Die Websites felixkino.com, flexkino.com, flixkino.com und kinoplexx.com sind Abo-Fallen.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Hinweis: Hierbei handelt es sich um einen Artikel unseres Kooperationspartners von “Watchlist-internet.”: Sie täuschen Besucher/innen vor, dass sie sich bei den Plattformen kostenlos registrieren und Filme in HD-Qualität streamen können. Versteckt in den Nutzungsbedingungen der Anbieter findet sich ein Kostenhinweis. Die Watchlist Internet hat sich auf die Spuren der Abo-Fallen gemacht. Beim Internet Ombudsmann häufen sich die Meldungen von Konsument/innen, die sich kostenlos auf den Streaming-Plattformen felixkino.com, flexkino.com, flixkino.com und kinoplexx.com registriert und nach fünf Tagen eine Rechnung in Höhe von 143,88 Euro für einen Premium-Status erhalten haben. Einen Rechtsgrund für die Bezahlung der Summe gibt es nicht. Wir haben uns die identen Websites näher angesehen, um zu erfahren, wie Abo-Fallen funktionieren und wie ihre Betreiber/innen vorgehen.

Wie sind die Plattformen auffindbar?

Nutzer/innen von felixkino.com, flexkino.com, flixkino.com und kinoplexx.com berichten uns, dass sie über Suchmaschinen nach einem Film gesucht haben. Sie wollten diesen kostenlos sehen. Neben kostenpflichtigen Angeboten wurde ihnen bei ihrer Suche auch eine der vier Websites genannt. Bei keinem der vier Streamingdienste findet sich ein eindeutiger Kostenhinweis, sodass für Besucher/innen tatsächlich der Eindruck entsteht, dass sie kostenlos Filme ansehen können. Das ist für Abo-Fallen typisch!

Gleicher Inhalt, anderer Name

Die Angebote auf felixkino.com, flexkino.com, flixkino.com und kinoplexx.com sind ident und unterscheiden sich ausschließlich in ihrem Namen und in einem Fall in ihrem Betreiber. Unbekannte haben die Domains in zeitlicher Nähe zueinander über einen Anonymisierungsdienst auf den Bahamas registriert. Bei der Domain felixkino.com war das am 4. April 2017, bei flexino.com am 26. April 2017, bei flixkino.com am 14. Mai 2017 und bei kinoplexx.com am 24. April 2017 der Fall. Rückschlüsse darüber, wer die Domaininhaber sind, sind damit nicht möglich. Die Registrierungsdaten zeigen uns, dass die unterschiedlichen Websites nacheinander online gegangen sind.

Warum verwenden die Betreiber/innen unterschiedliche Domains?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Abo-Fallen immer wieder unter neuem Namen auftreten, damit die Betreiber/innen tatsächlich Geldzahlungen erhalten. Sie wissen, dass sich Opfer im Internet darüber informieren, ob eine strittige Rechnung tatsächlich bezahlt werden muss. Gibt es zu Anbieter/innen zahlreiche Warnungen und negative Wortmeldungen von anderen, sinkt die Zahlungsbereitschaft. Aus diesem Grund muss für den gleichen Dienst ein neuer Name her, damit skeptische Nutzer/innen noch keine Warnungen vor dem Unternehmen finden und den ungerechtfertigten Betrag doch (noch) bezahlen, um – salopp ausgedrückt – ihre Ruhe zu haben.

Anruf von Unbekannten

Bei der Registrierung auf felixkino.com, flexkino.com, flixkino.com und kinoplexx.com müssen Konsument/innen ihre Telefonnummer bekannt geben. Daraufhin erhalten sie von den Anbietern einen Bestätigungscode, den sie für den Abschluss ihrer Registrierung nennen müssen. Im weiteren Verlauf der Abo-Falle stellt sich heraus, dass die Betreiber/innen der Websites die bekanntgegebenen Rufnummern benötigen, damit sie ihre Opfer kontaktieren können. Sie machen davon Gebrauch, um Konsument/inen persönlich aufzufordern, die Rechnung für ihren Premium-Status zu bezahlen. Geschieht das nicht, drohen sie damit, die Forderung an einen Anwalt oder ein Inkassobüro zu übergeben, wodurch Konsument/innen hohe Zusatzkosten drohen. Ein vergleichbares Muster ist bei den versandten Rechnungen der Streamingdienste zu erkennen.

