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„Stimmt das, dass der Alaska-Seelachs die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen kann.“

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Vorab: Nein! Der Lachs und sein Ersatz sind harmlos, der hinzugefügte Farbstoff ist der „Quell allen Übels“.

Im Detail:

Das Netz, insbesondere die sozialen Netzwerke vergessen nichts, gar nichts. Wie zum Beispiel das vorliegende Bild, aus dem allgemeinen Kontext herausgerissen, wird es hier von der Seite Teilen kann Heilen direkt zum Spendensammeln benutzt – auch eine Variante.

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Vergleichen wir mal spaßeshalber die Artikel von damals (Mai 2016) und heute (Oktober 2017).

Damals ging es zum einen um die Gefahr, dass zwei Inhaltsstoffe in engem Bezug zu ADHS bei Kindern gesehen werden und deshalb auf der Verpackung davor gewarnt werden muss, respektive der betreffende Farbstoff durch andere ersetzt werden sollte.

Zum anderen um die Bezeichnung „aus Lachsersatz“, viele verrannten sich damals in die Theorie, damit sei hinreichend bewiesen, dass im Inhalt alles Mögliche zu finden sei, nur kein Fisch.

Das zweite zuerst, „aus Lachsersatz“ ist lediglich der Hinweis darauf, dass es sich bei dem enthaltenen Fisch eben nicht um den echten Lachs „Salmo Salar“ handelt, sondern dieser wurde durch Alaska-Seelachs ersetzt, zumeist Köhler oder Pollack. Natürlich wäre es einfacher dies auch genau so in die Inhaltsstoffliste zu übernehmen, aber vielleicht trauen sich die Hersteller da nicht wirklich ran. Lachs hat halt immer noch den Ruf ein besonders edler Fisch zu sein, wer kennt denn bitteschön Köhler oder Pollack, das erste war ein Präsident und das zweite ein Schimpfwort, aber Fisch niemals, ich bitte Sie!

Eben… und deshalb schreiben sie „aus Lachsersatz“ drauf, kann zwar auch keiner was mit anfangen, aber so kann man getrost beide Arten in einen Topf werfen und muss nicht genau hinschauen.

Die ADHS hervorrufenden Farbstoffe, stimmt, die gibt es. Cochenillerot A ist in Norwegen, Finnland und den USA verboten, weil es im Verdacht steht krebserregend zu sein, ebenso wird eben ein Zusammenhang mit ADHS vermutet, aber auch Neurodermitis und Asthma bronchiale stehen mit auf der Verdachtsliste. Ähnliches gilt für Gelborange S – auch dies ein Azofarbstoff wie Cochenillerot A. Lebensmittel, die einen Azofarbstoff enthalten, müssen seit 2010 mit dem Zusatz „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ versehen werden.

Also stimmt es?

Ja und nein, denn es stimmte in der Vergangenheit, neuerdings ist der Brotaufstrich, so belegen es aktuellere Aufnahmen, mit anderen Farbstoffen gefärbt, Carotin, Paprikaextrakt, Riboflavine und echtem Karmin.

Alle gelten nach den heutigen Lebensmittelstandards in den zugelassenen Tagesdosen als unbedenklich. Sowohl der Beitrag von diesem, als auch der vom letzten Jahr beziehen sich auf eine Diskussion von 2015 und sind entsprechend veraltet. Gingen die Verfasser letztes Jahr wenigstens noch ansatzweise auf das Thema ein, wird dieses Jahr nur das Bild gepostet, etwas von Vergiftung drunter geschrieben und dann um eine Spende an den Verfasser gebeten. Aufklärung? Nein, nur Panikmache und „her mit der Kohle“. Und das von einer dubiosen Seite ohne Impressum.

Deshalb von unserer Seite aus noch einmal der Hinweis, die Warnung steht nicht umsonst in der Inhaltsliste, ein Großteil der Hersteller verwendet mittlerweile andere Farbstoffe, Lachsersatz ist dennoch Fisch und es ein Blick auf die Inhaltsliste lohnt sich schon vor dem Kauf.

Anmerkung des Autors:

Der Name „Teilen kann heilen“ mag Vertrauen erwecken, in Verbindung mit nicht ausreichenden Informationen und einer direkten Spendenaufforderung, sollte jeder Leser aber sofort hellhörig werden. Panikmache und „Knete für Fete“ scheint da eher das Ziel zu sein, aber das ist nur meine eigene unmaßgebliche Meinung. Wobei die Bitte um Spenden nicht verwerfliches hat, sofern eben etwas dafür geboten wird. In diesem Fall wäre die Aufklärung über den Sachverhalt schon mal ein Anfang, aber für mich entsteht der Anschein, der Betreiber sucht sich Bildchen, haut einen reißerischen Kommentar darunter und klatscht die Spendenaufforderung dazu, eine Herangehensweise, die zumindest hinterfragt werden darf.