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Samstag, 4 Dezember 2021

Fake News arbeiten nach bestimmten Prinzipien. Es gilt diese zu verstehen und diese zu erkennen.

Was sind eigentlich Fake News?

Immer wieder stolpert man im Netz über den Begriff: Fake News. Doch was genau bedeutet der Begriff? Oft wird dieser Begriff dann eingesetzt, wenn man von Falschmeldungen spricht. Doch der Begriff unterscheidet sich von anderen Phänomenen im Internet.

Täuschung, Lügen, Falschmeldungen und Manipulation im Internet sowie in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, WhatsApp und CO sind ein vielfältiges Phänomen, welches sehr unterschiedliche Risiken für Internetnutzer birgt und nicht immer dieselben Ziele verfolgen. Mit den unterschiedlichsten Strategien wird versucht, durch das Vortäuschen von etwas vermeintlich „Authentischem“ Aufmerksamkeit zu gewinnen, Klickzahlen zu erhöhen oder gar an persönliche Daten zu gelangen.

Fake News arbeiten nach bestimmten Prinzipien. Es gilt diese zu verstehen und diese zu erkennen.

Was also genau sind nun „Fake News“?

Das hängt davon ab, wer den Begriff verwendet. Der Begriff wird von viele Menschen verwendet, um Nachrichten, die ihnen nicht gefallen, zu unterdrücken. Die Beurteilung der Qualität von Nachrichteninhalten ist entscheidend dafür, ob das, was Sie sehen, wahr ist oder nicht. Es liegt an jeden einzelnen von uns, die Informationen, die wir konsumieren und weitergeben, kritisch zu bewerten.

Ein Überblick über die verschiedenen Arten von Nachrichten, denen wir online begegnen:

Fake News: Quellen, die absichtlich Informationen fabrizieren, irreführende Inhalte verbreiten oder tatsächliche Nachrichtenberichte grob entstellen, in der Regel, um eine bestimmte politische Perspektive zu fördern.

Satire: Quellen, die mit Humor, Ironie, Übertreibung, Spott und falschen Informationen das aktuelle Geschehen kommentieren.

Voreingenommenheit: Quellen, die einen bestimmten Standpunkt vertreten und sich auf Propaganda, dekontextualisierte Informationen und als Fakten verfälschte Meinungen stützen können.

Gerüchteküche: Quellen, die mit Gerüchten, Klatsch und Tratsch, Andeutungen und ungeprüften Behauptungen arbeiten. Außerdem Quellen, bei denen die Berichterstattung im Vordergrund steht und nicht die Genauigkeit.

Staatliche Nachrichten: Quellen in repressiven Staaten, die unter staatlicher Sanktion arbeiten.

Junk-Wissenschaft: Quellen, die Pseudowissenschaft, naturalistische Irrtümer und andere wissenschaftlich zweifelhafte Behauptungen verbreiten.

Clickbait: Ein strategisch platzierter Link, der darauf abzielt, Besucher zu Quellen zu leiten, die zwar im Allgemeinen glaubwürdige Inhalte anbieten, aber übertriebene, irreführende oder fragwürdige Schlagzeilen, Beschreibungen in sozialen Medien und/oder Bilder verwenden.

Viren, Trojaner und Phishing: Hierbei handelt es sich um Vortäuschung vermeintlich authentischer Inhalte, Dateien oder Formulare, um persönliche Daten ausspähen zu können oder Viren zu verbreiten. Dies geschieht z.B. mit gefälschten E-Mails, angeblichen Änderungen in AGB, gefälschten Login-Oberflächen für Online-Banking udgl.

Hoax: Der „Hoax“ ist der kleine, lustige Bruder des Fakes. Hoax ist ebenfalls Englisch und bedeutet „Scherz“. Er ist nicht so ernst gemeint wie der Fake und man kann manchmal auch darüber lachen – dennoch handelt es sich um einen Schwindel, auf den Menschen hereinfallen sollen.

