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Werden die Zahlen der Corona-Toten auf EU-Anweisung gefälscht? Nein!

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Angeblich gäbe es eine Vorgabe der EU, wie Corona-Tote zu zählen sind. Somit sollen die Zahl der Toten künstlich hoch gehalten werden.

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In mehreren Artikeln (wobei diese inhaltlich gleich und nur voneinander kopiert sind) wird behauptet, dass die Zahl der Corona-Toten „nicht hoch genug seien“ und deshalb mit allen Mitteln die Zahlen nach oben manipuliert werden – angeblich sogar auf offizielle EU-Anordnung hin.

Werden die EU-Statistiken gefälscht?
Werden die EU-Statistiken gefälscht?

Auf den Seiten wird beispielsweise behauptet, dass man als Corona-Toter gezählt wird, wenn man positiv getestet wurde und drei Wochen später von einem Auto überfahren wird.

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Auf der Suche nach der Anordnung

Solche Artikel sind natürlich nie mit Linsk versehen, die das Behauptete auch beweisen, also müssen wir uns selbst auf die Suche machen. Angeblich stammt jene Anordnung von der europäischen Seuchenschutzbehörde:

„Selbst Experten im Gesundheitsbereich geben zu, dass diese Methode nicht ganz sauber ist. Sie sagen aber: Die europäische Seuchenschutzbehörde schreibt ihnen vor, bei dieser Manipulation mitzumachen.“

so die Behauptung.

Problem: Eine „Europäische Seuchenschutzbehörde“ gibt es nicht, jedenfalls nicht unter dieser Bezeichnung. Jener Aufgabe am Nächsten kommt aber das European Centre for Disease Prevention and Control, welches die Überwachung der Sterblichkeit definiert, diese auch direkt von der WHO übernommen hat.

„Ein COVID-19-Todesfall wird für Überwachungszwecke definiert als ein Tod infolge einer klinisch kompatiblen Krankheit in einem wahrscheinlichen oder bestätigten COVID-19-Fall, es sei denn, es gibt eine eindeutige alternative Todesursache, die nicht mit der COVID-Erkrankung in Verbindung gebracht werden kann (z.B. Trauma). Zwischen der Erkrankung und dem Tod sollte es keine Zeitspanne der vollständigen Genesung geben.

Ein Tod aufgrund von COVID-19 darf nicht auf eine andere Krankheit (z.B. Krebs) zurückgeführt werden und sollte unabhängig von Vorerkrankungen gezählt werden, die im Verdacht stehen, einen schweren Verlauf von COVID-19 auszulösen.“

Dazu muss man aber auch erwähnen, dass dies keine Vorgabe der EU ist, sondern eine Empfehlung. Wie nun die Corona-Todesfälle im Detail ermittelt werden, liegt in der Verantwortung der einzelnen EU-Länder.

Für Deutschland beispielsweise definiert das RKI die Corona-Todesfälle folgendermaßen:

„In der Statistik des RKI werden die COVID-19-Todesfälle gezählt, bei denen ein laborbestätigter Nachweis von SARS-CoV-2 (direkter Erregernachweis) vorliegt und die in Bezug auf diese Infektion verstorben sind.“

Für Österreich gilt diese Definition:

„Definition „Verstorben“: COVID19 Tod ist definiert – für Surveillance-Absichten – als ein laborbestätigter Fall von COVID19 mit Ausgang Tod, wobei zwischen Status „Erkrankung“ und Status „Tod“ der Status „Genesen/Geheilt NICHT vorgelegen hat.“

Die Behauptung der Seiten zu der Zählung der Todesfälle ist somit falsch.

Die Zählweise in Österreich

Ein weiteres Argument in den Artikeln ist, dass es in Österreich sprunghaft 700 Corona-Tote mehr gegeben habe, da die Zählweise geändert wurde.

Wir widmeten diesem Fakt bereits im August einen eigenen Artikel, denn tatäschlich wurde die Zählweise in Österreich geändert. Allerdings ist die Behauptung, dass Österreich nun 700 Fälle mehr hätte, falsch.

Statt zwei verschiedene Zahlen, die der gemeldeten und die der bestätigten Todesfälle, anzugeben, wird seit August nur noch eine Zahl angegeben: die der gemeldeten Fälle. Die angegebene Zahl ist zwar dadurch leicht (!) höher, stellt aber sicher, dass kein am neuen Coronavirus Verstorbener „unter den Tisch gekehrt wird“.

Wie man an der damaligen Statistik sieht, unterscheiden sich die Zahlen auch nur sehr unwesentlich: statt 706 stehen dann dort 719 Fälle.

Alte und neue Zählweise seit August
Alte und neue Zählweise seit August, Quelle: gesundheitsministerium.at, Stand: 6.8.2020

Die Behauptung, dass es plötzlich 700 Fälle mehr in Österreich gegeben habe, ist somit falsch.

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Fazit

Die Behauptungen, dass die Zählweisen der Corona-Toten von der EU vorgegeben werden, ist ohnehin falsch, es handelt sich nur um Empfehlungen.

Die Zählweisen aus Deutschland und Österreich zeigen auf, dass mitnichten Tote gezählt werden, die beispielsweise Wochen später durch einen Autounfall sterben.
Ob eine solche Zählweise dann zu signifikant höheren Zahlen führen würde, ist zumindest zweifelhaft.

Artikelbild: Shutterstock / Von LuckyStep
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Hinweis: Die Wiedergabe einzelner Bilder oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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