Blogheim.at Logo
Start Aktuelles Verschwörungstheorien sind gefährlicher als Fakenews!

Verschwörungstheorien sind gefährlicher als Fakenews!

Videos

Amazon deckt Fakes auf: viele Artikel wurden 2020 vernichtet

Amazon hat bekannt gegeben, dass das Unternehmen im Jahr 2020 mehr als zwei Millionen Fake-Artikel vernichtet hat. Zudem wurden auch über zehn Milliarden Anzeigen...

Videografik: Ransomware und wie sie wirkt

In den USA ist die größte Pipeline des Landes Ziel eines Hackerangriffs geworden. Bei dem Angriff wurde sogenannte Ransomware eingesetzt. Dabei handelt es sich...

Frist für neue AGB bei WhatsApp: Nach 15. Mai wieder verlängert

Anfang 2021 verlangte WhatsApp in einem Pop-Up die Zustimmung zu seinen neuen Geschäftsbedingungen. Nun hat sich das Unternehmen erneut zu seinen AGB geäußert. Keine Einschränkungen...

Erkennst du die Fälschung? (Deepfake-Videos)

Deepfake: Dabei handelt es sich um gefakte Videos, zumeist von Prominenten, welche qualitativ kaum von echten Videos zu unterscheiden sind. Die "Reporter" haben dazu...

Facebook-Themen

Facebook: Pop-up mahnt zum Lesen vor dem Teilen

Ein Facebook-Beitrag ist schnell geteilt! Aber lesen wir alle Beiträge, bevor wir sie teilen? Facebook testet jetzt ein Pop-up, das User auffordert, Nachrichtenartikel vor dem...

Facebook: Lass dich tracken, damit Facebook kostenlos bleibt!

Seit Jahren betont Facebook-Chef Mark Zuckerberg, dass Facebook immer kostenlos bleiben solle. Mit der neuen Apple App Tracking Transparency erscheint für iOS-User bei Facebook und...

Mit einem realen Zugunglück, sollen Facebook-Nutzer in die Falle gelockt werden.

Nein, es gab kein tragisches Zugunglück in Köln! Beiträge auf Facebook sollen Nutzer in eine Phishing-Falle führen! Auf Facebook wird – vermehrt in Gruppen –...

Faktencheck: „Es geht momentan eine Bande um…“ (Auto angefahren)

Aktuell macht ein Beitrag auf Facebook die Runde, der mittlerweile knapp 7.000x geteilt wurde und viele Nutzer in Angst und Schrecken versetzt. Auf einer Warnung,...
-WERBUNG-

Über Verschwörungstheorien: Vor wenigen Jahren noch hätten wir auf Podien oder in Diskussionsrunden gesessen und über die Gefahren von Fakenews gesprochen.

- Werbung -

Darüber sind wir jedoch hinaus und diskutieren nun über Verschwörungstheorien. Fakenews können wir recht unproblematisch mit Fakten widerlegen. Verschwörungserzählungen hingegen bieten ein Erzähluniversum, dass Fakten ignoriert oder sie sogar in ihre Immunitätsmechanismen integriert.

Am 29. April 2021 hat das Symposium Medienethik der FH St. Pölten stattgefunden. Dieses Jahr war das Überthema „Verschwörungstheorien“, das in einer hybriden Podiumsdiskussion von verschiedenen Seiten beleuchtet wurde. Die Teilnehmenden auf dem Podium waren:

  • Mag.a Verena Fabris, Leitung Beratungsstelle Extremismus, Nationale No Hate Speech Koordinatorin
  • Dr. Alexander Warzilek, Geschäftsführer des Österreichischen Presserats
  • Markus Sulzbacher, STANDARD-Redakteur und Leiter des Web-Ressorts
  • Andre Wolf, Pressesprecher und Content Manager bei mimikama

Aufzeichnung des Symposiums zu Verschwörungstheorien

Das jährliche Symposium Medienethik fand heuer unter dem Titel „Verschwörungstheorien – Herausforderung für Medien, Nutzer*innen und Demokratie“ statt. Die Vortragenden und Teilnehmer*innen diskutierten gesellschaftliche, ethische und persönliche Implikationen rund um Verschwörungstheorien. Die Expert*innen warnen vor Radikalisierung und Spaltung, sehen Verschwörungstheorien als schwer zu bekämpfen an und geben Tipps zum Umgang damit im persönlichen Umfeld.

