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Dienstag, 30 November 2021

Warnung: Betrugsmasche auf eBay Kleinanzeigen!

Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor neuer Betrugsmasche auf eBay Kleinanzeigen. Betrüger versuchen, Menschen mit gefälschten E-Mails von Banken, Logistikunternehmen und der Polizei zu täuschen.

Die Masche ist eigentlich nicht neu. Die Täter werden jedoch immer dreister und versuchen auf verschiedenen Wegen, glaubhaft zu wirken und den Verkäufer zu Geldüberweisungen zu bewegen. Bisher warnten wir in der Regel immer vor Tätern, die bei Verkaufsanzeigen in Kleinanzeigen-Portalen sofortiges Kaufinteresse bekundeten und dann angeblich Geld an eine Treuhandbank überwiesen hätten.

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Zudem hätte man etwas mehr Geld für das Transportunternehmen überwiesen, welches der Verkäufer dann bezahlen müsste. Erst wenn dies erfolgt sei, würde die Bank das Geld an den Verkäufer weiterleiten. Dafür fälschten die Täter in der Regel Mails von Banken oder Unternehmen wie Paypal. Teilweise wurden sogar eigene Webseiten dafür geschaffen. So fing es auch in diesem neuen Beispiel an:

Die Verkäuferin inserierte im Kleinanzeigen-Portal ihr Produkt (ein großes Möbelstück). Ein angeblicher Käufer mit angeblich deutschem Namen nimmt Kontakt auf und veranlasst angeblich die Zahlung. Für den Transport würde er eine Spedition beauftragen, die das Möbelstück auch abbauen würde. Nach Übermittlung der Bankdaten habe dieser dann zum vereinbarten Kaufpreis seien 380 € zusätzlich überwiesen. Jedoch nicht auf das Bankkonto der Verkäuferin. Stattdessen kam eine Mail (die sogar im Spamordner gelandet sei). Diese gibt vor von der Royal Bank (Absender: [email protected]) zu sein. [Beispiele sind durch uns anonymisiert! Leider wurden durch die Weiterleitung nicht alle Bildelemente übermittelt.]

„Sehr geehrte Damen und Herren XXXX,
Die kürzlich von XXXX erhaltene Zahlung wurde von uns erfolgreich bestätigt (1,350.00 EUR).

Diese Transaktion wurde vorübergehend gehalten!
Wie im Zahlungseingang angegeben und gemäß den neuen Royal Bank-Zahlungsrichtlinien, wir haben den Gesamtbetrag (oben) vollständig vom Konto des Käufers abgebucht, der die Abholkosten des Käufers enthält.
Um diese Transaktion abzuschließen und das Geld auf Ihrem Konto zu genehmigen.Wir empfehlen Ihnen, sich an das nächstgelegene Transferwise Standort zu wenden. oder melden Sie sich an https://www.transferwise.com/de und senden Sie die €380.00 EUR an den Agenten und senden Sie uns eine gescannte Kopie/Fotografie Ihres Transferwise Transaktionsbelegs….“

Fake-Royalbank-Mail / Bildquelle: polizei-praevention.de

Ebenso erhielt die Verkäuferin ein Schreiben eines angeblichen Logistikunternehmens „SSR LOGISTICS“ mit dem Betreff „Bereit für Abholung in Ihrer Stadt“:

„Grüße XXXX,
Wir stehen in Kontakt mit Ihnen, um Sie darüber zu informieren, dass wir in Ihr Land kommen (Deutchland), einer unserer Kunden hat uns XXXX gesagt, damit wir zu Ihnen nach Hause kommen und das Produkt in Ihrem Land ( Deutchland) abholen können. Wir warten auf den Transferwise -Erhalt von 380.00 EUR (Abholgebühr) und Ihre vollständige Adresse für die Abholung. Sie müssen auf diese Nachricht mit den folgenden erforderlichen Details antworten.
Hier sind die Details, die wir für die Kommissionierung benötigen:
Vorname:
Adresse:
Stadt:…“

Fake-Logistik / Bildquelle: polizei-praevention.de

Um den Betrug jedoch noch perfekt abzurunden, holen die Täter nun die Polizei mit ins Boot.

Genauer gesagt das „Bundespolizeiamt“, bzw. „Bundesamt Polizei“, Regionales Polizeipräsidium Oberdeutschland“, „Grenzschutzinspektion Hörsching“ und zumindest vom missbräuchlich verwendeten Logo die „Polizei Nordrhein-Westfalen“.

Mit dem Betreff „Polizei Warnung“ wurde folgende Mail von den Tätern verfasst:

„Von der Graßer ROYAL BANK wurden Tatsachen mit betrügerischer Absicht gemeldet.
Wir benötigen umgehend Ihre Antwort
Wir tun unser Bestes, um betrügerische Online-Aktivitäten einzudämmen und zu verhindern. Aus diesem Grund überwachen wir alle internationalen und Online-Transaktionen, wenn wir ein Pishing bemerken, das wir sofort verhaften.Bei Iban wurde eine Überweisung (€1,350.00 EURO) auf Ihr europäisches Konto “ DEXXXX “ Deutschland von Herr XXXX getätigt. Die ROYAL BANK genehmigte die Überweisung und das Geld wurde vom Konto des Käufers abgebucht. Wir haben überprüft und bestätigt, dass die Überweisung durchgeführt und zurückgehalten wurde, bis Sie die erforderliche Zahlung (€380.00 EURO) vom Käufer an das Versandunternehmen geleistet haben. Wir werden unverzüglich gegen die Verhaftung vorgehen, sobald Sie sich nicht an die Bankregeln gehalten haben.

Regionales Polizeipräsidium Oberdeutschland
Grenzschutzinspektion Hörsching
Flughafenstraße 1, 4063 Hörsching
www.polizei.gv.at“

Fake-Polizei-Mail / Bildquelle: polizei-praevention.de

Sämtliche Mails sind natürlich gefälscht!

Logos, falls echt, sind missbräuchlich in Verwendung. Die zahlreichen Fehler in der Rechtschreibung und die fehlerhaften Ortskenntnisse bezüglich der polizeilichen Angaben sprechen eher für Täter aus dem Ausland. Im obigen Beispiel hätte die Verkäuferin den Betrag für das „Transportunternehmen“ auf ein türkisches Bankkonto überwiesen, wenn Sie die Masche nicht vorher erkannt hätte.

Kleinanzeigen-Verkäufer sollten nicht auf solche Mails reagieren und keinerlei Vorabzahlungen an unbekannte Transportunternehmen leisten. Lassen Sie sich nicht von angeblichen Bankenmails, Treuhanddiensten, Transportdienstmails und nun auch gefälschten Polizei-Mails täuschen. Eine solche Tätigkeit, wie in der angeblichen Polizei-Mail beschrieben, wird von keiner Polizeidienststelle durchgeführt.

Sie als Kleinanzeigen-Verkäufer sollten den Transport und die Zahlungswege bestimmen. Im Idealfall raten wir immer zu einer Barzahlung vor Ort und die Abholung durch den Käufer. Achten Sie auf nachverfolgbaren/ausreichend versicherten Versand. Übermitteln Sie niemals eigene Ausweiskopien als Echtheitsbeleg! Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen Scans von Ausweisen als Echtheitsbeleg zugeschickt werden!

Sollten Sie auf die Masche hereingefallen sein, so raten wir auch zur Anzeigenerstattung bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle. Informieren Sie auch Ihre zuständige Bank, um ggf. eine Zahlung noch zu stoppen. Bereits wenige Minuten oder Stunden könnten bereits zu spät sein!

Quelle: Landeskriminalamt Niedersachsen
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