Wiedersehen macht Freude! Doch in diesem Fall nicht.

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Und wieder wird die “unglaubliche” Geschichte eines Toreros auf Facebook geteilt.

Es geht um den Torero Alvaro Munera, der während eines Kampfes gegen einen Stier, zusammengebrach und erkannt haben soll, dass er sich gegen den Stierkampf wenden möchte.

Nur leider sind die schönen Worte, die man unter diesem herzzerreißenden Bild sehen kann, so nicht richtig.

Es geht um folgenden (sehr alten) Beitrag, der immer wieder aufs Neue geteilt wird:

stier

Bild im Klartext:

“Dieses unglaubliche Foto kennzeichnet das Ende der Torero-Karriere von Alvaro Munera. Er brach mitten im Kampf zusammen, als er realisierte, dass er dieses im …

Wir hatten es mit diesem Statusbeitrag bereits im Juni 2015 sowie im November 2017 zu tun.

Der ganze Text liest sich wie folgt:

“Dieses unglaubliche Foto kennzeichnet das Ende der Torero-Karriere von Alvaro Munera. Er brach mitten im Kampf zusammen, als er realisierte, dass er dieses im Gegensatz freundliche Biest zum Ende zu bekämpfen hatte. Er wurde ein bekennender Stierkampfgegner.

Alvaro Munera zitiert den Augenblick mit den Worten: “Und letztlich schaute ich den Stier an. Er hatte die Unschuld, die alle Tiere haben, in seinen Augen. Und er hatte dieses Flehende in seinem Blick. Es war wie ein Aufschrei nach Gerechtigkeit, tief in mir. Ich beschreibe es wie bei einem Betenden – weil so der eine bekennt, ist es die Hoffnung, dass der andere vergibt. Ich fühlte mich wie der miesteste Haufen Scheisse auf Erden.”

Stimmt es also?

Leider ist diese Geschichte ein FAKE.

Wir sprechen uns absolut gegen Stierkämpfe aus. Deshalb ist es doppelt traurig, dass das obige Szenario so nicht passiert ist.

Die Hintergründe

Denn diese Worte wurden dem Torero einfach in den Mund gelegt. Gesagt hat dies nämlich 1995 ein spanischer Dramatiker namens Antonio Gala Velasco in der spanischen Zeitung El Pais.

Und noch dazu ist auch nicht Álvaro Múnera Builes auf dem Bild zu sehen, sondern Francisco Javier Sánchez Vara.

Zur Erklärung:

Múnera ist tatsächlich ein Tierrechtsaktivist. Er hat früher (1984!) unter dem Namen “El Pilcario” in Kolumbien und Spanien “gekämpft”. In Wirklichkeit war er nämlich ein “Novillero” – also ein Anfänger im Stierkampf und wurde von einem Stier durch die Manege gejagt.

Dabei brach er sich den fünften Halswirbel und war dadurch querschnittsgelähmt. Seine Familie überzeugte ihn, dass Stierkampf keine gute Idee ist und war und er hörte damit auf.

So viel zu Múnera, der angeblich auf dem Bild zu sehen ist.

Also wenden wir uns dem zu, was wir hier wirklich sehen, nämlich Francisco Javier Sánchez Vara und das Ende eines Stierkampfs.

Das Hinsetzen gehört zur Tradition des Stierkampfs und zeigt quasi ein improvisiertes Schauspiel, das so viel sagt wie: “Würdest du jetzt bitte endlich sterben? Ich bin erschöpft!”.

Was natürlich der Botschaft des Statusbeitrages absolut nicht entspricht, sondern in diesem Zusammenhang besonders geschmack- und herzlos ist.

Leider – bei diesem Statusbeitrag handelt es sich um eine Unwahrheit.

Originaltext 2015/2017 und Recherche: Ralf N. – mimikama.at

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