Hetze und Hass im Netz: Hetze gegen politisch Verantwortliche oder Minderheiten mit falschen Meldungen, z.B. mit vermeintlich authentischen Berichten über kriminelles Verhalten von „Ausländern“ und Flüchtlingen.

Verschwörungserzählungen: Die Welt ist nicht jene, wie sie nach außen scheint. Nicht konkret definierte Mächte (kleine Eliten), die als Feindbild in den Erzählungen dienen, wollen die Weltherrschaft oder ziehen bereits im Geheimen die Fäden. Verschwörungserzählungen beschäftigen sich häufig mit dem Kontroll- und Beherrschungsthema, aber auch Urängsten. Sie sind daher ideal, um die darin verwendeten Narrative gegen konstruierte Gegner einzusetzen.

Urbane Legenden: „Urbane Legenden“ (auf Englisch „urban legends“) sind eine Art moderne Märchen, die von einem zum anderen weitererzählt werden. Es sind Geschichten, die sich anhören, als seien sie immer schon da gewesen, und daher werden sie häufig auch nicht hinterfragt. Genau das sollte man aber – urbane Legenden sind häufig Falschmeldungen. Wusstest du beispielsweise, dass die Geschichte mit der Behauptung, man könne die Chinesische Mauer mit bloßem Auge vom Mond aus erkennen, in Wirklichkeit eine solche urbane Legende ist?

Die Ente: Bei einer „Ente“, auch Zeitungsente genannt, handelt es sich um eine unbeabsichtigte Falschmeldung, die beispielsweise einer Zeitung unterlaufen kann. Enten sind nicht böswillig und werden, sobald sie erkannt werden, deutlich korrigiert.

Kettenbriefe: „Kettenbriefe“ bilden eine Sonderform, denn sie können einen Fake, Hoax oder eine Legende beinhalten. In manchen Fällen können Kettenbriefe mit gruseligen Inhalten auch Angst erzeugen. Kettenbriefe haben jedoch ein deutliches Element, dass sie von der normalen Falschmeldung unterscheidet: Sie tragen die Aufforderung, dass man sie weitersenden soll, und man hat sie bereits von einer Person bekommen, die sie ebenfalls nur weitergeleitet hat.

Hybrid-Fakes: Hier wird es gefährlicher. Ein „Hybrid-Fake“ verbindet einen wahren Teil mit einem falschen Teil. Dabei werden häufig echte Bilder oder Videos genutzt und mit einer falschen Beschreibung versehen. Oder umgekehrt: Die Information ist echt, aber das Bild oder Video gehört nicht dazu.


Video: Alles Fake?

Falschmeldungen und Gerüchte („Hoaxes“) werden oft absichtlich im Internet in Umlauf gebracht. Das Ziel dahinter: Möglichst viele Leute zu erschrecken, zu verunsichern oder Stimmung für eine Sache beziehungsweise gegen eine bestimmte Sache zu machen. Noch nie konnten sich Hoaxes so rasch unter so vielen Menschen verbreiten wie in sozialen Netzwerken.

Falschmeldungen, die sich als News ausgeben, kann man grundsätzlich mit ein paar Handgriffen schon selbst enttarnen.

Man muss zunächst zumindest nach erweckter Skepsis sich die richtigen Fragen stellen und ein paar Griffe anwenden.

1. Überspitzte Darstellung

Eine überspitzte Darstellung eines Inhaltes unter Auslassung von umsichtigen Erklärungen sollte ein erstes Alarmsignal sein. Viel Meinung, wenig Inhalt, eine kaum belastbare Quelle, wenn überhaupt vorhanden sowie stark verkürzte und nahezu auf Schlagzeilen komprimierte Darstellungen sollten mit Vorsicht genossen werden.

