Kettenbriefe haben eine lange Tradition und sterben offenbar auch nicht aus

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Und wieder erhielten wir Anfragen zu einem Kettenbrief, der uns sehr bekannt vorkommt.

Und zwar geht es um den Kettenbrief, der behauptet, dass ab Samstag morgen Facebook kostenpflichtig werden würde. Schicke man jedoch diese Nachricht an 10 Personen weiter, könne man sich in Sicherheit wähnen, dann würde “mein” Logo blau werden und alles ist gerettet.

Klingt komisch? Ist es auch. So sieht der Stuss aus:

27294584_2094845520750772_1852981294_n

Gibt es natürlich auch auf Englisch:

27292773_2094845484084109_620279744_n

Bild im Klartext:

Ab Samstagmorgen wird Facebook kostenpflichtig. Auf diese Weise werden wir sehen, dass Sie ein begeisterter Benutzer sind und Ihr Logo wird blau ( blauer Kreis) und bleibt frei. Wie heute in der Zeitung besprochen. Facebook kostet 0.01 ps pro Nachricht. Senden Sie diese Nachricht an 10 Personen. Wenn du dies tust, wird das Licht blau, andernfalls wird Facebook die Abrechnung liefern.

As of Saturday morning Facebook will become chargeable. If you have at least 10 contacts send them this message. In this way we will see that you are an avid user and your logo will turn blue (blue circle) and will remain free. As discussed in the paper today. Facebook will cost 0.01 ps per message. Send this message to 10 people. When you do the light will turn blue otherwise Facebook will activate billing.

Ich denke, dass wir an dieser Stelle nicht mehr erklären müssen, dass es sich um einen KETTENBRIEF handelt. Diese Nachricht kursiert immerhin schon seit 2012.

Samstag morgen? An welchem Samstag morgen? Heute in der Zeitung? Da stand jedenfalls nichts davon, dass Facebook kostenpflichtig werden wird. Und mal ganz ehrlich… wer glaubt wirklich, dass ein blaues Licht wo angeht, wenn man eine Nachricht an 10 Personen weiterschickt? Welcher Algorithmus soll das errechnen können?

Nichts destotrotz… warum sterben Kettenbriefe eigentlich nicht aus? Ja, weil es immer jemanden gibt, der diese Nachricht weitersendet oder sie absichtlich wieder ins Rennen schickt.

Was ist eigentlich ein Kettenbrief?

Kettenbriefe wurden früher mit der Post versendet und damals waren es auch wirklich noch “Briefe”. Heute verbreiten sich Kettenbriefe per E-Mail, auf Facebook (und anderen Social Media Kanälen) oder auf WhatsApp.

Es wird immer aufgefordert, den Brief zu kopieren und an viele Empfänger zu versenden. Zum Teil wird hier auch mit der Angst des Empfängers gespielt, denn entweder muss man etwas zahlen oder gar sterben, wenn man die Kette unterbricht.

Nutzer werden also unter einen moralischen Druck gesetzt, um die jeweilige Nachricht weiterzuleiten.

Was bringt ein Kettenbrief und wozu dienen diese?

Kettenbriefe dienen unterschiedlichen Zwecken:

  • Mitteilungen zu verbreiten, zum Beispiel Spendenaufrufe, falsche Viruswarnungen, religiöse oder politische Texte
  • E-Mail-Adressen zu sammeln (Spam, Phishing)
  • In-Gang-Setzen und -Halten von Spielen
  • Betrugsversuche (Make Money Fast)
  • Störung von Kommunikationsdiensten (z. B. E-Mail)
  • Belästigung von Einrichtungen oder Personen (Stalking, Mobbing)
  • Schleichwerbung

Hinweis:

Wenn du diesen – oder einen anderen Kettenbrief bekommst, dann UNTERBRICH die Kette und leite diesen NICHT weiter.

Ergebnis:

Legt euren Aberglauben ab! Er hilft euch nicht!

Denn nein, es passiert eben nichts Schlimmes, wenn ihr Unwahrheiten ignoriert und nicht weiterschickt, sondern ganz im Gegenteil. Ihr vermeidet, anderen Angst einzujagen oder sie zum Glauben an eine Unwahrheit zu verführen.

-Mimikama unterstützen-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal, via Patreon, via Steady