Aktuelles Vorinstallierte Apps: Haben Smartphone-Nutzer eine Wahl?

Vorinstallierte Apps: Haben Smartphone-Nutzer eine Wahl?

Facebook-Themen

Achtung vor dieser Mitleidsmasche-Abzocke auf Facebook!

Mit geklauten Bilder aus dem Internet und einer emotionalen Geschichte versuchen Betrüger immer wieder Facebook-Nutzer in die Falle zu locken! Wenn du auf Facebook eine...

Anhörung von „Big Tech“-Unternehmen vor dem US-Kongress

Anhörung von 4 Tech-Giganten: Facebook, Google, Amazon und Apple müssen vor dem US-Kongress Rede und Antwort stehen. Wie der Kurier berichtet, untersucht die US-Politik die...

Fake-News: US-Wähler für Facebook-Haftung

Rund 59 Prozent fordern, dass explizite Falschmeldungen auf Facebook ausgewiesen werden müssen. Facebook, Twitter und Co sollten zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie es nicht...

„Ein Gegenschlag der Zensur“ – Anleitung zum Faktencheck-Blockieren auf Facebook?

Auf Facebook gibt es angeblich Bots, die Beiträge auf den Wahrheitsgehalt überprüfen, man könne jene Bots jedoch blockieren. Mit "Ein Gegenschlag der Zensur" wird ein...
-WERBUNG-

Marktwächter nehmen Smartphones und deren vorinstallierte Apps unter die Lupe

- Werbung -

Wer sein neues Smartphone in Betrieb nimmt, hat es in aller Regel mit einer Menge vorinstallierter Apps zu tun. Eine Untersuchung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zeigt: Auf den getesteten Smartphones waren auch Apps, die sich nicht löschen ließen und sich zum Teil unerwartete Zugriffsberechtigungen sicherten.

Eine Marktwächter-Befragung vom August 2019 legt dar, dass sich die Mehrheit der befragten Smartphone-Besitzer ein sparsam ausgestattetes Smartphone ohne Drittanbieter-Apps wünscht. Das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat daraufhin vorinstallierte Apps auf je einem Gerät von Apple und Samsung geprüft.

Drittanbieter-Apps nicht zu löschen

Auf dem getesteten Apple-Gerät hat das Marktwächter-Team 43 vorinstallierte Apps vorgefunden, auf dem Smartphone von Samsung sogar 63. Zum einen befinden sich auf den beiden Testgeräten beim Kauf bereits Apps der jeweiligen Smartphone-Hersteller – im Fall von Samsung auch vom Betriebssystemanbieter Google – für beispielsweise Telefonie, Kamera oder den Internetzugang.

Viele von ihnen bilden Grundfunktionen des Smartphones ab. Beim getesteten Samsung-Gerät sind zum anderen aber auch sieben Apps von Drittanbietern vorinstalliert. Und diese lassen sich zum Teil nicht einmal deinstallieren – wie etwa die App von Facebook oder LinkedIn. Solche Drittanbieter-Apps bleiben auf dem Smartphone vorhanden, auch wenn der Nutzer deren Dienste explizit nicht verwenden möchte.

Hinweis
Du bist auch auf Facebook? Dann folge uns doch auch in unsere Gruppe 🙂
- Werbung -

Verbraucher können also weder darüber entscheiden, welche Apps, die über gewisse Grundfunktionen des Smartphones hinausgehen, konkret auf ihrem Smartphone vorinstalliert sind, noch können sie zum Teil unerwünschte Apps löschen.

„Dies ist inakzeptabel“,

so Ayten Öksüz, Teamleiterin des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

„Wenn der Verbraucher schon mit dieser Menge an Apps konfrontiert wird, sollte er doch mindestens die Chance haben, unerwünschten Ballast durch Drittanbieter loszuwerden.“

Apps sichern sich Berechtigungen vorab

Im Rahmen eines Praxistests nahmen die Marktwächter-Experten die Smartphones in Betrieb. Sie folgten bei allen Einstellungen der Herstellerempfehlung und behielten Zugriffsberechtigungen unverändert bei.

Das Ergebnis: Nach erstmaliger Inbetriebnahme hatten sich 14 vorinstallierte Apps des Samsung-Smartphones Zugriffsberechtigungen eingeräumt – teilweise ohne dass der Nutzer dies erwarten konnte oder gefragt wurde. So waren bei der App Bixby Home sieben Zugriffsberechtigungen, wie auf Kontakte, Standort oder Telefon, noch vor der Aktivierung und Nutzung der App voreingestellt.

„Zugriffsberechtigungen bei vorinstallierten Apps, besonders bei denen von Drittanbietern, sollten erst aktiv sein, wenn der Nutzer die App wirklich anwendet,“

so Öksüz.