Verschwörungstheorien gab es schon immer. Doch Q-Anon, die Kritik an der „Lügenpresse“, Corona- und Klimawandel-Leugnung: Das scheinen neue Quantitäten und Qualitäten dieser Theorien zu sein, vor allem, weil sie mittels Social Media blitzschnell immer mehr Leute erreichen.

Das Symposium Medienethik 2021 nahm sich das Wesen der Verschwörungstheorien vor. Wie entstehen sie, warum sind sie so erfolgreich, wer treibt sie an, wie erkennt man sie und wie kann man verantwortungsvoll mit Falschinformationen umgehen?

„Wir alle haben als sogenannte Produser*innen, also als Menschen, die in Zeiten von digitalen Plattformen und Social Media, Inhalte sowohl nutzen als auch erstellen, eine ethische Verantwortung“, sagt Michael Litschka.

Warnung vor Radikalisierung und Spaltung

„Verschwörungserzählungen können als Katalysator für Radikalisierungsprozesse wirken. Durch die Einteilung der Welt in ‚Gut‘ und ‚Böse‘ werden Gruppengrenzen und Spaltungen verstärkt. Es wird ein dualistisches Weltbild vermittelt, das sich einer Überprüfung durch Fakten und Gegenargumente widersetzt. Gefährlich wird es, wenn bestimmte Gruppen abgewertet werden und Gewalt als legitimes Mittel gesehen wird, sich gegen die vermeintliche Verschwörung zur Wehr zu setzen“, erklärt Verena Fabris.

Wenn Angehörige oder Freund*innen an Verschwörungsmythen glauben, rät Fabris dazu, in Kontakt zu bleiben und die Beziehung aufrechtzuerhalten. Man solle den Vater, die Ehefrau, die Schwester als Person ernst nehmen, Interesse zeigen, nachfragen, emphatisch sein und gleichzeitig klar Position beziehen, wenn es um rassistische, antisemitische, sexistische oder andere abwertenden Einstellungen geht. „Man kann nur kleine Zweifel säen und dazu muss man einen langen Atmen haben“, sagt Vabris.

Laut Markus Sulzbacher vom Standard-Watchblog hat die Coronapandemie dafür gesorgt, dass Verschwörungsmythen Hochkonjunktur feiern und wissenschaftliche Erkenntnisse von vielen Menschen ignoriert werden. Besonders beunruhigend findet er die Zunahme des Antisemitismus und das Auftreten von Neonazis bei sogenannten Corona-Demos. „Nur weil Impfgegner und Rechtsextreme im Netz und auf den Demos lautstark auftreten, heißt es nicht, dass sie für die Mehrheit der in Österreich lebenden Menschen sprechen. Machen sie auch nicht“, sagt Sulzbacher.

Es sei zu hinterfragen, ob man Impfgegnern oder Menschen, die Unsinn verbreiten – etwa, dass Echsenmenschen die Welt beherrschen würden, in Medien überhaupt eine Bühne geben soll. Wichtiger wäre laut Sulzbacher, wenn Expert*innen die Aussagen beurteilen und kommentieren.

Gegen Fakenews helfen Fakten, Verschwörungsmythen sind schwer zu widerlegen
„Vor wenigen Jahren noch hätten wir hier gesessen und über die Gefahren von Fakenews gesprochen. Darüber sind wir jedoch hinaus und diskutieren nun über Verschwörungserzählungen. Fakenews können wir recht unproblematisch mit Fakten widerlegen. Verschwörungserzählungen hingegen bieten ein Erzähluniversum, das Fakten ignoriert oder sie sogar in ihre Immunitätsmechanismen integriert“, sagt Andre Wolf.

