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2014 ist scheinbar das Jahr der Challenges. Eigentlich sind diese Dinger in ihren Ursprüngen ja oftmals harmlos und auch positiven Sinnes. Doch durch Eigendynamiken und Gegner hat bisher jede dieser Challenges einen bitteren Beigeschmack bekommen.

Biernominierung und Firechallenge stießen recht schnell an ihre ethischen Grenzen, die Cold Water Challenge hinterließ sogar Todesopfer. Und nun finden Kritiker an der, doch sehr harmlos anmutenden, ALS Ice Bucket Challenge zunehmend Kritikpunkte. Berechtigt?

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(Screenshot: YouTube )

Der ursprüngliche Gedanke

Hinter dieser Challenge steckt natürlich eine feste Idee, ja im Grunde eine Art Regelwerk.

Die Herausforderung darin besteht, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu gießen und danach drei oder mehrere Personen zu nominieren, die dann 24 Stunden Zeit haben, es einem gleichzutun und 10 US-Dollar beziehungsweise 10 Euro an die ALS Association spenden. Will man sich keinen Eimer Wasser über den Kopf gießen, soll man 100 US-Dollar, beziehungsweise 100 Euro, an die ALS Association spenden.

(Zitat: Wikipedia )

Es handelt sich also um eine Spendenaktion, welche auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen soll. Das Eiswasser hat auch seinen Sinn, da ALS eine Nervenkrankheit ist, die nicht nur Muskelschwund, sondern auch unkontrolliertes Muskelzucken auslöst, und der Moment, in dem man mit Eiswasser übergossen wird, stellt für nicht-erkrankte Menschen die Symptome nach.

Nach eigenen Angaben handelt es sich bei der aktuellen Spendensumme um mittlerweile 88,5 Mio  (siehe ALSA Homepage )

So weit – so ehrenwert!

Die Ausführungen

Durch die vielen Prominenten Teilnehmer und deren teilweise netten Ideen in der Ausführung, hat die Ice Bucket Challenge eine weltweite Berühmtheit erlangt. YouTube zählt mittlerweile um 1.800.000 Videos mit der Beschreibung Ice Bucket Challenge.

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(Screenshot: YouTube-Suche )

Die Zahl der auf Facebook geladenen Videos lässt sich nach eigenen Angaben um 2,4 Mio Videos beziffern. Wer seinen Newsstream duchscrollt, wird garantiert ein Video mit der Thematik sehen.

Die Kritiker

So wie bei jeder großen Aktion, gibt es auch hier nun Kritiken. Sehr früh wurde schon angemerkt, dass viele der Teilnehmer unlängst vergessen haben, warum sie sich einen Eimer mit Eiswasser über den Kopf kübeln. Kritiker bemängeln, dass die Aussage und Intention gar nicht mehr weitergegeben wird, sondern ein reines Fun-Event einer Spaßgesellschaft entstanden ist.

Marcus Werner schreibt in seiner Kolumne in der Wirtschaftswoche:

Am Anfang ging es bei der Ice Bucket Challenge um Spenden und Spaß – jetzt geht es nur noch ums Dazugehören und Abhaken. Es reicht!

Ferner:

Und das ist mittlerweile laaaangweeeilig! Denn bei Facebook erscheinen ja nicht nur Freunde mit ihrem Video, sondern es erscheinen auch Wildfremde, die von irgendwelchen Freunden von Freunden geliked wurden.

Neben dem Aspekt, dass mittlerweile eine Menge an Menschen darauf drängen, mitmachen zu wollen, drängen nun auch moralische Vorwürfe gegen die Ice Bucket Challenge. Fast schon ironisch, oder?

Der Einwand, mit Wasser unvorsichtig umzugehen, da dieses Element an anderen Stellen der Welt dringend benötigt wird, tauchte bereits vor mehreren Tagen auf. Hier wurde mit Hilfe eines Bildes verdeutlicht, dass die (westliche) Gesellschaft den Wert des Wasser als dringendes Lebensmittel gar nicht mehr schätze und spöttisch mit einem Lebensmittel umgehe, welches zum Beispiel in Trockenregionen zum Überleben von Menschen dringend notwendig ist.

Neue Kritik gibt es nun auf einmal von Seiten einer Ärzteorganisation.

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(Screenshot: Facebook )

Bei diesem Einwand handelt es sich nicht um einen Fake, es ist tatsächlich eine Art Gegenkampagne des eingetragenen Vereins Ärzte gegen Tierversuche, in dem folgendermaßen argumentiert wird:

„Die ALS-Gesellschaft macht keinen Hehl daraus, bei ihren Forschungen auf „Tiermodelle“ zu setzen, wie es im lebensverachtenden Jargon der Tierexperimentatoren heißt“

Sowie

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche fordert alle Eiswassernominierten auf, nicht an die ALS Association zu spenden, um sich nicht mitschuldig zu machen an deren leidvollen und unsinnigen Tierversuchen. Gleichzeitig fordert sie den ALS-Verband auf, die Forschung an Tieren umgehend einzustellen und die Spendengelder für tierversuchsfreie Tests mit menschlichen Zellen, Computersimulationen und Biochips einzusetzen.

Die Stimmen auf diese Forderung sind nun gespalten, der eigene Standpunkt zu dem Aufruf sollte am besten jedem selbst überlassen bleiben.

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Diese beiden, direkt aufeinander folgenden, Kommentare zu genau dem Kritikpunkt der Ärzteorganisation zeigen im Grunde deutlich die Standpunkte. Daher vertiefen wir an dieser Stelle das Thema nicht weiter.

Wie verhält man sich nun am Besten?

Aufgrund des Hin-und-Hers an Meinungen fragen sich nun viele nach der korrekten Verhaltensweise, wenn man nominiert wird. Man kann hier nur die alte Redewendung ans Herz legen:

Leben und leben lassen

Das gilt für alle Seiten. Da die Menschheit nun mal pluralistisch ist und man auch in diesem Fall nicht “Gut oder Böse” klar titulieren kann, sollte einer jeden Person eine Teilnahme gewährt sein – so wie jedoch auch die nicht-Teilnahme! Auch hier muss ganz klar betont werden, dass niemand gezwungen werden kann, teilzunehmen, bzw. Spenden zu verrichten.

Eine, in ihrem ursprünglichen Sinne wohltätige, Aktion darf auch nicht zu einem sozialen Zwang mutieren.

Autor: Andre, mimikama.at

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