Datenübertragung im Klartext

Eine technische Prüfung ergab, dass die Datenübertragung der Smartphones prinzipiell geschützt erfolgt. In einem Fall sendete jedoch das Samsung-Smartphone ein Datum unverschlüsselt: Der Hersteller übermittelte die Geräte-ID beim Aufruf einer Webseite über den vorinstallierten Internetbrowser unverschlüsselt an die eigenen Server.

- Werbung -

Die Geräte-ID ist ein sogenannter „Hardware-Identifier“. Dieser lässt eine eindeutige Identifizierung des Geräts und damit auch mittelbar des Nutzers zu. Im Rahmen von Nutzertracking wurde die Geräte-ID zudem an Drittanbieter gesendet.

Link zur Befragung
Weitere Links: Verbraucherzentrale

Informationen zur Methodik: Praxistest: Inbetriebnahme zweier Smartphones (Apple iPhone7/iOS12, Samsung Galaxy S10e/android pie; 9.0) nach Herstellerempfehlung. Erfassung aller vorinstallierten Apps inklusive deren aktiver und passiver Zugriffsberechtigungen. Kategorisierung jeder vorinstallierten App nach Anbieter (Smartphone-Hersteller, Betriebssystem-Anbieter, Drittanbieter). Überprüfung der Deaktivier- und Löschbarkeit der jeweiligen vorinstallierten App (Testzeitraum: Von Mai bis August 2019). Technische Prüfung: Von Juni bis September 2019 Untersuchung beider Smartphone-Modelle hinsichtlich ihres Datenspeicher- und Datensendeverhaltens durch das technisches Prüfinstitut: defendo.it/Backes SRT GmbH.

Über den Marktwächter Digitale Welt:

Der Marktwächter Digitale Welt ist ein Frühwarnsystem mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den digitalen Markt aus Perspektive der Verbraucher beobachten und analysieren. Grundlage für diese Arbeit sind Verbraucherbeschwerden, empirische Untersuchungen und ein interaktives Onlineportal. Mit dem Marktwächter Digitale Welt können auch Aufsichts- und Regulierungsbehörden wie zum Beispiel die Bundesnetzagentur (BNetzA) bei ihrer Arbeit unterstützt werden.

Der Marktwächter Digitale Welt setzt sich aus fünf Schwerpunktverbraucherzentralen zusammen, die jeweils ein Handlungsfeld des digitalen Marktes näher untersuchen: Bayern – Digitale Dienstleistungen, Brandenburg – Digitaler Wareneinkauf, Nordrhein-Westfalen – Nutzergenerierte Inhalte, Rheinland-Pfalz – Digitale Güter und Schleswig-Holstein – Telekommunikationsdienstleistungen. Der Marktwächter Digitale Welt wird finanziell gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV). http://www.marktwaechter.de/digitalewelt

Das könnte dir auch interessieren: Schadsoftware in vermeintlichen Banking-Apps aus unbekannter Quelle

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Artikelbild: ESB Professional / Shutterstock
An alle unsere Leserinnen und Leser! Wir brauchen deine Unterstützung! Wir haben keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten offen halten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon

Top-Artikel

Umfragen von appdoctor. me führen zu Geldwäsche in Ihrem Namen!

Es klingt so verlockend: Einfach kurz eine App testen und schon hat man 35 Euro verdient. Doch leider steckt hinter solchen Umfrageplattformen und Jobangeboten oftmals...

Achtung vor dieser Mitleidsmasche-Abzocke auf Facebook!

Mit geklauten Bilder aus dem Internet und einer emotionalen Geschichte versuchen Betrüger immer wieder Facebook-Nutzer in die Falle zu locken! Wenn du auf Facebook eine...

Coronavirus: Antikörper in Hunden und Katzen nachgewiesen

Eine Studie belegt, dass in Hunden und Katzen in Italien Antikörper gegen COVID-19 gefunden wurden. In einer recht umfassend angelegten Studie fanden Wissenschaftler Antikörper gegen...

COVID-19: Social-Media-User glauben Quatsch

Soziale Medien sind laut neuesten Untersuchungen auch für politische Bildung suboptimal Wer Nachrichten über soziale Medien bezieht, glaubt eher Falschinformationen in Bezug auf COVID-19. Das...

Warnung: Gefälschte Airbnb-Angebotsseiten

  Täter versuchen mit Fake-Airbnb-Seiten, Miete und Kaution abzukassieren. Wie das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt, versuchen Betrüger aktuell durch gefälschte Webseiten mit Airbnb-Angeboten, Interessenten abzuzocken. Damit alles täuschend...
-WERBUNG-