Faktencheck: 5G Beobachtungs-Drohne in Insektenform

Von | 19. Juli 2019, 11:48

Im Moment kursiert die Behauptung, es wäre eine 5G Beobachtungs-Drohne in Produktion, die mit ihrer Nadel eine DNA-Probe des Gestochenen nimmt und auch ein Peilgerät injizieren kann – gruselige Vorstellung, sollte diese Drohne tatsächlich existieren.

Es handelt sich hierbei um einen Text inklusive Sharepic, der bereits seit langer Zeit als urbane Legende durch verschiedene Social Media Kanäle geistert. Neu ist, dass es sich um eine 5G Beobachtungs-Drohne handeln soll:

Screenshot by mimikama.at

Screenshot by mimikama.at

Es ist kein Insekt, es ist ein „Insect Spy Drone 5G“ bereits in der Produktion. Es kann von einer großen Entfernung kontrolliert werden und ist mit Kamera und Mikrofon ausgestattet. Sie können über jede Person landen und ihre Nadel verwenden, um eine DNA-Probe zu nehmen, als wäre es eine Mücke. Sie können auch ein Mikro-RFID-Peil-Gerät unter die haut injizieren.

Der Faktencheck

Das Bild lässt sich erstmals vor über 12 Jahren (November 2005) auf einem japanischen Blog mit der Bezeichnung „Mücke – Es gibt keine schrecklichere Waffe, wenn sie praktisch eingesetzt wird.“ finden. 2012 erschien dann zum ersten Mal die Behauptung, es handle sich um eine Drohne, die in der Lage sei, DNA-Proben zu nehmen und RFID-Chips unter die Haut zu platzieren. Sogar die BILD hat in dieser Sache berichtet, das Foto aber nachträglich wieder entfernt.

Unsere Kollegen von Snopes schreiben zu diesem Thema, dass es im wissenschaftlich-militärischen Bereich durchaus die Entwicklung von Micro Air Vehicles (MAVs) gibt. Das sind winzige Flugobjekte, die Orte erreichen können, die für Menschen oder andere Geräte eben nicht gut erreichbar sind.

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Unter den wichtigsten Anwendungsbereichen fällt aber auch das Sammeln von Informationen (durch den heimlichen Einsatz von Kameras, Mikrofonen oder anderen Arten von Sensoren). Natürlich befürchten auch einige, dass MAVs schlussendlich als „Schwarmwaffen“ herhalten könnten.

Die MAV-Forschung testet auch, die Mini-Roboter aussehen zu lassen wie Vögel und fliegende Insekten. Auf einer Robotik-Konferenz im Jahre 2007 wurde ein fehlerhaftes MAV-Modell mit 3 cm Spannweite gezeigt. 2008 veröffentlichte die U.S. Air Force ein simuliertes Video mit MAVs, die so groß waren wie Hummeln und 2012 studierten Ingenieure der Johns Hopkins University den Flug von Schmetterlingen, um „kleinen Flugrobotern zu helfen, diese Manöver nachzuahmen“.

Was bedeutet das also in Bezug auf das oben gezeigte Bild und die Behauptung, dass diese Spionage-Mücke „bereits in Produktion“ sei?

Ergebnis:

Das Bild existiert bereits seit 2005 und war ursprünglich mit einem ganz anderen Text versehen. Jedoch gibt es im Moment keine Beweise, dass es diese Mücken-Drohne auch tatsächlich gibt.

Natürlich gibt es Drohnentechnologie, natürlich gibt es Miniaturisierung und auch Geheimdienste, die bestimmt ein Interesse an beidem haben. Doch dieses mittlerweile bald 13 Jahre alte Bild und sein mindestens 6 Jahre alter Begleittext, der sich der neuen Zeit auch anpasst (5G), dürften in dieser Form als urbane Legende gelten.

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