Irreführende gesponserte Beiträge auf Facebook

Achtung: Abzocke im Namen von der „Höhle der Löwen“

Von | 23. November 2018, 13:25

Zur Zeit sehen viele Nutzer auf Facebook Beiträge, welche mit „Gesponsert“ markiert sind, aber mit ihren Titeln in die Irre führen.

Solche und ähnliche Beiträge tauchen immer wieder auf:

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Diese Beiträge stammen von unterschiedlichen Seiten, in diesem Fall von einer Seite namens „Natural Qualityz Blog“.
Dabei ist es unerheblich, ob die Nutzer die Seite geliket und/oder abonniert haben! Diese Beträge sind gesponsert, was bedeutet, dass der Seitenersteller einen bestimmten Geldbetrag an Facebook zahlt, damit diese Beiträge in einem bestimmten Gebiet oder Land einer bestimmten Altersgruppe (evtl. auch mit bestimmten Interessen) angezeigt wird.

Diese Seite ist recht fleißig, was ihre gesponserten Beiträge angeht, wie ihr hier sehen könnt.
Unter dem Link seht ihr die Sparte „Seiteninfos & Werbung“ der Seite, aktuell findet man da einige gesponserte Beiträge mit verschiedenen Titelbildern und der Überschrift „Jauch in Schwierigkeiten nachdem er ein finanzielles Schlupfloch bekanntgegeben hat, das viele Deutsche in kurzer Zeit reich macht“.

Screenshots: mimikama.at

Screenshots: mimikama.at

Was ist denn das Trügerische an den Seiten?

Immer für kurze Zeit finden sich, wenn man die Beträge anklickt, nachgebaute News-Seiten, die scheinbar einen redaktionellen Inhalt haben, jedoch nur ein Lockmittel darstellen.

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Hier sehen wir beispielsweise, welcher Artikel euch erwartet, wenn man den oben abgebildeten Beitrag angeklickt hat. Angeblich sollen in der Pilotfolge der Sendung „Die Höhle der Löwen“ zwei junge Männer eine automatisierte Bitcoin-Trading-Plattform vorgestellt haben.

Man müsse nur 250 Euro investieren, dann würde ein Algorithmus errechnen, wann die günstigsten Zeitpunkte zum Kauf und Verkauf von Bitcoins seien, man würde quasi innerhalb weniger Tage dadurch reich werden.
Werbewirksam wird dann in dem falschen Artikel auch immer wieder auf die beworbene Bitcoin-Plattform verlinkt:

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Da der Inhalt absolut frei erfunden ist, spricht man hierbei von fabricated content. Hier noch einmal zusammengefasst:

  • Kommerzielle Fake-News enthalten einen pseudoredaktionell erstellten Inhalt, der keinen Wahrheitsgehalt hat und auch nicht haben muss. Ebenso muss der Inhalt auch in keinem Zusammenhang mit der Schlagzeile stehen.
  • Sie stellen sich in Form einer News / Nachrichtenwebseite dar, die jedoch letztlich keine ist.
  • Der Inhalt spricht ein Verlangen / eine Angst (in diesem Falle nur Verlangen) an.
  • Dem Verfasser ist der Inhalt egal, es geht darum, Werbung anzuzeigen, bzw. Werbelinks wirksam einzubauen.

Was versteckt sich hinter den Links?

Die Webseite selbst besitzt kein Impressum, keine Datenschutzangaben oder sonstige Herkunftsmerkmale. Es geht in dem Artikel auf der Webseite darum, ein Produkt so werbewirksam wie möglich in Szene zu setzen. In dem Text, aber auch daneben und darunter wird massiv ein Bitcoin-Trading Modell beworben. Dazu gehören am Ende auch eine hohe Anzahl vermeintlicher Nutzerkommentare, die darüber berichten, wie erfolgreich dieses Modell sei. Was hier aussieht wie ein hoher positiver Interaktionsgrad, ist nichts anderes als ein Bestandteil der Werbemasche.

Screenshot mimikama.at
Screenshot mimikama.at

Folgt man den Produktlinks, die in dem pseudoredaktionellen Text auf der Webseite eingebaut sind, landet man in einem Affiliate Verkaufsprogramm. Am Ende steht dort eben eine dubiose Bitcoin-Trade Methode. Das bedeutet, wer auch immer den pseudoredaktionellen Artikel verfasst hat, dürfte ein Interesse daran haben, dass die Leserschaft sich bei diesem Modell anmeldet. Dazu ist es wichtig, dass die Fake-Geschichte im Vorfeld so glaubwürdig wie möglich klingt, gleichzeitig aber auch ein hohes Viralitätspotential besitzt.

Aber vielleicht funktioniert das ja?

Höchstwahrscheinlich eher nicht.
Wenn durch diese Methode viele Leute gleichzeitig Bitcoins kaufen, steigt der Preis in Sekundenschnelle, Gewinner sind dann nur diejenigen, die in den ersten Sekunden kauften.
Umgekehrt genauso: Verkaufen durch diese Methode viele Leute gleichzeitig ihre Bitcoins, fällt der Preis genauso schnell, wieder gibt es nur wenige Gewinner.
Dadurch würde ein unendlich schnelles Auf-und Ab des Bitcoin-Kurses entstehen, und zwar in extremem Maße. Somit kann das System eigentlich nur funktionieren, wenn nur wenige Anleger das System nutzen, je mehr Nutzer, umso schlechter funktioniert es.
Mal ganz davon abgesehen, dass es sich dabei dann um eine illegale automatisierte Beeinflussung des Bitcoin-Kurses handeln würde: Die echten Gewinner dürften nur die Betreiber der Seiten sein, die jedesmal Provisionen kassieren.

Fazit

Irreführende gesponserte Beiträge, die zu nachgebauten Nachrichtenseiten führen, die eine erfundene Geschichte erzählen und dabei immer wieder auf dubiose Bitcoin-Trading-Plattformen verlinken, bei denen man nur verlieren kann.

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