2. Wer schreibt hier überhaupt?

Schaue in das Impressum einer Webseite oder eines Blogs. Hast du es mit transparenten und seriösen Angaben zu tun oder eher einer wahllosen und nicht nachvollziehbaren Adressangabe eines Postfaches in Mittelamerika? Oder ist vielleicht sogar gar kein Impressum vorhanden? Nicht vorhandene Ansprechstellen sind eher kritisch einzuordnen. Ebenso gilt es zu differenzieren: handelt es sich um einen Meinungsblog oder eine seriöse Presseseite?

3. Inhaltlicher Gegencheck

Finden sich diese Inhalte auf anderen Medienportalen ebenso? Hier hilft eine Googlesuche unter dem News-Reiter. Wurde dieses Thema von verschiedenen Journalisten jeweils aufbearbeitet oder findet sich lediglich ein reines Copy&Paste durch anonym betriebene Blogs wieder? Trage Teile der Schlagzeile in die Google Suchzeile ein, ein oftmals gleicher Wortlaut der Meldungen weist auf unreflektierte Kopien hin.

4. Bildercheck

Verrückte Situationen mit harten Bildern: gehört das Bild zu einer Geschichte oder gar die Geschichte zu einem Bild? Sehr verbreitet ist der “Hybrid-Fake”, bei dem entweder das Bild eine reale Situation zeigt, der dazugehörige Text  jedoch falsch ist, oder aber ein Textinhalt korrekt ist, jedoch bildlich falsch in Szene gesetzt wird. Hier hilft eine Rückwärtssuche für Bilder:

Screenshot: die Google-Bildersuche
Screenshot: die Google-Bildersuche

Tipp für Fortgeschrittene: Rückwärtssuchen über Google oder TinEye Reverse Image Search werfen zuweilen kein Ergebnis aus, weil sie ein Bild nicht kennen oder gar nicht im Index aufgenommen haben. Hier kann die Bildersuche über Yandex erstaunliche Ergebnisse zuweilen liefern.

5. Filter in Suchmaschinen nutzen

Grenze die Suche ein! Wenn du bemerkst, dass ein Ergebnis offensichtlich doch nicht so  brandneu ist, wie es dir eine Webseite verkaufen möchte, dann wende im Schachtelprinzip beispielsweise den Zeitfilter an. Filtere Suchergebnisse nach ihrem Erscheinungszeitraum und finde dadurch heraus, wann eine Meldung beispielsweise das erste Mal veröffentlicht wurde.

Screenshot: Google
Screenshot: Google-Zeitfilter

6. Ja, wir haben eine Suchmaschine!

Ein bequemer Weg unter der Voraussetzung, dass ein bestimmtes Thema bereits bei uns behandelt wurde, ist unsere Suchmaschine! Unter https://hoaxsearch.com/ kannst du mit Suchbegriffen auf klassische Weise nach Falschmeldungen suchen.

Screenshot: Hoaxsearch. Die Suchmaschine von Mimikama
Screenshot: Hoaxsearch. Die Suchmaschine von Mimikama

Sollte hier unter Anwendung verschiedener Suchbegriffe kein Ergebnis zeigen, dann ist eine direkte Anfrage über unser Kontaktformular möglich.


Quellen:
 -Schau hin
So erkennst auch du Fakes im Internet
– psu-edu
– Digitale Lerninhalte (Videoreihe)

Unabhängige Faktenchecks und Recherchen sind wichtig und richtig. Sie fördern Medienkompetenz und Bildung. 

Ein unabhängiges und für jeden frei zugängliches Informationsmedium ist in Zeiten von Fakenews, aber auch Message Control besonders wichtig. Wir sind seit 2011 bestrebt, allen Internetnutzern stets hochwertige Faktenchecks zu bieten.  Dies soll es auch langfristig bleiben. Dafür brauchen wir jetzt Deine Unterstützung! Überhaupt jetzt, denn wir verzichten ab sofort auf lästige Werbebanner, denn wir wollen nicht länger Sklaven der Werbeindustrie sein und diesen Zustand möchten wir bewusst aufrechterhalten. Dafür gibt es einen guten Grund. Dieser Grund nennt sich: Unabhängigkeit.

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