Einkaufen an Heiligabend: für so manchen Zeitgenossen anscheinend eine unabdingbare Notwendigkeit.

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Schließlich sind die Geschäfte danach zwei Tage geschlossen, da könnte man ja am Hungertuch nagen. Doch dieses Jahr fällt der Heiligabend auf einen Sonntag. Bleiben die Geschäfte geschlossen? Wir werfen einen Blick in die Gesetzgebung!

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Jenes Bild wird derzeit kräftig auf Facebook verteilt, darauf steht:

„Sag NEIN! Nein und noch mal Nein!

Zum verkaufsoffenen Sonntag am 24.12.2017“

Die Begründung dieser Forderung liegt klar auf der Hand: Heiligabend fällt auf einen Sonntag, an dem die Geschäfte in Deutschland normalerweise geschlossen haben.

Haben denn die Geschäfte tatsächlich geöffnet?

Tatsächlich gibt es eine Regelung, die besagt, dass Geschäfte am 24.12., wenn er auf einen Sonntag fällt, bis 14 Uhr geöffnet haben dürfen, jedoch ist dies keine Verpflichtung. Der Einzelhandel kann selbst entscheiden, ob er öffnet oder nicht.


Werfen wir dafür mal einen Blick in das Ladenschlussgesetz. Dort finden wir folgende Regelung im § 15 – Sonntagsverkauf am 24. Dezember:

Abweichend von der Vorschrift des § 3 Abs. 1 Nr. 1 dürfen, wenn der 24. Dezember auf einen Sonntag fällt,

1. Verkaufsstellen, die gemäß § 12 oder den hierauf gestützten Vorschriften an Sonn- und Feiertagen geöffnet sein dürfen,

2. Verkaufsstellen, die überwiegend Lebens- und Genussmittel feilhalten,

3. alle Verkaufsstellen für die Abgabe von Weihnachtsbäumen

während höchstens drei Stunden bis längstens 14 Uhr geöffnet sein.

Welche Geschäfte dürfen also öffnen?

Dazu gehören erst einmal gemäß § 12 alle Geschäfte, die an Sonntagen üblicherweise geöffnet haben, also Blumenläden, Tankstellen, Zeitungsverkäufer, Bäcker und Konditor.
Darüber hinaus dürfen aber auch Lebensmittelläden ausnahmsweise öffnen, also Diskontläden wie Lidl, Aldi, Norma, Rewe und Penny. Und für alle Spätzünder dürfen an dem Tag auch noch Weihnachtsbäume verkauft werden.

„Dürfen“, nicht „müssen“

Ganz wichtig zu betonen ist, dass es sich um eine “Darf“-Regelung handelt. Kein Diskontladen wird rechtlich dazu gezwungen, die Ladentüren zu öffnen, es liegt im Ermessen der Ladenbetreiber, ob sie ihre Angestellten an diesem besonderen Sonntag arbeiten lassen wollen.

Welche Läden haben denn nun konkret geöffnet?

Da sieht es schon düsterer aus für die Last-Minute-Einkäufer:
Laut Stern haben Aldi Süd und Aldi Nord sowie die Rewe-Gruppe und Penny beschlossen, an Heiligabend nicht zu öffnen. Keine Verlautbarung gibt es bisher von Real und Lidl, jedoch ist nicht davon auszugehen, dass diese Läden geöffnet haben werden, da dies den Mitarbeitern nicht erst kurzfristig mitgeteilt werden darf. Einzig bei Edeka treffen die Filialen jene Entscheidung unabhängig, so dass die ein- oder andere Filiale durchaus geöffnet sein könnte.

Fazit

Unterm Strich sehen die Einkaufsmöglichkeiten für Heiligabend-Shopper sehr dünn aus. Geschäfte mit Kleidung, Geschenkartikeln etc. dürfen sowieso nicht öffnen, Lebensmittel-Diskonter nehmen größtenteils Abstand von der Sonderregelung. Man muss also schon ein wenig Glück haben, eventuell einen geöffneten Edeka an Heiligabend zu finden.

Wir hoffen aber mal, dass auch jene Marktbetreiber ein Herz für ihre Mitarbeiter haben und ihnen einen arbeitsfreien Heiligabend gönnen.

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