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Deutlicher Zuwachs an Zecken – 35 Fakten über die kleinen Blutsauger

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Durch den milden Winter könnte 2020 zum Rekordjahr der Zecke werden. Experten warnen vor einem sprunghaften Anstieg der Population.

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Georg Duscher ist Parasitologe bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Gegenüber dem ORF erklärt er, dass in diesem Jahr ein deutlicher Zuwachs an Zecken gemeldet wurde. Auch die tropische Riesenzecke (Hyalomma) wurde in den letzten Jahren immer wieder in unseren Breitengraden beobachtet.

Und wir bei Mimikama erhalten stetig Fragen zu den kleinen Milben, die vor allem Wanderer, Spaziergänger und Tierbesitzer beinahe in den Wahnsinn treiben. Ob Mythos oder Wahrheit – es kursieren so einige Aussagen über Zecken, die wir an dieser Stelle nochmals ganz genau unter die Lupe nehmen. Kollege Ralf hält die Fakten bereit:

Fakt 1: Zecken überleben unter Wasser

Zecken können 3 Wochen unter Wasser überleben! Spülen Sie eine Zecke daher nicht die Toilette hinunter. Die Zecke wird dies sehr wahrscheinlich überleben. Und wer weiß … vielleicht kriecht sie durch das Abflussrohr wieder nach oben, um Rache zu nehmen …

Das ist richtig. Der Biologe Biologe Dr. Hans Dautel steckte dafür Zecken in ein Aquarium. Die Zecken überlebten nicht nur 3 Wochen lang, sondern häuteten sich sogar unter Wasser.

Fakt 2: Die Zecke ist ein Spinnentier

Zecken sind keine Insekten. Zecken gehören zu den Spinnentieren. Insekten haben 6 Beine. Nymphen und ausgewachsene Zecken haben 8 Beine, wie Spinnen und Skorpione. Haben Sie Angst vor Spinnen? Ein Grund mehr, sich vor Zecken zu fürchten!

Das ist richtig. Zwar haben frisch geschlüpfte Zeckenlarven nur 6 Beine, nach der ersten Häutung bekommt sie aber zwei Beine mehr und ist somit ein Arachnoid.

Fakt 3: Zecken überleben im Gefrierfach

Zecken überleben 24 Stunden lang bei -12 °C in einem Gefrierfach. So zäh sind diese kleinen Blutsauger. Also schauen Sie das nächste Mal gut hin, wenn Sie etwas aus dem Gefrierschrank nehmen. Vielleicht „chillt“ eine Zecke auf Ihren Fischstäbchen.

Das ist richtig. Auch wenn es selten vorkommt, dass man Zecken zusammen mit den Lebensmitteln einfriert, so überleben manche Nypmhen bis zu -13 Grad. Um sicher zu gehen, dass Zecken (beispielsweise bei Frischwild) wirklich nicht überleben, sollte das Fleisch bei -20 Grad mindestens 24 Stunden lang eingefroren werden.

Fakt 4: Die Zecke ist der größte Verbreiter von Krankheiten

Mit Ausnahme von Mücken sind Zecken weltweit die größten Verbreiter von Krankheiten. Innerhalb Europas sind Zecken sogar die größten Verbreiter von Krankheiten! Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen an den Folgen eines Zeckenstichs.

Das ist nicht eindeutig. Eine eindeutige Statisitk dazu konnten wir nicht auffinden, jedoch steigt aufgrund des Klimawandels die Infektionsgefahr durch Mücken und Zecken, da durch die längeren Wärmephasen auch die Saison für Mücken und Zecken länger wird und sie sich besser verbreiten können.

Fakt 5: Zecken überleben in der Wohnung

Zecken können bis zu 10 Tage in der Wohnung überleben … und folglich solange auch stechen. Seien Sie aufmerksam!

Das ist richtig. Zeckenweibchen leben in der Natur bis zu 5 Jahre und können auch locker mal 2 Jahre ohne Nahrung auskommen. In einer Wohnung ist einer Zecke meist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, weswegen sie nicht allzu lange überleben können, doch auch ohne Wirt schaffen sie es, 10 Tage in einer Wohnung zu überleben.

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Fakt 6: Zecken im Garten

40% aller gefährlichen Zeckenstiche ziehen sich im Garten zu.

