Sprachassistenten - Darauf kommt es an

Sprachassistenten: Sind Alexa, Siri, Cortana und Google Assistant sicher?

Von | 11. Dezember 2019, 12:07

Wie so oft kann diese Frage bezüglich Sprachassistenten nur mit einer Floskel beantwortet werden, nämlich „Das kommt darauf an“.

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Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erklärt, kommt es darauf an, wie Sie den Sprachassistenten einrichten, wie Sie ihn bedienen, wo Sie ihn nutzen und ob Sie von Datenschutz oder Datensicherheit sprechen.

Vorab muss jedoch klar sein, dass mit jedem neuen vernetzten Gegenstand die Angriffsfläche für Kriminelle vergrößert wird.

So verbessern Sie die Sicherheit Ihrer Geräte

Alles auf Anfang: Schon vor dem Kauf können sich Verbraucher informieren und herausfinden, ob Sicherheitslücken für das gewünschte Gerät bekannt sind und behoben wurden. Bei der Inbetriebnahme gibt es dann Möglichkeiten, die Sicherheit Ihres Systems zu erhöhen. Denn egal ob smarter Lautsprecher oder Handy, sie können direkt zu Beginn die Einstellungen nach Ihren Wünschen anpassen und so die Kommunikation des Geräts mit dem Hersteller bereits etwas verringern. Lautsprecher oder andere smarte Helfer kann man zusätzlich in einem WLAN ‚einsperren‘.

Hierzu richtet man am heimischen Router ein eigenes WLAN-Netzwerk neu ein, mit dem sich dann nur Sprachassistenten, intelligente Heizungssteuerungen, Lampen, oder Staubsaugerroboter verbinden. Auf diese Weise sind Computer, Laptops sowie andere Geräte mit sensiblen Daten von Ihrem Smart Home getrennt und damit weniger gefährdet.

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Assistenten auf mobilen Geräten sollten grundsätzlich z. B. mit einer PIN oder einem Fingerabdruck gesichert werden. Bei Heimgeräten wie Lautsprechern können häufig kritische Befehle für Einkäufe oder nicht-jugendfreie Inhalte gesperrt werden. So können Kinder, Gäste oder Fremde – ob beabsichtigt oder nicht – keine unliebsamen Aufträge eingeben.

Wenn Sie einen digitalen Assistenten zudem an einem Fenster platzieren, erleichtern Sie es Kriminellen erheblich, beispielsweise Ihr smartes Türschloss zu öffnen. Die Vernetzung der smarten Helfer mit den anderen intelligenten Geräten des Haushalts macht die Sprachassistenten zu einem Knotenpunkt Ihrer IT-Sicherheit zuhause. In unserem weiterführenden Beitrag finden Sie außerdem eine Checkliste, mit deren Hilfe die Verwendung von digitalen Assistenzsystemen ganz einfach deutlich sicherer gestaltet werden kann.

Was passiert mit meinen Spracheingaben? Wie erreiche ich mehr Datenschutz?

Über die detaillierte Verwendung der gewonnenen Daten und über die Standorte der Firmenspeicher geben die Anbieter kaum Informationen heraus. Zudem berichten Medien immer wieder von Kundendaten, die unrechtmäßig genutzt oder für andere Zwecke missbraucht wurden. Daher müssen Sie derzeit bei der Nutzung von Sprachassistenten vom schlechtesten Fall ausgehen und das Gerät so verwenden als würden Sie annehmen, dass der Anbieter auf die gesprochenen Informationen zugreift – oder sie deaktivieren die Funktion z. B. auf Ihrem Smartphone oder Smart-TV.

Spracherkennungssysteme nehmen über ein integriertes Mikrofon Ihre mündliche Eingabe wahr und leiten diese schnellstmöglich über das Internet an cloudbasierte Rechenzentren. Dort wird Ihr Wunsch oder Ihr Befehl erkannt, verstanden, umgesetzt und die entsprechende Reaktion auf den Weg zurück an Ihren Assistenten gesendet. Das Gerät in Ihrem Wohnzimmer gibt dann die Antwort lediglich noch aus oder startet zum Beispiel das gewünschte Lied.

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Zuverlässige Erkenntnisse über verschlüsselte Kommunikation, sichere Server oder verantwortungsbewussten Umgang mit Nutzerinformationen gibt es bei den meisten Anbietern nicht. Während die großen Unternehmen weiterhin auf diese Art der Informationsverarbeitung setzen, drängen aber neue Lösungen auf den Markt, bei denen alle anfallenden Daten lokal nur auf einem Gerät verarbeitet und umgesetzt werden.

Neben den bereits genannten Einstellungen können Sie das Gerät aber ganz einfach immer nach Gebrauch ausschalten. So gehen Sie sicher, dass intime Gespräche nicht auf Servern in aller Welt verarbeitet und nur konkrete Befehle aufgezeichnet werden.

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Quelle: Bundesamt für Sicherheit in die Informationstechnik
Artikelbild: metamorworks / Shutterstock
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