Rätsel-Aufforderung "RP4F2020" führt in Abofalle

Rätsel-Aufforderung „RP4F2020“ führt in Abofalle

Von | 29. April 2020, 10:49

Vorsicht, wenn du via Messenger oder YouTube eine Aufforderung zu einem Rätsel oder mit dem Code „RP4F2020“ erhältst. Es handelt sich um eine Abofalle.

Rätsel-Aufforderung mit dem Code RP4F2020

Die Nachricht kann auch die Webseite „raetselfreund. com“ enthalten.
Es handel sich um eine Abofalle.

Das Technikmagazin Chip warnt vor einem ominösen Code, den Nutzer googlen sollen. Die Aufforderung „Schaut mal und googelt schnell RP4F2020“  tauchte zunächst bei YouTube-Kommentaren auf und springt nun allmählich auf Messenger wie WhatsApp oder Telegram über.

Die Aufforderung kann jedoch auch in einem Rätsel verpackt sein. Erhältst du die Nachricht „Wie geht das? 😂 https://raetselfreund. com/?63746″, gelangst du auf eine Webseite, die sich „Raetselfreund“ nennt.

Aber was steckt hinter dem Code? Auf der Seite findet sich lediglich ein einziger Inhalt: Ein Rätsel, das vorgibt, „das schwierigste Interneträtsel mit Belohung zu sein“. Wer auf den Button „Ja, ich versuche mein Glück“ tippt oder klickt, gelangt zu einem recht stümperhaft gestalteten Haus mit je einem Bewohner pro Zimmer A, B, C oder D und einem Mörder im Keller. Durch plumpes Raten sollst du nun die Person auswählen, die ermordet werden soll. Es gibt weder einen Lösungsweg noch eine Hilfestellung.

Hinweise im Quellcode

Chip.de hat sich den Quellcode der Seite näher angesehen und festgestellt, dass zwar ein Impressum und Angaben zum Betreiber angeführt, die Links dazu jedoch inaktiv sind.

Des weiteren finden sich noch zwei weitere Links. Einer davon führt auf eine Unterseite, wenn man das Rätsel erfolgreich gelöst hat (also richtig geraten hat), der andere führt zu einer fremden Webseite namens „Kartenluchs“ samt Promo-Code.

Das Rätsel führt also in eine Abofalle.

So funktioniert die Falle im Detail:

Nachdem du einen Tipp abgegeben hast, wer ermordet wird, erhältst du doch noch einen Hinweis: „Wenn du wissen möchtest ob du richtig lagst (und damit einen 50€ Gutschein geschenkt bekommen würdest für eine Seite deiner Wahl), folge bitte der Anleitung…„. Diese besagt, dass du nur zusammen mit deinen Freunden die richtige Lösung erhalten kannst. Daneben gibt es zwei Schaltflächen, mit denen der Nutzer Freunde per WhatsApp oder über andere Messenger einladen kann.

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Ist das „Rätsel“ schlussendlich gelöst, wirst du auf die Seite von „Kartenluchs“ umgeleitet und kannst dir eine Belohnung aussuchen. Ein Blick ins Impressum der Seite verrät, dass der Betreiber in Rumänien sitzt. Eine Suche über Google Maps führt zu einem Mehrparteienhaus ohne eingetragenen Firmensitz. Es ist fraglich, ob es sich um einen seriösen Unternehmer handelt.

Nun kann man über Kartenluchs angeblich kostenlose Codes für Guthabenkarten bei Amazon, PSN, Steam oder Netflix bekommen. Dafür musst du dir ein Video ansehen. Ist das erledigt, wirst du ständig weitergeleitet und mit neuen Gutscheinen gelockt, bis du schlussendlich deine E-Mail-Adresse und Mobiltelefonnummer eintippen sollst.

Hier ist äußerste Vorsicht geboten. In den AGB von Kartenluchs findet sich jener Abschnitt:

Das Benutzen von kartenluchs.com macht womöglich das Ausfüllen eines Drittbieter Angebots notwendig. (…) Einige Angebote sind verknüpft mit einem Abonnement.

Fazit:

Es handelt sich um eine recht umständliche Abofalle. Es ist fraglich, ob du den versprochenen Gutschein am Ende auch tatsächlich erhältst – wenn, dann wohl nur in Kombination mit einem teuren Jahresabo.

Am besten ignorierst du die Rätsel-Aufforderung und klärst deine Freunde über die Abofalle auf!

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