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Die Stadtverantwortlichen in Niederkassel bei Bonn haben die Büchse der Pandora geöffnet und einer Familie die Wohnung gekündigt.

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So weit, so unspektakulär. Jedoch beruht diese Kündigung vom 20. Mai 2015 auf der Ankündigung des Eigenbedarfs, welcher nach Angaben der der benötigte Platz zur Unterbringung von Asylbewerbern ist.

Dieser Fall war bereits Anfang Juni mehrfach in der Presse erwähnt, seit dem 23. Juni 2015 gewinnt er jedoch eine ungewöhnlich große Aufmerksamkeit:

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Die Berichterstattung des WDR zu dieser Kündigung wurde auf Facebook hochgeladen und verteilt sich nun seit 2 Tagen viele tausend Male auf Facebook. Der Untertitel zu dem Video:

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Das ist der Hammer und ich musste es mir 2x ansehen, damit ich es glaube. Das schafft Akzeptanz für Flüchtlinge in der Bevölkerung, da bin ich mir sicher *Ironie. Und: Der WDR ist nicht die Junge Freiheit oder RT oder ein rechtsradikales Publikationsorgan.

Bei dem Inhalt des Videos, so wie auch der Aussage, dass es vom WDR stammt, gibt es keine Zweifel. Der WDR ist primär eine vertrauenswürdige Quelle und somit auch nicht anzuzweifeln. Da das Video jedoch nur maximal 7 Tage durch den Sender zugänglich sein darf, ist es mittlerweile in der Mediathek des WDR nicht mehr abrufbar und somit für uns an dieser Stelle nicht möglich, es in vollem Umfang hier einzubetten. Es handelt sich daher bei Facebook um einen Re-Upload eines Videos aus der Lokalzeit NRW (Bonn) vom 09. Juni 2015. Dieses Video ist nur ein Teil aus der Berichterstattung, welche auf dem WDR dazu stattgefunden hat. Somit können wir bestätigen, dass das Video kein Fake ist.

Inhalt

Wie bereits erwähnt, handelt es sich um einen Re-Upload. In dem Video wird beschrieben, dass eine Familie aus Niederkassel eine Wohnungskündigung von der Stadt Niederkassel bekam. Es handelt sich dabei um eine achtköpfige Familie, welche seit 3 Jahren in einem Gebäude der Stadt wohnt, welches vor 15 Jahren als Übergangsheim für Flüchtlinge gebaut und genehmigt wurde.

Als aber die Anzahl der der Flüchtlinge in der Stadt zurückging, wurde das Haus zur Vermietung an Großfamilien mit Wohnberechtigungsschein freigegeben. Aufgrund jedoch steigender Zahlen an Flüchtlingen sieht sich die Stadt in dem Zwang, die Wohnung wieder als Übergangsheim zu nutzen und schrieb form- und fristgerecht eine Kündigung wegen Eigenbedarfs an die Familie.

Weiter wird in dem Video die Auseinandersetzung zwischen Familie und Stadtverantwortlichen beschrieben, in deren Verlauf verschiedene mündliche Aussagen gegenseitig zum Vorwurf gemacht werden. Leider fehlt in diesem Video ein Teil der gesamten Berichterstattung.

Recht oder Unrecht?

Bei der Kündigung handelte es sich um eine form- und fristgerechte Kündigung, mit dem Ziel, die Anlage wieder als Übergangsheim zu nutzen, für das sie auch konzipiert war.  Ob die Kündigung an sich ein kluger Schritt war oder einfach eine “schnelle Lösung”, lässt sich hier ohne Sach- und Ortskenntnisse unsererseits schwer sagen. Es wird sich zeigen, ob die Kündigung am Ende durchsetzbar ist. Die Familie wird den juristischen Weg bestreiten, um in dem Haus bleiben zu können, die Stadt ihrerseits hat versprochen, mit der Familie eine Lösung zu finden.

Was sich jedoch jetzt schon zeigt: die Kündigung schlägt hohe Wellen! Und das durch den Re-Upload auf Facebook umso mehr.