Das ist nicht eindeutig. Eine eindeutige Statistik dazu konnten wir nicht auffinden, da auch nicht jeder Garten Zecken beheimatet. Jedoch fanden sich in 20 Prozent der Gartenstücke, welche 500 Meter vom Wald entfernt sind, noch Zecken, wenn auch nur manchmal in einzelnen Büschen. Sicherheitshalber sollten man deswegen in Gartengrundstücken nahe des Waldrandes immer Gummistiefel und Handschuhe bei der Gartenarbeit tragen.

Fakt 7: Eine infizierte Zecke ist sehr aktiv

Zecken, die mit der Borrelia-Bakterie (verursacht Borreliose) infiziert wurden, sind aktiver als die nicht infizierten Kollegen. Das heißt, infizierte Tiere gehen auf die Pirsch, lieben „Blind Dates“, um öfters ihre Opfer stechen zu können.

Das ist nicht eindeutig.Wir fanden keinen Nachweis, dass mit dem Borrelia-Bakterium infizierte Zecken aktiver sind. Es dauert allerdings bis zu 24 Stunden, in seltenen Fällen nur 12 Stunden, bis eine solche Zecke einen Menschen damit infiziert, zudem ist bundesweit fast jede dritte Zecke mit Borreliose infiziert, so dass eine schnelle Entfernung einer Zecke sehr wichtig ist.

Fakt 8: Zecken können 9 Jahre alt werden

Ein Fall einer Taubenzecke (Argas reflexus) ist bekannt, diese wurde 21 Jahre alt. Die hatte vermutlich schon in den 1990er-Jahren ihre Opfer.

Dabei handelt es sich um Ausnahmen. Unter Laborbedingungen überlebten Zecken sogar bis zu 10 Jahre, auch fanden sich noch große Bestände von Taubenzecken in Taubenschlägen, die schon seit 21 Jahren nicht mehr genutzt werden, doch befällt die Taubenzecke Menschen nur sehr selten, und in der freien Natur überleben sie nur bis zu 5 Jahre. Die Männchen sterben nach der Geburt, die Weibchen nach der Eiablage.

Fakt 9: Mehr als 50 % der Zecken sind infiziert

In Gebieten mit einem hohen Zeckenvorkommen, wie in Baden-Württemberg und Bayern, sind mehr als 50 % der Tiere mit der Borrelia-Bakterie infiziert.

Der Wert ist zu hoch angesetzt. Je nach Bundesland liegt der Wert der mit Borrelia-Bakterien infizierten Zecken bei 5 Prozent bis 35 Prozent. Bei rund 6 Prozent kommt es zu einer Infektion mit dem Bakterium, bei 0,3 Prozent bis 1,4 Prozent kommt es zu einer Erkrankung.

Fakt 10: 7 % der Jugendlichen werden gestochen

Eine Studie des Robert-Koch-Institutes zeigt, dass circa 7 % der Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren mindestens 1 x von einer infizierten Zecke gestochen werden. Das sind 2 bis 3 Schüler einer durchschnittlichen Schulklasse.

Das ist richtig. Deswegen sollte man als Eltern nun aber den Jugendlichen nicht den Schulausflug in den Wald verbieten, stattdessen aber Vorsichtsmaßnahmen wie passendes Schuhwerk und Socken vornehmen.

Fakt 11: Zecken lieben eine feuchte Umgebung

Zecken benötigen einen bestimmten Feuchtigkeitsgrad, um überleben zu können. Sie bevorzugen Plätze, an denen die Luftfeuchtigkeit höher als 85 % ist. Vor allem nach Regenperioden sind Zecken besonders aktiv.

Wenn Sie also direkt nach einem sommerlichen Regenschauer durch das Gras spazieren, laden Sie die Zecken geradezu ein, Sie zu stechen.

Das ist richtig. Zecken brauchen eine Luftfeuchtigkeit zwischen 80 und 95 Prozent, um überleben zu können. Deswegen überleben Zecken in Wohnungen, in denen es durchschnittlich 55 Prozent Luftfeuchtigkeit hat, „nur“ 10 Tage (siehe Fakt 5).

Fakt 12: Zecken schützen sich im Winter

Zecken verkriechen sich im Winter in Mäusenester und schützen sich so vor der Kälte. So können sie wochenlang Temperaturen bis zu -15 °C überleben.

Das ist richtig. Auch wenn längere Kälteperioden den Milben zu schaffen machen, darf man das sogenannte Mikroklima nicht vergessen: Zecken verstecken sich nicht nur in Mäusenestern, sondern auch in Laubhaufen und unter hohen Schneedecken, wo es einige Grad wärmer ist als die strenge Außentemperatur… wenige Grad, die genügen, das Überleben einer Zecke zu sichern.

