Aktuelles Windturbinenblätter können nicht recycelt werden? Der Faktencheck!

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Windräder gelten im Allgemeinen als saubere und nachhaltige Energiequellen. Doch auf Social Media ist nun Kritik an den Windturbinenblättern aufgetaucht, zumindest was die Recyclingfähigkeit angeht.

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Die Fotos schockieren: Unzählige Windturbinenblätter werden vergraben. Der Grund: Nach Angaben eines Postings können diese Blätter nicht wiederverwendet werden.

Die Windturbinenblätter würden als Sondermüll gelten, das nicht recyclebar ist. Der Grund ist das Material, aus dem die Turbinenblätter bestehen. Zu diesen Bildern liest man auf Facebook:

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Mira Oonk: „Hier werden die Rotorblätter von Windkraftanlagen vergraben, da sie als nicht recycelbar gelten – eine riesige Umweltsauerei unter dem Deckmantel (gift)grüner Energie. Die Flügel sind Sondermüll, da es sich um Glasfaserverstärkten Kunststoff ((PolyesterHaz) kurz GFK) handelt, der nicht recycelbar ist. Das ist schon lange bekannt, wird aber gerne verschwiegen.“

Tatsächlich ergeben sich bei der Verwertung der Windturbinenblätter Probleme. Die Bilder mit den vergrabenen Turbinenflügel stammen zwar nicht aus Deutschland, weisen jedoch auf die Problematik hin:

Windturbinenblätter
Windturbinenblätter

Faktencheck Windturbinenblätter

Windräder halten letztendlich nicht für die Ewigkeit. An manchen Stellen werden sie auch durch effizientere Anlagen ersetzt. Dadurch entsteht entsprechend Müll. Im Idealfall sollen die Materialien eines Windrads jedoch wiederverwendet werden.

Ein Problem stellen dabei jedoch die Windturbinenblätter und Gondelverkleidung dar, die aus schwer verwertbaren Verbundwerkstoffe bestehen. Dies wird auch aus einer Zusammenfassung des Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT und der Technischen Universität Dresden deutlich. Hier liest man:

Die Rotorblätter von WKA sind technologisch gesehen ein Verbund aus Kunstharz (Epoxidoder Polyesterharz) und Fasern (Glas- oder Carbonfasern). Zusätzlich werden Füllstoffe, Kupferkabel als Blitzschutz und Gelcoats
zur Imprägnierung verwendet. Die Schwierigkeit besteht in der Zerkleinerung dieses Materialverbundes.

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Aus dieser Zusammenfassung geht ebenso hervor, dass insgesamt gesehen bei einem Windrad eine Recyclingquote von 80-90 % erreicht werden kann. Aber auch das Umweltbundesamt spricht in einer Pressemitteilung aus dem Jahr 2019 davon, dass die Windturbinenblätter eben problematisch sind:

Es drohen Engpässe, bei den Recyclingkapazitäten für die faserverstärkten Kunststoffe der Rotorblätter und Risiken für Mensch und Umwelt beim unsachgemäßen Rückbau.

Einfach vergraben?

Doch kann man diese Windturbinenblätter nun einfach vergraben, so wie die Bilder es zeigen? Die Bilder an sich sind echt und stammen aus einem Bloomberg-Artikel, der sich mit der Recycling-Problematik der Windturbinenblätter beschäftigt (siehe hier).

Die Fotos wurden entsprechend in den USA aufgenommen, genauer gesagt in einem Ort mit dem Namen Casper im Bundesstaat Wyoming. Aus dem Artikel erfährt man, dass auf der städtischen Mülldeponie in Casper mehr als 870 Windturbinenblätter aneinandergereiht liegen.

In Deutschland wäre so eine Lagerung jedoch nicht möglich, da die Deponierung von GFK-Abfällen verboten ist. Ein Webartikel der Energieagentur NRW klärt hierzu auf:

Weil seit 2005 die Deponierung von GFK-Abfällen gesetzlich verboten ist, kommt eine Lagerung des Materials nicht in Frage. Rotorblätter werden deshalb geschreddert und darin enthaltene Metallreste abgeschieden. Die übrigen Abfälle werden bislang als Brennstoff und Sandsubstitut in der Zementindustrie thermisch eingesetzt oder in konventionellen Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Allerdings geht das wegen der Struktur der Glasfaser und der komplexen chemischen Reaktionen im Verbrennungsprozess, die die Filter und Verbrennungslinien belasten, nur in kleinen Mengen.

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