Bedrohliche Zahlungsaufforderungen

Typisch für Abo-Fallen sind Rechnungen und Zahlungsaufforderungen, die bedrohlich klingen. Die Anbieter/innen wissen, dass diese Einschüchterungen Wirkung entfalten und Opfer dazu bringen können, die geforderte Geldsumme zu bezahlen. Bei unseren Beispielen felixkino.com, flexkino.com, flixkino.com und kinoplexx.com liest sich das, wie folgt:

Bei Nichtbezahlung innerhalb der Ihnen gewährten Zahlungsfrist sind wir gezwungen, die Informationen über die nicht bezahlte Rechnung an unseren Anwalt bzw. an das Inkassobüro weiterzugeben. Danach erhalten Sie von uns ein offizielles Schreiben an die folgende Anschrift:

(…)

Wir fordern Sie deshalb auf, die Ihnen ausgestellte Rechnung innerhalb von den nächsten 3 Arbeitstagen zu begleichen. Um jegliche Anwalts-, Inkasso- bzw. Gerichtskosten zu vermeiden, möchten wir Ihnen ausdrücklich empfehlen, die Ihnen ausgestellte Rechnung während der dreitägigen Zahlungsfrist zu begleichen.

Die Drohungen sind haltlos, weshalb Konsument/innen sie nicht ernst nehmen müssen.

Dennoch zeigt unsere Erfahrung, dass sich Opfer von Abo-Fallen vor „Anwalts-, Inkasso- bzw. Gerichtskosten“ fürchten und deshalb die zweifelhafte Rechnung bezahlen. Wir empfehlen grundsätzlich, dass Sie sich bei strittigen Forderung darüber informieren, wie Sie damit am besten umgehen. Helfen kann Ihnen zum Beispiel der Internet Ombudsmann. Er bietet kostenlose Streitschlichtung und Beratung für Online-Geschäfte an.


Eine Rechnung von kinoplexx.com.

Rechnungen als Marketinginstrument?

Eine nähere Betrachung der Rechnungen von felixkino.com, flexkino.com, flixkino.com und kinoplexx.com zeigte uns ein interessantes Detail: Am Ende derselben findest sich der Link „Unsubscribe“:

Copyright 2017 © KinoPlexx.com, All rights reserved.

Turquoiz Limited, Greystones Greystones, Turton Road, Tottington, United Kingdom, BL8 3QG

Terms of Use · Privacy Policy · Unsubscribe

Wer auf „Unsubscribe“ klickt, gelangt auf die Website „felixkino.us15.list-manage.com/unsubscribe?u=(…)“. Sie zeigt uns, dass die Betreiber/innen der Abo-Fallen den Dienst „list-manage.com“ für den Versand ihrer Rechnungen nutzen. Der Anbieter list-manage.com schreibt auf seiner Website:

You probably found this page because one of our subscribers used MailChimp to send you an email campaign, and you traced a link in the email back here to investigate. MailChimp is an email-marketing service that serves more than 14 million companies of all shapes and sizes, from all over the world. We send more than 1 billion emails every day, and we help our customers comply with spam laws and best practices so they can get their campaigns into their subscribers‘ inboxes.

Dieser Umstand zeigt uns, dass die Abo-Fallen-Betreiber/innen auf bestehende Marketinglösungen zugreifen, damit sie Kontakt mit ihren Opfern herstellen können. Das ist für sie vermutlich eine kostengünstige Lösung, um ihr Ziel, eine Zahlung, zu erreichen.

Abmeldung vom Newsletter-Verteiler

Wir gehen davon aus, dass sich Nutzer/innen von felixkino.com, flexkino.com, flixkino.com und kinoplexx.com, die den Link „Unsuscribe“ aufrufen, aus dem (Werbe-)Verteiler austragen und damit keine weiteren Rechnungen mehr von den Anbietern erhalten. Ist das nicht der Fall, können Sie die Zahlungsaufforderungen in Ihren Spam-Ordner verschieben. Nach einiger Zeit sollte er lernen, dass die Benachrichtigungen unerwünscht sind, sodass sie nicht mehr in Ihrem regulären Posteingang aufscheinen.

Auffällige Suchergebnisse

Um zu sehen, was andere über die Streaming-Plattformen sagen, haben wir uns im Internet testweise über felixkino.com informieren und dabei einschlägige Suchergebnisse zu dem Anbieter gefunden:


Suchergebnisse zu felixkino.com.

