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Aldi Talk: Speicherung von Passwörtern unsicher?

Kathrin Helmreich, 22. Februar 2019
Verwendet Aldi Talk ungehashte Passwörter? / Artikelbild: Nicole Lienemann - Shutterstock.com
Verwendet Aldi Talk ungehashte Passwörter? / Artikelbild: Nicole Lienemann - Shutterstock.com

Wie speichert eigentlich Aldi Talk unsere Passwörter?

Wie Golem berichtet, hat Aldi Talk offenbar Zugriff auf die ersten vier Zeichen der Kundenpasswörter – und zwar im Klartext, der wiederum auf eine unsichere Speichermethode hinweisen könnte.

Denn in der heutigen Zeit setzt man auf so genannte „gehashte Passwörter„. Diese Methode ist sicherer, da nicht das Passwort selbst, sondern nur das Ergebnis einer Hash-Funktion gespeichert wird. Sollte ein Angreifer unberechtigt Zugriff auf die Nutzerdatenbank erhalten, kann er so nicht direkt alle Passwörter auslesen.

Der Nachteil: Betreiber des Services haben keine Möglichkeit, die Passwörter im Klartext einzusehen.

Laut einem Golem.de-Leser soll dies aber genau der Fall gewesen sein, als ein Servicemitarbeiter am Telefon darum bat, die ersten vier Buchstaben des Passworts zu nennen. Das heißt, Mitarbeiter von Aldi Talk können zumindest auf einen Teil des Passworts im Klartext zugreifen.

Golem hat daraufhin bei Aldi Talk nachgefragt:

In einer ersten Antwort, die wir von Telefónica, dem Netzbetreiber hinter der Aldi-Mobilfunkmarke, erhielten, sagte man uns, dass die Passwörter verschlüsselt gespeichert wurden. Das verschlüsselte Speichern von Passwörtern ist sehr unüblich, da es deutlich weniger Sicherheit bietet als eine gehashte Speicherung.

Nachdem wir in der ursprünglichen Version dieses Artikels dies so wiedergegeben hatten, meldete sich Telefónica noch einmal telefonisch und berichtigte diese Darstellung. Demnach werden die vollständigen Passwörter gehasht gespeichert und separat die ersten vier Buchstaben für den Kundenservice abgelegt.

Golem sieht auch diese Variante als „nicht unproblematisch“ an, denn in vielen Fällen dürfte es auch möglich sein, den Rest des Passworts zu erraten, wenn man die ersten vier Zeichen kennt.

Dass das Speichern von ungehashten Passwörtern auch rechtliche Konsequenzen haben kann, zeigte der Fall von Chatanbieter Knuddels. Auch hier wurden die Passwörter nicht gehasht gespeichert.

Ob die teilweise ungehashte Speicherung von Passwörtern zulässig ist, erscheint Golem als zumindest fragwürdig.


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