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Mittwoch, 1 Dezember 2021

Datenbank „VigiAccess“ listet nur Verdachtsfälle zu COVID-19 Impfstoffen

Auf einigen Webseiten wird unter Berufung auf die Datenbank „VigiAccess“ der WHO berichtet, dass es zu über zwei Millionen potenziellen COVID-19 Impfverletzungen im Jahr 2021 gekommen sei.

Klarerweise lässt das die Nutzer aufhorchen, denn die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht man dann doch als seriöse Quelle in Gesundheitsbelangen an.

Die Meldung über derart zahlreiche Impfverletzungen ist jedoch irreführend, da in dieser Datenbank nur Verdachtsfälle gemeldet werden, die jedoch durch die groben Informationen keine kausalen Zusammenhänge erlauben.

Was steckt hinter der Datenbank „VigiAccess“?

„VigiAccess“ wurde 2015 von der WHO ins Leben gerufen, um der Öffentlichkeit Zugang zu Informationen in VigiBase, der globalen Datenbank der WHO zu gemeldeten potenziellen Nebenwirkungen von Arzneimitteln, zu verschaffen. Betrieben wird VigiBase vom schwedischen Uppsala-Monitoring-Centre (UMC) im Auftrag der WHO.

In dieser Datenbank werden Meldungen über potenzielle Nebenwirkungen eines Arzneimittels gesammelt. Die Datenbank wird von Experten genutzt, um Muster zu erkennen. Wird eine vermutete Nebenwirkung hier sehr häufig eingetragen, können Experten diese Fälle einsehen.

In diesem Fall betrifft es die COVID-19 Impfstoffe. Allerdings bedeutet dies nicht, dass ein hier eingetragenes Ereignis nachweislich durch eine COVID-19 Impfung eingetreten ist. Denn die Eintragungen in VigiAccess beinhalten nicht genügend Informationen, um Schlussfolgerungen auf einen kausalen Zusammenhang zwischen dem COVID-19 Impfstoff und einer Nebenwirkung zu erlauben.

Das UMC beschreibt dies auch in einer Broschüre zu VigiAccess:

„VigiBase is an important reference source with over 10 million reports going back to 1968. It contains reports of suspected relationships between a drug and an adverse reaction, but it is crucial to understand that no causal relation has been confirmed.“

Zu deutsch: „VigiBase ist eine wichtige Referenzquelle mit über 10 Millionen Berichten, die bis ins Jahr 1968 zurückreichen. Sie enthält Berichte über vermutete Zusammenhänge zwischen einem Arzneimittel und einer unerwünschten Wirkung, aber es ist wichtig zu verstehen, dass kein kausaler Zusammenhang bestätigt wurde.“

Fazit

In der Datenbank Vigibase bzw. VigiAccess werden vermutete Nebenwirkungen nach Einnahme von Arzneimitteln eingetragen. So auch bei den COVID-19 Impfstoffen.

Derartige Datenbanken unterstützen bei der Überwachung, wie sicher Arzneimittel sind.

Eine Meldung in der Datenbank wird nur grob geprüft und lässt noch keine Schlussfolgerung auf einen kausalen Zusammenhang zu.

Die Aussage, dass es über zwei Millionen bestätigte Impfverletzungen durch COVID-19 Impfstoffe gäbe, ist daher irreführend.

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Quelle: UMC, Correctiv


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