Aktuelles Der sinnlose Vergleich von COVID-19 mit anderen Sterbezahlen

Der sinnlose Vergleich von COVID-19 mit anderen Sterbezahlen

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Ein immer wieder aktualisiertes Sharepic vergleicht Todesfälle durch COVID-19 mit anderen Sterbezahlen.

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Auf dem Sharepic werden verschiedene Todesarten aufgeführt, deren Zahlen im Vergleich zu den Sterbezahlen durch COVID-19 allesamt weitaus höher liegen. Die Zahlen auf dem Sharepic variieren je nach Datum auf dem Bild. Hier eines der stark geteilten Sharepics:

Das Sharepic mit dem Vergleich
Das Sharepic mit dem Vergleich

Verglichen werden auf dem Sharepic die weltweit verstorbenen Menschen an COVID-19, saisonaler Grippe, Malaria, Suizid, HIV/AIDS, Alkohol, Rauchen, Krebs und Hunger. Darunter noch der Text:

„Ich möchte Corona nicht runter spielen, aber es ist schon erstaunlich, was diese Pandemie für Auswirkungen hat im Verhältnis zu anderen Sterbegründen!“

Stimmen die Sterbezahlen denn?

Mit dieser Frage haben sich die Kollegen von Correctiv intensiv auseinandergesetzt. Als Grundlage ihrer Recherche nahmen sie dafür das Sharepic, welches den 25.3. als Datum trägt und dementsprechend niedrigere Zahlen hat.

So sind die Zahlen zur Grippe nur geschätzt, die von Malaria unbelegt, die für Suizid nicht nachvollziehbar, die für Verkehrsunfälle annähernd richtig, die für Aids nicht nachvollziehbar, die für Alkohol unbelegt, die für Rauchen geschätzt, die für Krebs nicht belegbar, die für Hunger geschätzt.

Die Zahlen sehen zwar sehr exakt aus, sind aber zumeist nur geschätzt und nicht nachvollziehbar, zum größten Teil, da es noch gar keine aktuellen Zahlen gibt.

Gehen wir aber im Folgenden einfach mal davon aus, dass die Zahlen zumindest annähernd korrekt sind!

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Äpfel und Birnen

Der größte Pferdefuß des Sharepics ist erst einmal, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Bei nur vier der neun aufgezählten Punkte handelt es sich um ansteckende Krankheiten: COVID-19, Grippe, Malaria und AIDS.

  • COVID-19: Es existiert noch keine Impfung, keine Heilung, keine Grundimmunität, nur die Symptome können behandelt werden
  • Grippe: Menschen haben mittlerweile eine Grundimmunität, gegen die mutierenden Grippeviren gibt es jährliche Impfungen
  • Malaria: Es gibt erst seit 2019 eine Teilschutz-Impfung
  • AIDS: Es gibt keine Impfung, keine Heilung, die Symptome können aber unterdrückt werden

Malaria ist auch noch ein Sonderfall, da die Malaria übertragenden Insekten hierzulande gar nicht natürlich existieren. Erkrankungen werden zumeist „importiert“ von Menschen, die sich in Malaria-Gebieten aufhielten. In Deutschland gab es in den letzten Jahren etwa 500 – 600 Malaria-Fälle.

Wie ansteckend ist Suizid?

Werfen wir einen Blick auf die anderen Punkte und wie dagegen vorgegangen wird:

  • Suizid: Zwar gibt es den Werther-Effekt, wirklich ansteckend ist Selbstmord aber nicht. Jedes Land hat Suizid-Hotlines, an die sich Betroffene und Gefährdete wenden können
  • Alkohol: Ist in manchen Ländern verboten, in vielen Ländern eine „anerkannte soziale Droge“. Präventivmaßnahmen wie kein Verkauf an Jugendliche, Warnhinweise und Maßnahmen wie die Anonymen Alkoholiker helfen Betroffenen
  • Rauchen: Warnhinweise, kein Verkauf unter 18, an vielen öffentlichen Orten verboten: Die Maßnahmen wirken, die Zahl der am Rauchen Verstorbenen sinkt
  • Krebs: Regelmäßige Voruntersuchungen helfen, Krebs frühzeitig zu bekämpfen, die Heilmethoden sind längst nicht perfekt, in vielen Fällen auch unmöglich, es wird aber kontinuierlich verbessert
  • Hunger: Ein großes Problem der Dritte-Welt-Länder, welches in einer idealen Welt eigentlich gar nicht existieren müsste, viele soziale Organisationen helfen, doch letztendlich muss da die internationale Politik konsequente Schritte gehen

Bei jenen Punkten ergeben sich ebenfalls Probleme, da Raucher oftmals an Krebs sterben, sich die Zahlen von Rauchen und Krebs zu einem großen Teil überlappen.
Zudem gibt es Länder, in denen unheilbar an Krebs erkrankte Menschen begleiteten Suizid begehen dürfen, diese Zahlen überschneiden sich also auch. Und Alkoholkranke neigen stark zu Suizid, was ebenfalls für Überschneidungen sorgt.
Im Sharepic, welches Correctiv vorlag, wurden auch Autounfälle aufgeführt, welche oft durch Alkohol verursacht werden: Starben diese Menschen dann durch Alkohol oder durch einen Autounfall? Ebenfalls Überschneidungen!

Große Zahlen, sinnlos verglichen

Alle aufgeführten Punkte stellen also Todesarten da, gegen die das Möglichste getan wird, sei es durch Impfungen oder Prävention. Manche der Punkte sind auch vermeidbar, wie Rauchen und Alkohol: Niemand wird gezwungen, zum Alkoholiker und zum Raucher zu werden. Doch wenn es soweit ist, gibt es Maßnahmen, diese Tode zu verhindern, beispielsweise durch kontrolliertes Entwöhnen.

Dagegen nun COVID-19: Die Zahlen steigen exponentiell, da die Krankheit immer noch nicht direkt angegangen werden kann. Dies kann manerschreckend an den Zahlen sehen: Lag die Zahl Anfang April noch bei 59.000, ist sie nun, Mitte Mai, bei über 286.000 Toten weltweit, ist also sehr rasant gestiegen!

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Fazit

Der Vergleich jener Zahlen hinkt an allen Ecken und Enden. Die Ursachen sind überhaupt gar nicht vergleichbar, auch die Sterbezahlen sind mehr oder weniger gleichbleibend oder sinken, während sie bei COVID-19 rasant steigen, ohne dass es eine direkte Impfung oder Heilung gibt.

„Ich möchte Corona nicht runter spielen, aber….“

Doch. Der Ersteller oder die Erstellerin des Sharepics spielt COVID-19 damit massiv runter.

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