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Freitag, 23 Juli 2021
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“Willst du reich werden? Komm in die WhatsApp-Gruppe!”

Facebook-Themen

Undurchsichtige Werbung vor YouTube-Videos verspricht Reichtum.

Er hat den Swag. Und einen Porsche. Eine goldene Uhr und ein Handy. Und wer das auch haben will, soll über WhatsApp an eine bestimmte Nummer „Ich will das” schreiben. Genau dieser Lifestyle wird auf YouTube in vorgeschalteten Videos beworben.

In den Werbevideos auf YouTube sind junge Männer zu sehen, die Werbung für eine WhatsApp-Gruppe machen, indem sie nicht nur großen Reichtum versprechen, sondern auch offen zeigen, was sie sich mit dem scheinbar verdienten Geld alles leisten können.

Screenshot: YouTube
Screenshot: YouTube

Diese Art von Köder kommt uns bekannt vor! Bereits am Anfang des Jahres berichtete der Standard über eine Warnung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) vor einem dubiosen YouTube Video, das den Zweck hat, Nutzer dazu zu verleiten, bei Wetten auf Währungskurse mitzumachen. Geldscheine, Rolex, teure Autos – der VKI warnt vor den leeren Versprechen von den jungen Männern in dem Video mit Namen wie “Markus”, “Niko” und “Sascha”.

Laut Aussage der jungen Männer soll man in einem halben Jahr 200.000 Euro verdienen können. Der Standard ging entsprechend der Sache nach und trat der WhatsApp Gruppe bei. Was sich hier zeigte, waren dann lediglich Trading-Tipps mit Empfehlungslink.

“Ich schicke dir mal ein paar Infos, was wir so machen in der Gruppe”

So erfahren sie, dass “Markus” mit so genannten “Währungspaaren” handelt. Er werde von einem “großen Trading-Netzwerk” von “mehreren Profis” mit “Live Trends, Analysen und Signalen” unterstützt. Daraufhin erhalten sie ein bis zwei Empfehlungen pro Tag via WhatsApp und Telegram – darin enthalten eine Handlungsanleitung und ein gekürzter Link.

Folgt man diesem Link, gelangt man auf die Anmeldeseiten von Portalen wie 24option und BDSwiss. Schnell merkt man, dass es sich um sogenannte “Referrer” handelt, mit denen die Plattform feststellen kann, von wem ein Nutzer, der sich neu anmeldet, “geworben” wurde. Auf Nachfrage bei “Markus” versichert er, dass er “derzeit nichts davon habe”, wenn er seine Tipps verschicke – doch der Empfehlende bekommt sehr wohl eine Vergütung für “Neukunden”. Auch wenn ein geworbener Nutzer ausreichend Geld dort umsetzt, erhält zum Beispiel “Markus” entweder einen Fixbetrag oder eine Beteiligung am Gewinn.

Ist das nun gefährlich?

Die Ratschläge sind nicht ganz astrein. Risikohinweise lassen sich nur durch mühseliges Hochscrollen bis zum ersten Eintrag finden. Trotzdem wird im Chat direkt der Eindruck erweckt, dass es nicht besonders gefährlich ist, bzw. dass man sich gegen Verluste absichern und sicher Gewinne erzielen könne.

Oft erhält man sehr fragwürdige Informationen, wie zum Beispiel, dass man aufgrund des jüngsten “Government Shutdown” in den USA auf einen zum Dollar steigenden Euro setzen solle oder auf Bitcoin-Kurse einsteigen solle, da sie bald auf 100.000 Dollar anwachsen werden. Experte Bernd Lausecker vom VKI warnt:

“Das sind bessere Wettanbieter. Mit üblichen Aktien- oder Währungshandel haben diese Plattformen nichts zu tun. Man steckt dort kein Geld direkt in die Währungen, sondern setzt auf Kurssteigerungen oder –abfälle. Geht die Prognose auf, lässt sich etwas Gewinn erzielen. Tut sie es nicht, ist der Einsatz weg. In den allermeisten Fällen ist es freilich der Anbieter dieser „binären Optionen“, der das bessere Ende für sich hat. ”

Man kann zusammenfassend sagen, dass diese “Trading-Tipps” eigentlich “hochspekulatives Finanzglücksspiel” darstellen.

Ergebnis:

Es ist fraglich, ob “Markus” auch wirklich der ist, der er vorgibt zu sein. Solche “Trading”-Maschen sind nicht neu – es gab bereits Gruppen unter dem Namen “Daniel Jachter” oder “Kay Zaremba”, deren Echtheit ebenfalls nicht verifiziert werden konnte. Für Laien sind derartige Kursentwicklungen zudem schwer voraussagbar und schon bei geringen Schwankungen und etwas Pech, geht eine Wette schlecht aus.

Leider fehlen bis jetzt jedoch gesetzliche Regelungen, das einzig Richtige ist, sich auf solche Angebote nicht einzulassen! VKI-Fachmann Lausecker rät:

“Hier sind auch Eigenverantwortung und Hausverstand gefragt. Wenn es so einfach ginge, reich zu werden, gäbe es nur noch Millionäre.”

Also: Finger weg von dubiosen Trading-Gruppen auf WhatsApp oder anderen sozialen Plattformen!

„Ob Sie das nun glauben oder nicht. Es ist so.“


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Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

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