In der Meldung um das 13-jährige Mädchen aus Berlin ist immer noch viel Bewegung. Man kann derzeit nur abwarten, was neueste Meldungen aussagen.

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Dröseln wir das mal in Ruhe auf. Dabei nehmen wir echt auch mal einen weiteren Meter Abstand zum Monitor, denn dass, was da an Worten über den Bildschirm fliegt, ist ein wahrer Propagandakrieg. Was ist nur los auf dieser Welt?

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Alles fing am 11. Januar mit einer Suchmeldung an. Es ging um ein 13-jähriges Mädchen aus Berlin. In den sozialen Netzwerken und durch den Reporter Ivan Blagoy wurde nach Auftauchen des Mädchens die Meldung verbreitet, sie wurde von Migranten festgehalten und vergewaltigt. Aufgrund dieser Aussagen liegt gegen Blagoy mittlerweile eine Strafanzeige wegen Volkverhetzung vor. Die Polizei Berlin gab am 18. Januar zunächst bekannt:

+++ Information zum Vermisstenfall einer 13-Jährigen +++

In den letzten Tagen ist uns aufgefallen, dass das Interesse der Netzgemeinde an dem Fall eines 13-jährigen kurzfristig vermisst gemeldeten Mädchens aus Marzahn-Hellersdorf und die Umstände Ihrer Abwesenheit groß sind.

Ja, es ist richtig – das Mädchen war kurzzeitig vermisst gemeldet und ist inzwischen wieder zurück. Uns ist bekannt, dass verschiedene Aussagen zu dem Sachverhalt in den sozialen Medien diskutiert werden.

Fakt ist – nach den Ermittlungen unseres LKA gab es weder eine Entführung noch eine Vergewaltigung.
Wir bitten ausdrücklich um Ihr Verständnis, dass wir nähere Angaben insbesondere zum Schutz der Persönlichkeit des Mädchens und Ihrer Familie nicht machen werden.

Wir appellieren auch an Ihren sensiblen Umgang mit dem Thema in den sozialen Netzwerken.

(Quelle: Facebookeintrag Polizei Berlin)

Neueste Veröffentlichungen sagen nun, dass die Staatsanwaltschaft zum einen gegen den Korrespondenten ermittle, zum anderen aber auch gegen zwei Männer, welche nun in Mittelpunkt gerückt sind. Die Berliner Morgenpost schreibt unter dem Titel “Angebliche Vergewaltigung: Ermittlungen gegen zwei Männer” am 26. Januar 2016:

Es gehe um den Verdacht, dass es vor dem Verschwinden des Mädchens einvernehmliche Sexualkontakte zu den Männern gab, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Ebenso erfährt man an dieser Stelle:

Der Sprecher bestätigte , dass mittlerweile gegen zwei Männer ermittelt werde, die Anfang zwanzig seien. Die Verdächtigen kämen nicht aus dem Flüchtlingsumfeld. „Einer der beiden ist Deutscher mit türkischem Migrationshintergrund“, sagte Steltner. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen „lag die Missbrauchstat vor dem Zeitpunkt ihres Verschwindens“, so der Sprecher.

Russische Reaktionen

Die Medienreaktionen aus Russland sind deutlich: die Meldungen, welche nun an dieser Stelle veröffentlicht wurden sprechen von einem schwachen Staat, einer unglaubwürdigen Polizei. Ebenso neu wie die aktuellen Ermittlungen in dem Fall ist die Meldung, dass Russlanddeutsche nun in Deutschland nun ihre Sicherheit selbst in die Hand nähmen und Vergeltung betreiben.

400 Russen metzelten in Bruchsal muslimische Migranten nieder

Was eine Meldung. Als wir nun diese Info gelesen haben, wurden die Augen groß. 400 (!) Menschen haben in Bruchsal Völkerschlacht betrieben? An verschiedenen Stellen liest man nun Meldungen wie

Eine Gruppe von mehr als 400 Russen griffen nach Bekanntwerden der Täter in Bruchsal, die Araber, Marokaner [sic], Syrer mit Baseballschläger und Tischbeine an.

(Quelle: Schutzengel-Orga)

An dieser Stelle argumentiert der Autor ebenso mit dem Begriff “Lügenpresse”, weil nirgends über diesen Überfall berichtet wird.

#Lügenpresse?

Auf der Suche nach weiteren Informationen fanden wir im Handelsblatt unter dem Titel “Russlands Propaganda mit der deutschen Flüchtlingskrise” einen Artikel vom 23. Januar 2016:

Wissen russische Medien mehr als die deutsche Polizei? „Russische Deutsche überfallen Flüchtlingsheim in Deutschland“, berichtete das Moskauer Sensationsblatt „Sowerschenno Sekretno“ (Streng geheim) vergangene Woche. Weil die deutschen Behörden hilflos seien gegen Flüchtlinge, hätten etwa 400 russischstämmige Männer zur Selbsthilfe gegriffen und mit Baseballschlägern ein Heim in Bruchsal bei Karlsruhe aufgemischt.

Was von „Sowerschenno Sekretno“ als massiver Selbsthilfeakt beschrieben wird, liest sich in einer Polizeimeldung vom 16. Januar 2016 unter dem Titel “POL-KA: (KA)Karlsdorf-Neuthard – Unbekannte werfen Scheibe an Flüchtlingsunterkunft ein” ein wenig anders:

Die vier beobachteten Personen waren im Alter von etwa 20 bis 25 Jahren, eine davon war mit einer Größe von etwa 195 cm auffallend groß und mit blauer Jacke bekleidet. Wegen der über den Kopf getragenen Kapuzen und hochgezogenen Pullover-Krägen waren keine näheren Beschreibungen möglich.

Der Steinwurf auf das Fenster verursachte einen Schaden von 300 €, die Täter sind weiterhin unbekannt. Über die Nationalität der Angreifer gibt es in der Polizeimeldung keine Informationen. Waren es Russen? Waren es keine Russen? Weiß man nicht. Weiß lediglich „Sowerschenno Sekretno“.

Ja was ist denn nun los? Wenn nun tatsächlich 400 Russen eine Unterkunft gestürmt hätten um massiv Menschen verletzt hätten (laut einem Kommentar eines Peter Petersen vom 25. Januar 2016 sogar “dutzende Verletzte”), warum gibt es keinerlei Videos oder Bilder davon?

Jede noch so dämliche Schulhofklopperei wird privat gefilmt und über WhatsApp versendet. Demos, Anfeindereien, Prügeleien oder Stühle- und Steinwürfe: jeder noch so sensationsgeile Anwohner hätte sein Smartphone in der Hand und würde den Unsinn filmen. Neulich habe ich ein Video gesehen, in der eine Frau beim Duschen von der Straße aus gefilmt wurde. Deutlich belustigt kommentierte der Herr hinter der Kamera, wo er sich befindet und was man hinter der Milchglasscheibe zu erkennen habe.

Doch hier? 400 Russen ziehen durch eine Flüchtlingsunterkunft und keiner hat was gefilmt?

Wir lehnen uns wieder in unseren Sessel zurück

Das große Fragezeichen über dem Kopf bleibt jedoch: warum das Ganze?

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