Fakt 13: Zecken sind im Winter aktiv

Von wegen Winterschlaf – Zecken sind auch im Winter ab 5 °C aktiv. Viele Menschen werden daher auch im Herbst und Winter von ihnen gestochen!

Das ist richtig. Zwar schreiben die meisten Seiten von 7 Grad Celsius, jedoch möchten wir wegen zwei Grad unterschied nicht kleinlich sein. Diese Temperaturen müssen jedoch über mehrere Tage halten, damit Zecken aus ihrem komatösen Winterschlaf erwachen. Dann allerdings sind sie tatsächlich aktiv und können Tier und Mensch befallen.

Fakt 14: Zecken überleben in 1.500 Meter Höhe

Wissenschaftler haben in Deutschland Zecken entdeckt, in mehr als 1.500 Meter Höhe. Bitte nehmen Sie sich bei Bergwanderungen vor diesen Mini-Vampiren in acht!

Das ist zweifelhaft. Sehr viele Quellen berichten zwar über Zeckenfunde in dieser Höhe, konkret bekannt sind aber nur zwei Fälle: eine Ziege in Tschechien in 1.100 Meter Höhe (2010), eine Ziege in Österreich in 1.560 Meter Höhe(2008). Von einer allgemeinen Gefährdung in dieser Höhe kann jedoch laut Wissenschaftler nicht ausgegangen werden.

Fakt 15: Anmache zwecklos – Zecken lassen sich nicht anlocken

Zecken sind von Natur aus faul. Sie suchen nicht aktiv nach einem Wirt. Sie warten ab, bis der Wirt zu ihnen kommt. Normalerweise bewegt eine Zecke (I. ricinus) sich in ihrem ganzen Leben nicht mehr als 1 bis 2 Meter von selbst. Das heißt, sitzt eine von ihnen auf einem Grashalm, wartet sie in aller Ruhe auf ihr Opfer.

Das ist richtig. Der Gedanke ist natürlich reizvoll: Eine „Zeckenfalle“ im Garten aufstellen und die Tierchen dann einfach einsammeln. Tatsächlich werden solche Fallen sogar angeboten, deren Nutzen ist allerdings zweifelhaft, wie der „NDR“ berichtet: gerade die häufigste Zeckenart, der Gemeine Holzbock, bleibt lieber still am Grashalm sitzen und wartet, bis ein Wirtstier (oder Wirtsmensch) vorbeikommt, bevor er sich bequemt, auf eine potentielle Nahrungsquelle zuzukrabbeln.

Fakt 16: Zecken überleben in der Waschmaschine

Zecken überleben das Waschen in der Waschmaschine bei 40 °C. Um sie zu töten, müssen Sie den Wäschetrockner benutzen.
Hey, ich habe einen schwarzen Fleck auf meinem Ärmel … igitt, der bewegt sich!!!

Das ist richtig. Das Münchner Fachmagazin „MMW – Fortschritte der Medizin“ berichtete, dass der Insektenforscher John Carroll vom US-Agrarforschungsdienst ARS in Beltsville (US-Staat Maryland) sogar beobachten konnte, dass Zecken sogar den Kochwaschgang überlebt haben. Der Wäschetrockner, so er denn auf höchster Stufe läuft, war dann allerdings doch zuviel für die Krabbler.

Fakt 17: Zecken brauchen mehrmals eine Blutmahlzeit

Graf Dracula lässt grüßen. Zecken brauchen mehrmals in ihrem Leben eine Blutmahlzeit – und stechen deshalb auch mehrmals. Die Larve ernährt und häutet sich nach der Blutmahlzeit in eine Nymphe. Die Nymphe ernährt sich abermals von Blut und häutet sich in eine erwachsene Zecke. Die erwachsenen weiblichen Zecken ernähren sich letztendlich zum dritten Mal und legen Eier.

Das ist richtig. In jeder Phase ihres Lebenszyklus benötigen sie Blut, um sich weiter zu entwickeln. Der Saugvorgang dauert je nach Zeckenart zwischen 30 und 60 Minuten bis zu einigen Tagen und sogar Wochen.

Fakt 18: Zecken werden vom Blut der Mäuse mit Bakterien und Viren infiziert

Zecken werden mit Bakterien und Viren infiziert, weil sie sich in der Larve- und Nymphenphase von Mäusen ernähren, die jene Bakterien als sogenannte Reservoirwirte in sich tragen.

