und klicken Sie dann auf „Weiter“.
  3. Sie werden aufgefordert sich bei Amazon.de anzumelden, um diesen Vorgang abzuschließen.

Relevant für den Betrugsablauf sind die zuletzt aufgeführten drei Punkte. Öffnet man, wie dargeboten, den Anhang, dann erscheint eine Seite, welche übervoll mit Formularfeldern gepackt wurde. Und an dieser Stelle zeigt sich der Nachteil darfür Betrüger darin, wenn man diese Art des Betrugsablaufes wählt: man kann nicht einfach von Seite zu Seite klicken und Schritt für Schritt die Formulare darstellen.

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Es gibt nur diese Eine Datei, nur diesen einen Versuch. Und darin sind nun mal alle üblichen Abfragefelder vorhanden, was ein unübersichtliches Bild abgibt.

Um den Ablauf bis zu seinem Ende zu beschreiben: die Daten, welche in diesem Formular eingegeben werden, werden an die Adresse “amaz.datenschutz-verifikation.com” gesendet. Das ist nicht Amazon! Gleichzeitig wir der Besucher auf den echten Amazon-Login geleitet, so der Abschluss dieses Betrugsablaufes völlig unscheinbar und sicher anmutet.

Allgemeine Phishingwarnung:

  • Phishing E-Mails versuchen grundsätzlich so auszusehen, als stammen sie von dem entsprechenden Unternehmen. Mit diesen versuchen Betrüger, an persönliche Daten zu kommen, vorzugsweise Bank- Kreditkarten oder sonstige Zahldaten.
  • Eine Schutzsoftware ist hilfreich! Bei aktualisierten Datenbanken und entsprechender Heuristik werden schädliche Seiten oftmals blockiert. Wir nutzen hierfür eine Kaspersky Schutzsoftware.
  • Die eigentliche “Kunst” dieser Mails ist die Geschichte, mit welcher der Empfänger dazu verleitet werden soll, der E-Mail zu trauen und den eingefügten Link zu öffnen. Hier spielen Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung, sowie Plausibilität und auch Individualität eine sehr große Rolle. Speziell in der jüngeren Vergangenheit gab es zunehmend Mails, welche mit Individualität glänzten: die konnten den Empfänger mit korrektem Namen ansprechen und gaben auch tatsächliche Adress- und Personendaten an.
  • Man kann jedoch generell beachten: Banken, Zahl- und Kaufportale fordern niemals mit Hilfe eines eingebauten Links zum Einloggen in das Konto auf! Zudem ist eine generische Anrede zwar immer ein Indiz für Phishing, eine vorhandene korrekte Anrede jedoch nicht der Beweis für die Echtheit einer Mail.
  • Niemals über einen Link einloggen, der per Mail gesendet wird, sondern immer die betreffende Seite per Hand in die Adresszeile des Browsers eintippen und dort einloggen. Sollten tatsächlich Ankündigungen des entsprechenden Dienstes vorhanden sein, werden diese dort angezeigt.Zusätzlich ist es nach Möglichkeit ebenso zu unterlassen, über öffentliche/fremde WLAN-Netze Bankgeschäfte zu tätigen, da man nie genau weiß, ob (und im Ernstfall von wem) diese Netze protokolliert werden.
  • Niemals reale Daten in die Formularfelder eintragen! Unter Umständen können die Daten sogar bereits während des Tippens an die Betrügerdatenbank weitergeleitet werden, ohne dass man mit “weiter” bestätigt.