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Ein sehr trauriges Thema, doch leider auch sehr aktuell. Erneut erhielten wir Anfragen zu den furchtbaren Orang-Utan-Bordellen.

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Die Anfrage enthielt einen Link zu einem erst kürzlich erschienenen Artikel.

Mit dem Titel “Wer braucht Nutten, wenn es Affen gibt” trifft der Autor emotional und schmerzvoll mitten ins Herz.

Mit den Worten “Gerade bei Facebook gesehen, schlechter Scherz oder traurige Wahrheit?” wenden sich Nutzer an uns, um vielleicht doch noch unsere Worte “Alles nur ein Fake” zu hören.

Leider ist dem nicht so.

Traurige Wahrheit

Bei dem Affen-Bordell handelt es sich um die Realität.

Gibt man als erste Maßnahme den Suchbegriff bei Google ein, erkennt man leider sehr schnell, dass es sich um keinen Fake handeln kann.

Fakt ist, dass bereits einige Medieninhalte zu dem Thema existieren.

Ein paar Quellenangaben des Autors wären aber nicht ganz verkehrt gewesen, um zu belegen, dass es sich um reale Zustände handelt.

Erschreckende Realität

Bereits im April 2002 beschrieb der Focus unter dem Titel “Affenschande”, wie Orang-Utan-Babys gefangen werden, um sie für diesen Zweck “großzuziehen”:

Dem Primatenweibchen spaltete er mit einer Machete den Schädel, das Baby verkaufte er. Davon lebt der Wilderer: Er schlachtet Orang-Utan-Mütter, raubt deren Junge, damit sie in den Städten Asiens Menschen erheitern. Als Kindsersatz, Liebhaber, Schoßhündchen, Sexsklaven oder Zirkusclowns.

Im Bordell „Sweet woman forever“, einem lichtlosen Bretterverschlag, dösen zwölf Prostituierte im Alter von 14 bis 40 und Poonie. Das dreijährige Orang-Utan-Mädchen trägt eine Eisenkette mit Vorhängeschloss ums linke Fußgelenk. Es ist glatt rasiert, auch die Geschlechtsteile, am Kopf hat man ihm einen Irokesenschnitt frisiert.

Sechs Jahre später im August 2008 berichteten sowohl der SPIEGEL, als auch die Welt über eine Dokumentation des ZDF. In dieser Doku setzt sich Schauspieler Hannes Jaenicke für die vom Aussterben bedrohten Orang-Utans ein.


Der SPIEGEL veröffentlichte unter dem Titel “Der Mensch ist dem Affen ein Wolf” folgende Textpassage:

[…] und er dokumentiert die Geschichte eines Orang-Utan-Weibchens, das, so unglaublich und pervers das klingen mag, aus einem Bordell befreit wurde, wo es jahrelang kahlrasiert und auf einem Bett angekettet Männern zu Diensten sein musste.

Unter dem Titel “Hannes Jaenicke und die versklavten Orang-Utans” erschien bei der Welt folgendes:

Sie werden als Gogo-Girls eingesetzt, als Sexsklaven gehalten und auf Märkten gehandelt: Orang-Utans in Südostasien. […] Aus einem Bordell wird ein Orang-Utan-Weibchen befreit und gerettet. Kahl geschoren war es fünf Jahre lang zur sexuellen Befriedigung in einem finsteren Raum an ein Bett gefesselt worden.

Leider kann man die Dokumentation in keiner offiziellen Mediathek finden.

Jedoch hat die Produktionsfirma “Tangofilm” eine Presseinformation bezüglich der Dokumentation online.

Ergebnis:

Dass Affen (bzw. Orang-Utans) als Prostituierte in Bordelles gehalten werden, ist richtig.

Inwiefern sich der Autor an die bestehenden Artikel gehalten hat oder eine eigene Informationsquelle besitzt, wird aufgrund der fehlenden Quellennennung nicht deutlich.

Leider handelt es sich bei dieser Geschichte um keinen Fake.