Aber: Mäuse können bei der Bekämpfung von Zecken eine wichtige Rolle spielen. So kann die Verbreitung von Krankheiten, wie Borreliose und FSME, bekämpft werden.

Das ist richtig. Der Zyklus geht aber noch viel weiter: Bilden Fichten und Buchen viele Zapfen, haben Mäuse viel zum futtern. Wird dazu noch der Fuchsbestand in einer Gegend niedrig gehalten, können sich Mäuse besser vermehren. Dadurch können sich auch mehr von ihnen ernähren, von den Mäusen das Bakterium aufnehmen und weiter verbreiten.
Man kann die Bäume nicht daran hindern, viele Zapfen zu bilden. Jedoch kann schon ein moderater Fuchsbestand dafür sorgen, dass sich weniger Mäuse und damit auch weniger Zecken vermehren.

Fakt 19: Zecken kommen 5 Jahre ohne Nahrung aus

Zecken können 1 Jahr ohne Nahrung überleben – manche Zeckenarten kommen sogar 5 Jahre ohne Blutmahlzeit aus. Eine Diät ohne Jo-Jo-Effekt!

Das ist richtig. Lederzecken können sogar bis zu 10 Jahre ohne Nahrung auskommen!

Fakt 20: Nach der Blutmahlzahl – das 100-Fache an Körpergewicht

Nach einer Blutmahlzeit nimmt die Zecke circa das 100-Fache ihres Körpergewichtes zu. Es gibt Zeckenarten, die sind nach dem „Essen“ sogar um das 600-Fache schwerer.

Das ist richtig. Der Gemeine Holzbock schafft es sogar manchmal bis auf das 200-fache des eigenen Körpergewichts.

Fakt 21: Zeckenkaviar – der Zeckennachwuchs

Eine erwachsene weibliche Zecke legt im Durchschnitt 3.000 Eier, auch bekannt als Zeckenkaviar! Manche Zeckenarten, wie die Hyalomma und die Amblyomma, legen sogar 20.000 Eier!

Das ist richtig. Doch sollte man natürlich tunlichst davon absehen, diesen „Kaviar“ zu essen!

Fakt 22: Wie Zecken ins Haus kommen

Zecken können über Ihre Haustiere in Haus kommen. Hunde und Katzen bringen sie häufig mit ins Haus.
Deswegen: Achten Sie nicht nur bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze darauf, sondern suchen Sie auch bei sich nach Zecken.

Das ist richtig. Von selbst krabbeln sie eher nicht in die Wohnung, sondern haften sich ins Fell der Haustiere oder an die Kleidung und gelangen so in die eigenen vier Wände.

Fakt 23: Zecken mit Alkohol oder Öl entfernen – ein Mythos

Bitte Zecken nicht mit Alkohol oder Öl entfernen! Es ist ein Mythos, dass sie am besten mit Alkohol oder Öl zu entfernen sind. Die Chance, sich mit Borreliose zu infizieren, erhöht sich massiv, wenn eine Zecke falsch entfernt wird (wie mit Alkohol oder Öl). Die Zecke könnte sich in die Einstichstelle übergeben und so erst recht Bakterien und Viren übertragen.

Fazit: Bitte entfernen Sie Zecken fachgerecht, beispielsweise mit einer Zeckenzange oder Zeckenpinzette – beides erhalten Sie in der Apotheke.

Das ist richtig. Die Zecke atmet über ein Organ an ihrem Körper. Wenn man sie mit etwas beträufelt, beschmiert usw., bekommt diese Atemnot und Todesangst und erbricht sich in den Wirt. Die Borrelien / Borreliose verbreiten sich dann direkt und in vollem Umfang.

Fakt 24: 900 Zeckenarten weltweit

Weltweit gibt es mehr als 900 unterschiedliche Zeckenarten. Die gefährlichste Zeckenart in Deutschland ist der „Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus)“.

Das ist richtig. In Deutschland finden sich allerdings nur 15 Zeckenarten, von denen auch nur 5 Arten weiter verbreitet sind.

Fakt 25: Die gefährlichsten Zecken sind die „Teenager-Zecken“

Nymphen verursachen die meisten Infizierungen. Dies ist so, weil eine Nymphe winzig ist, und deswegen oft zu spät oder überhaupt nicht bemerkt wird.

