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Das Künast Zitat: eine Fake-News!

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Achtung, so funktionieren Fake-News! Mit einem Zitat, welches aus keiner Quelle nachvollziehbar ist, sowie einer nicht weiter belegten angeblichen Quellenangabe und einem ebenso wenig nachvollziehbaren Datum wird derzeit ein Zitatbild verbreitet.

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So wird aktuell der Bündnis 90/Die Grünen Politikerin Renate Künast folgendes Zitat in den Mund gelegt: “der traumatisierte Junge[sic] Flüchtling hat zwar getötet man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen.” Optisch liegt dieses falsche Zitat in dieser Form vor:

image

Als Quellort wird die Süddeutsche Zeitung angegeben, Datum der Veröffentlichung sei angeblich der 3. Dezember 2016.

Der Hintergrund

Inhaltlich bezieht sich dieses Bild auf die Ermordung einer Studentin. Der Mord selbst geschah im Oktober 2016, der Polizei wurde am 16.10.2016 durch eine Joggerin mitgeteilt, dass am Dreisamufer bei Freiburg auf Höhe des SC-Stadions eine leblose Person im Wasser gefunden wurde. Die junge Frau wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Durch eine am 17.10.2016 durchgeführte Obduktion stellte sich zudem heraus, dass ein Sexualdelikt stattgefunden hatte. Der Tod trat durch Ertrinken ein. Mittlerweile steht fest: der Tatverdächtigen ist ein 17jährigen Schüler aus Afghanistan, der 2015 nach Deutschland einreiste. Wegen des dringenden Tatverdachts der Vergewaltigung und des Mordes wurde der Beschuldigte am 03. Dezember 2016 Untersuchungshaft genommen.

Die Fake-News

Dieser Mord wurde nun dazu ausgenutzt, um ein gefälschtes Zitat zu erfinden. Eine Textsuche, sowie auch ein kurzer Gegencheck mit einem SZ-Redakteur zeigte, dass dort jenes Zitat unbekannt.

Lediglich im Zusammenhang mit dem Axttäter von Würzburg sind Äußerungen von Renate Künast zu finden (siehe FAZ), jedoch im aktuellen Fall ist das Zitat unbekannt.

Auch Künast selbst hat bereits reagiert und sagt deutlich, dass es sich hierbei um ein böswillig erfundenes Zitat handelt.

Dieses Zitat ist frei erfunden. Ich habe eine solche Äußerung nicht getätigt. Wer eine derartige Lüge erstellt und verbreitet, ist unverschämt. So werden also Fake-News produziert und anschließend von vielen Menschen ungeprüft geteilt.
Dieses Sharepic zeigt, wie rechtsextreme Menschen im Internet hetzen. Wer derart dreist vorgeht, entlarvt sich selbst.

Weitere Stimmen

Stefan Plöchinger, Mitglied der Chefredaktion für digitale Projekte bei Süddeutsche Zeitung, hat folgendes Statement auf Facebook abgegeben, in dem deutlich Facebook kritisiert, wie sie mit Fake-News umgehen:

Es ist jetzt schon ein paar Stunden her, dass wir Facebook gemeldet haben, dass das hier Fake News sind (ausgegeben als Künast-Zitat in der SZ). Außer einem Versprechen, dass man schauen wird, was man machen kann, ist halt leider nichts passiert. Kann sein, dass noch „was gemacht werden kann“; aber hey: Ein paar Stunden lang nicht wissen, was man mit so einem demokratiezersetzenden Dreck machen soll — das kann man sich als Multimilliardenmedienkonzern schon mal erlauben, gell?

Dabei teilt er eine Statusmeldung von Martin Jungfer (Manager, Online Marketing bei NZZ Neue Zürcher Zeitung), der ebenso deutliche Worte für diese Falschmeldung findet:

Schmutzige Tricks, üble Verleumdungen, Säen von Hass – so arbeiten bei Facebook einige, um politische Gegner zu vernichten. Ignaz Bearth (offiziell), Schweizer, Unterstützer von Rechtsextremen, Käufer von Facebook-Fans und Ex-Pegidist, hat Renate Künast ein nie gesagtes Zitat zum Mord in Freiburg untergejubelt, den vermeintlichen Autoritätsstempel der Süddeutsche Zeitung als Quelle genommen und eine Empörungswelle ausgelöst.

Unfassbar, dass das fast 4000 „Likes“ bekommt und 4500-mal geteilt wird.

Und schade, dass Facebook nicht ermöglichst, dass diese offensichtliche Falschmeldung als solche gemeldet werden kann. Und nein, liebes Facebook, Nachrichten von Ignaz Bearth einfach auszublenden, halte ich nicht für eine adäquate Lösung.

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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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