Laut Wolf erleben wir derzeit eine Renaissance uralter Verschwörungsmythen, die in ein neues, dynamisches Gewand gekleidet werden und somit funktionieren. „Verschwörungserzählungen bauen Feindbilder auf und vereinen dadurch Menschen. Sie bieten einfache Lösungen für komplexe Probleme und bieten ein Ventil für Aggressionen“, so Wolf.

- Werbung -

Ähnlich sieht es Alexander Warzilek: „Die Crux der Verschwörungstheorien ist, dass ihre Anhänger nicht auf den Wahrheitsgehalt achten. Damit kann man alles abblocken, was ethischen Standards entspricht. Deshalb ist es so schwierig, gegen Verschwörungstheorien anzukämpfen.“

via Pressetext

Das könnte ebenso interessieren

Desinformation – Das Gift der Online-Kultur. Die Gedankenwelt vieler Menschen wird durch immer mehr Desinformation, Halbwahrheiten und astreinen Falschbehauptungen vergiftet. Doch was kann dagegen unternommen werden? Weiterlesen …

Artikelbild Verschwörungstheorien / Von HollyHarry / Shutterstock
- Werbung -
Mimikama-Buch „Angriff auf die Demokratie"
Mimikama-Buch „Angriff auf die Demokratie"

Hinweis: Dieser Inhalt gibt den Stand der Dinge wieder, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuell war. Die Wiedergabe einzelner Bilder, Screenshots, Einbettungen oder Videosequenzen dient zur Auseinandersetzung der Sache mit dem Thema.

Die Corona-Krise! Wir brauchen deine Unterstützung! Die Corona-Krise stellt uns alle vor großen Herausforderungen und bringt uns an unsere Grenzen. Jeder gibt seinen Teil dazu bei um zu Unterstützen. Gegenüber anderen Medien haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle offen halten. Wenn jeder, der unsere Faktenchecks liest, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben und wir können gemeinsam gegen Fakenews vorgehen. Unterstütze uns und tragen auch Du dazu bei, die Zukunft von Mimikama zu sichern. Hier kannst Du unterstützen: via PayPal, Steady oderPatreon

Journalist stellt Demonstranten ein Bein: Faktencheck!

Ein Journalist hat bei einer Corona-Demo einem Demonstranten ein Bein gestellt. Warum hat er das getan? Eine Aufnahme vom 1. Mai 2021 zeigt eine etwas...

Falsche Freunde, falsche Apps

Falsche Freunde, falsche Apps: Sophos findet 167 gefälschte Handels- und Kryptowährungs-Apps. Über Dating-Websites oder täuschend echte gefälschte Banken-Websites wurden Nutzer angesprochen und dazu verleitet, als...

Nicht lachen-Challenge: Verwirrung in Usbekistan – Salutieren oder Hand aufs Herz?

Ein eigentlich ernstes Video, welches so unfreiwillig komisch wirkt, dass man schon fast einen Deepfake vermuten könnte: Muss nun salutiert oder die Hand aufs...

KI kann Sarkasmus erkennen? Das wird auch Zeit!

Künstliche Intelligenz, die es schafft, Sarkasmus von Ernstgemeintem zu unterscheiden? Geht das? Tun sich damit doch auch Menschen oftmals sehr schwer, Sarkasmus aus diversen Meldungen...

Qbot ist der neue Emotet: Cyberattacken auf Unternehmen steigen!

Emotet wurde 2014 als Banking-Trojaner entdeckt und entwickelte sich zu einem der professionellsten und langjährigsten Cybercrime-Dienste überhaupt. Im Januar 2021 wurde Emotet von der European...
-WERBUNG-
-WERBUNG-