Merke: Die gefährlichsten Zecken sind die, die nicht bemerkt werden. Seien Sie also immer wachsam!

Das ist richtig. Die Nymphen sind nur knapp einen Millimeter groß und dementsprechend schlecht sichtbar, sie sehen auf dem Körper eher wie ein Pigmentfleck, nicht wie ein Spinnentier aus. Zudem verlieren sie nach einem Stich ca. 90 Prozent der in ihnen enthaltenen Bakterien an den Wirt.

Fakt 26: Zecken sind die NSA unter den Spinnentieren

Zecken observieren ihre Opfer mit einer Art Geruchsorgan, das das „Haller’sche Organ“ genannt wird. Dieses Organ registriert mechanische, thermische und chemische Reize, wie beispielsweise Buttersäure aus dem Schweiß eines möglichen Opfers.

Das ist richtig. Das Haller-Organ befindet sich am letzten Beinsegment der vordersten Beine. Sie nehmen damit chemische Verbindungen wie Kohlendioxid, Ammoniak, Schwefelwasserstoff und eine Vielzahl organischer Komponente wie z.B. Benzaldehyd wahr.

Fakt 27: Prominente Fälle von Borreliose

Michael J. Fox, George Bush und Sebastian Schweinsteiger – sind an Borreliose erkrankt. Selbst Ötzi, der Mann aus dem Eis, soll laut Untersuchungen ein Opfer der Zecke gewesen sein.

Das ist richtig. Unklar ist, ob all diese Prominenten (dazu zählen auch Avril Lavigne und Yolanda Foster) sich durch Zeckenstiche infizierten, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch durchaus gegeben.

Fakt 28: Die Zeckenimpfung – und NICHT alles ist gut

Das ist ein Mythos. Sie können sich gegen FSME impfen lassen, aber nicht gegen Borreliose. Für Borreliose und andere von Zecken übertragbare Krankheiten gibt es noch keinen Impfstoff.

Das FSME-Virus befindet sich in den Speicheldrüsen der Zecke und wird unmittelbar beim Stich auf das Opfer übertragen.

Das ist richtig. Während es gegen den FSME-Virus tatsächlich eine Schutzimpfung gibt, ist man aber dadurch nicht gegen das Borrelia-Bakterium immun, welches im Darm der Zecke sitzt. Bei einer Infektion mit Borrelia-Bakterien helfen aber Antibiotika.

Fakt 29: Die Quote – Infizierung nach einem Zeckenstich

In FSME-Risikogebieten liegt die Quote bei 1:150, an FSME durch einen Zeckenstich zu erkranken.

Borreliose kommt in ganz Deutschland vor. Durchschnittlich beträgt die Gefahr, sich an Borreliose mittels Zeckenstich zu infizieren 1:40, in Süddeutschland sogar 1:15.

Das ist richtig.Borreliose wird dabei am Häufigsten übertragen, pro Jahr sind es 60.000 bis 100.000 Erkrankungen in Deutschland. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), auch Hirnhautentzündung genannt, kommt zwar seltener vor (583 Fälle in 2018), verläuft jedoch gefährlicher.

Fakt 30: Jedes Jahr 400.000 Borreliose-Erkrankungen

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 50.000 Menschen an Borreliose oder werden krank durch einen Zeckenstich (manche Quellen behaupten sogar mehr als 400.000 Krankheitsfälle mittels Zeckenstich).

Die Zahl ist wahrscheinlich zu hoch gegriffen. In Deutschland gibt es laut dem Robert Koch-Institut je nach Quelle zwischen 40.000 und 120.000 Fälle. In der Studie einer Frankfurter Arbeitsgruppe wurde von 214.000 Fällen berichtet, jedoch erwähnen die Autoren selbst, dass die Zahl aufgrund von klinischen Fehldiagnosen und fehlerhafter Kodierung bei der Krankenkassen-Abrechnung wahrscheinlich zu hoch ist.

Fakt 31: Zecken können NICHT springen, fliegen und sich von Bäumen fallen lassen

Dies ist ein Märchen. Zecken springen nicht auf ihr Opfer, sie warten auf Grashalmen oder im Gebüsch und haken sich dann an den Wirt, sobald dieser mit ihnen in Kontakt kommt. Stellen Sie sich vor, die Tiere könnten fliegen … dann wäre niemand sicher.

