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Wissenschaftlich nicht haltbar: Die „Great Barrington Erklärung“

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Seit dem 6. Oktober macht die „Great Barrington Declaration“, eine von angeblichen über 15.000 wissenschaftlichen und medizinischen Expert*Innen weltweit unterzeichnete Erklärung, Furore.

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Die Forderungen darin: Herdenimmunität statt Lockdown durch die Rückkehr der Jungen und Gesunden zum Alltag. Doch die Thesen der Erklärung sind wissenschaftlich höchstumstritten.

Die Erklärung, die von zahlreichen Epidemiolog*Innen und anderen medizinischen Expert*Innen unterzeichnet worden sein soll, fordert eine Abkehr von strengen Maßnahmen. Denn die Lösung für die Gruppe ist nicht Eindämmung, sondern Herdenimmunität.

Demnach sollen junge und gesunde Menschen wieder ihren gewöhnlichen Alltag bestreiten, zur Arbeit oder zur Schule gehen. Ältere und kranke Menschen sollen dagegen länger abgeschottet werden. So lange bis die gesunden Menschen, eine ausreichende Herdenimmunität hergestellt haben. Verpackt ist das Prinzip unter dem klingenden Namen „gezielter Schutz“ („focused Protection“).

Eine einfache Lösung, die sich erst einmal gut anhört.

Besser könnte es doch auch nicht für die Wirtschaft und die persönliche Freiheit in einer Pandemie kommen. Vorausgesetzt man ist jung und gesund.

Doch Vorsicht. Andere medizinische Expert*Innen warnen bereits vor der Erklärung. Denn wenn auch Verständnis in der medizinischen Fachwelt für Kritik an der Härte von Maßnahmen vorhanden ist, besteht für Kritiker*Innen der Erklärung ein Problem mit der Gewissheit, mit der diese Lösungen vorgebracht werden.

Der Präsident der „Academy of Medical Sciences“ Professor Sir Robert Lechler bezeichnet in einem Statement, die Exklusion von älteren Menschen als „unethisch“ und auch nicht vollständig möglich. Auch sei der Virus längst nicht so ungefährlich für junge und gesunde Menschen wie in der Erklärung behauptet wird. Gerade die Langzeitfolgen einer Infektion können gravierend sein, vieles davon ist noch nicht ausreichend erforscht. Für eine Herdenimmunität, so der Experte, müssten mindestens 70% der Bevölkerung erkranken. Und das mit möglichen Gefahren, die noch vollkommen unberechenbar aufgrund unsicherer Verläufe und möglichen Langzeitschäden sind.

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Auch gibt es für die reine Möglichkeit und Wirksamkeit einer Herdenimmunität bei Covid-19 nach wie vor keine standhaften Beweise. Ganz im Gegenteil, man weiß noch nicht, wie lange man nach einer Infektion tatsächlich immun ist. Auch zeichnen sich bereits Fälle ab, wo sich Menschen sogar zweimal mit dem Virus angesteckt haben.

Wirklich? Angebliche Expert*Innen mit Namen wie Dr. Johnny Bananas

Trotzdem geben sich die Unterzeichner*Innen der Erklärung Gewiss. Doch wer sind diese überhaupt? Nicht nur echte Wissenschaftler*Innen jedenfalls. Sky News veröffentlichte eine Untersuchung der Unterschriften und fand heraus, dass sich darunter viele unseriöse Namen wie „Dr. Johnny Bananas“ und „Dr. Person Fakename“ befinden. Tatsächlich kann die Erklärung ohne Kontrolle, von jedem, dem die Aussagen passen, unterschrieben werden. Damit sind die Tore für jede Art von Maßnahmen- und Corona-Kritiker*Innen geöffnet und dabei sinkt die Anzahl der echten Wissenschaftler*Innen unter den Unterschriften. Wobei auch echte Mediziner*Innen wissenschaftlich nicht haltbare Thesen aufstellen können – wie Mimikama unlängst zeigte.

Die „Great Barrington Erklärung“ ist also so wie sie verfasst ist, nicht haltbar.

Der bedenkliche politische Hintergrund der Erklärung

Die „Great Barrington Declaration“ wird durch das „American Institute for Economic Research“ AIER unterstützt. Jenes Institut formuliert auf seiner eigenen Website starke neoliberale Vorstellungen von freien Märkten, in denen Eingriffe seitens Regierungen auf ein Minimum beschränkt werden sollten. Prinzipien, die also gerade nicht Ältere und Schwächere begünstigen, sondern die bereits Starken in der Gesellschaft. Komischerweise ganz anders als in der Erklärung eigentlich angekündigt.

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Dieser Inhalt wurde von EURONEWS GERMANY zur Verfügung gestellt.

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