Eines der Suchergebnisse trägt den Titel „Felix Kino Rechnung Virus? – Gutefrage“. Wir haben es aufgerufen und darin die Frage einer Internetnutzerin gefunden, die die Abo-Falle auf den Punkt bringt:

Ich hab mich dort wirklich angemeldet aber noch nie einen Film geschaut, und ich will diesen Beitrag nicht einbezahlen? Kann das sein, dass das ein Virus ist? Telefonnummer steht auch nirgends…

Auf die Frage antwortet ihr ein anderer Nutzer:

Ne es ist kein virus, ich wahr so blöd und hame mich dort auch angemeldet und kostenhinweis versehen.. Ich habe dann 260 euro zahlen müssen, es wahren Inkasso bei mir zuhause 🙁

Wir haben entdeckt, dass diese Antwort von einem Nutzer stammt, der erst seit kurzem auf dem Diskussionsplattform registriert ist und bisher nur eine einzige Antwort – eben diese – verfasst hat. Dem Gegenüber stehen bei der gleichen Frage zahlreiche Warnungen von älteren Nutzer/innen. Sie raten grundsätzlich davon ab, die Rechnung von felixkino.com zu bezahlen.

Youtube-Video eines Anwalts

Ein weiteres Suchergebnis zu felixkino.com führt uns zu einem Youtube-Video. Darin spricht ein Medienanwalt aus einer Medienkanzlei in Berlin davon, dass ein Mandant sich bei ihm gemeldet habe. Es ging um eine Rechnung von felixkino.com in Höhe von 143,88 Euro, die angeblich Abzocke sei. Dazu hält der Medienanwalt sinngemäß fest, dass die Gesetzeslage tatsächlich so ist, dass sein Mandant die Rechnung bezahlen müsse, weil er die „sogenannten Nutzungsbedingungen“ akzeptiert habe. Zwar stand es bei der Anmeldung nicht, dass sich der Vertrag auf 12 Monate verlängern würde, das müsse es aber auch nicht, weil das Unternehmen aus Großbritannien sei. Laut englischem Recht ist die Zahlungsaufforderung deshalb völlig in Ordnung und zu bezahlen.

Auffällig bei dem Video ist für uns der Umstand, dass es von Nutzer/innen stammt, die keine anderen Inhalte auf die Videoplattform hochgeladen haben und erst seit kurzem auf YouTube registriert sind. Unabhängig davon, dass die Angaben des Anwalts inhaltlich falsch sind, zeigt das Video unserer Meinung nach erneut, wie Abo-Fallen vorgehen: Sie versuchen mit Beiträgen oder Medieninhalten den Eindruck zu erwecken, dass sie seriös seien und Konsument/innnen deshalb die Rechnung bezahlen müssen.

Keine Zahlungspflicht

Grundsätzlich halten wir an dieser Stelle fest, dass alle vier Websites – felixkino.com, flexkino.com, flixkino.com und kinoplexx.com – gegen zahlreiche gesetzliche Bestimmungen verstoßen. Unter keinen Umständen sind Konsument/innen verpflichtet, den ungerechtfertigten Zahlungsaufforderungen nachzukommen. Für weitereführende Informationen dazu, verweisen wir auf die nachfolgenden Artikel:

Schlussbemerkung

Die Abo-Fallen felixkino.com, flexkino.com, flixkino.com und kinoplexx.com zeigen uns sehr anschaulich, wie Websitenbetreiber vorgehen, wenn sie ungerechtfertigt Geld von Internet-Nutzer/innen erhalten wollen. Sie stellen einen Dienst zur Verfügung, der unter mehreren Namen auftritt. Damit streuen sie das (anfängliche) Risiko, „entdeckt“ und als unseriös bezeichnet zu werden. Konsument/innen berichten uns, dass bei den Websites die versprochene Leistung – das Streamen von Filmen – nicht möglich ist, da die Filme zum Teil nicht online sind. Die Betreiber/innen stellen damit vermutlich nur eine neue Webmaske für fremde Inhalte (auf anderen Streamingwebsites) zur Verfügung, die sie nicht besitzen. Sie greifen auf bedrohlich klingende Anrufe und Nachrichten zurück, um eine ungerechtfertigte Zahlung von Opfern zu erhalten. Konsument/innen müssen die Rechnungen jedoch nicht bezahlen, denn dafür gibt es keinen Rechtsgrund!

Quelle: Watchlist.Internet

-Mimikama unterstützen-