Das ist richtig. Zecken warten in einer Höhe von 40 – 80 Zentimeter auf ihre Opfer, krallen sich dann an dem Wirt fest (Fell oder Kleidung) und krabbeln von dort aus auf die Suche nach einer geeigneten Einstichstelle. Dass sich die Tierchen „von den Bäumen fallen lassen“ ist ein alter, aber absolut unwahrer Mythos.

Fakt 32: Wird eine Zecke innerhalb von 24 Stunden entfernt, kann mann trotzdem an Borreliose erkranken

Auch das ist ein Märchen. Sie können mit Borreliose infiziert werden, in dem Moment, in dem die Zecke „entscheidet“, einen Teil ihres Mageninhaltes in die offene Wunde zu spucken. Meistens findet dies erst nach der Mahlzeit statt, ist aber nicht immer der Fall.

Deswegen: Beobachten Sie nach einem Zeckenstich, ob Symptome von Borreliose entstehen. Dies kann auch einige Wochen oder Monate dauern.

Die Behauptung ist falschdie Erklärung ist richtig. Die Zecke muss eine längere Zeit saugen, bevor der Erreger übertragen wird. Das Infektionsrisiko steigt nach einer Saugzeit von mehr als 12 Stunden. Entfernt man die Zecke frühzeitig, ist das Übertragungsrisiko daher nur sehr gering. Die schnellstmögliche Entfernung der Zecke durch den Gestochenen ohne Manipulation der Zecke ist von großer Bedeutung bei der Prävention der Lyme-Borreliose.

Fakt 33: Bekommt man keine Wanderröte (Erythema Migrans), kann man trotzdem an Borreliose erkranken

Dies ist ein Mythos. Bei etwa 40 bis 50 % aller an Borreliose erkrankten Personen zeigt sich keine Wanderröte (Erythema Migrans).

Die Behauptung ist richtigdie Erklärung ist falsch. Die sogenannte Wanderröte tritt bei 80 bis 90 Prozent aller Infektionen auf. Somit treten bei 10 bis 20 Prozent der mit Borreliose infizierten Menschen keine Wanderröte auf.

Fakt 34: Die Zecke überlebt sogar die Elektronenmikroskopie

Der japanische Wissenschaftler Yasuhito Ishigaki und seine Kollegen von der Kanazawa Medical University in Japan entdeckten, dass Zecken ein elektronisches Mikroskopieverfahren überleben. Während dieses Verfahrens wird ein Testexemplar in ein Vakuum gebracht. Danach werden Elektronen auf den Organismus abgefeuert, um ein scharfes Bild zu erhalten. Nahezu alle „Testobjekte“, bei denen dieses Verfahren angewandt wird, sterben direkt.

Das gilt nicht für die Zecke: Nach dem Vakuum und der Elektronenattacke läuft sie einfach davon und überlebte sogar noch weitere Tage. Das meinen wir, wenn wir über die „zähe“ Zecke sprechen!

Das ist richtig. Zumindest gilt das für asiatische Zecken der Art Haemaphysalis flava, die von Forschern getestet wurden. Eng verwandte Arten dieses in Japan häufigen Blutsaugers sind auch in Europa beheimatet.

Fakt 35: Neue Riesen-Zecke in Deutschland aufgetaucht – sie überträgt gefährliches Virus

Sie kann Warmblütler auf bis zu zehn Meter Entfernung wittern und mit ihren auffällig gestreiften Beinen Hunderte Meter weit verfolgen. Dabei ist sie mit bis zu 2 cm Länge deutlich größer als die heimischen Zecken. Sie legt sogar bis zu 20.000 Eier.

Die Hyalomma können gefährliche Erreger übertragen, darunter jenes Virus, das das Krim-Kongo-Fieber verursacht, welches mit schweren Blutungen einhergehen kann. Laut Robert-Koch-Institut trug bislang (Stand 2018) keine dieser Zecken Infektionserreger wie zum Beispiel das Krim-Kongo-Virus in sich. allerdings wurden bereits bei der Hälfte der untersuchten Tiere die Erreger des tropischen Fleckfiebers nachgewiesen.

Während die normalen Zecken nicht einfach zu sichten sind, sobald sie sich am menschlichen Körper festkrallen, spürt der Mensch den Angriff der Hyalomma, denn sie ist deutlich größer. Man merkt, wenn diese auf einem herumläuft.

Das ist richtig. 2018 teilte die Universität Hohenheim in einer Pressemitteilung mit, dass mehrere Funde in Deutschland Fachleute beunruhigen.

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