Moral von der Geschicht‘: Vertraue nicht. Teure Abzocke via Facebook-Messenger

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Zweimal 59,90 Euro für „Handydownloads“ auf der Mobilfunkrechnung: damit sollte Herr Kasper aus Dresden für eine perfide Masche via Facebook-Messenger blechen.

Alles ging los mit der Nachricht einer Bekannten über den Facebook-Messenger, die darin um Übermittlung seiner Handynummer bat. Auf seine verwunderte Rückfrage erhielt Herr Kasper keine Antwort, stattdessen kam von der Bekannten wenig später die Aufforderung, zwei SMS, die parallel kamen, an sie weiterzuleiten.

Herr Kasper zögerte jedoch wegen erheblicher Zweifel an der Seriosität der ganzen Sache.

Es folgte dann ein Anruf über die Video-Call-Funktion des Facebook-Messengers, den Herr Kasper gerade nicht annehmen konnte.

Der Anruf bewirkte jedoch, dass Herr Kasper alle bisherigen Bedenken beiseite schob, weil er es für unwahrscheinlich hielt, dass ein Betrüger sich durch einen Anrufer entlarven würde. Schließlich schickte er seiner Bekannten die zwei erbetenen SMS per Facebook-Messenger.

Wie wenig später klar wurde, hatte die Bekannte von allem gar nichts mitbekommen.

Offenbar war ihr Facebook-Account gehackt worden, Betrugsopfer wurden ihre Facebook-Freunde.

Herrn Kasper erschlossen sich die gesamten Hintergründe beim Blick in die Mobilfunkrechnung, auf der sich die beiden Forderungen einer AD Portable GmbH aus Dresden fanden. Diese betreibt die Internetseite Holyo.com, auf der man tatsächlich Steam-Code-Gutscheine kaufen kann. Steam-Codes – die man typischerweise als Gutschein erwirbt – sind eine Bezahlmöglichkeit für Handyspiele, Software oder etwa Spieleguthaben.

Mit der Weiterleitung der zwei SMS hatte Herr Kasper somit unwissentlich zwei Aufladegutscheine verschenkt. Dies wurde Herrn Kasper zudem bei einer telefonischen Nachfrage beim Mobilfunkanbieter bestätigt, der an diesem Tag bereits zahlreiche Nachfragen zu dieser hinterlistigen Masche verzeichnet hatte.

„Hier zeigt sich einmal mehr, dass Mobilfunkanbieter mit der Befugnis, Forderungen von Drittanbietern einzuziehen, solch perfiden Tricks Vorschub leisten“, so Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen.

„Zum Schutz hiergegen ist Verbrauchern dringend zu empfehlen, durch ihren Mobilfunkanbieter die kostenlose Drittanbietersperre einrichten zu lassen. So wird verhindert, dass Drittanbieter an die Funknummer der Nutzer gelangen, die sie für diese Abrechnungsmethode zwingend benötigen“, weiß Henschler.

Opfer solcher Maschen sollten binnen acht Wochen ihre Mobilfunkrechnung zurückbuchen und die um die fragliche Forderung geminderte Rechnungssumme überweisen.

Quelle: Verbraucherzentrale

-Mimikama unterstützen-