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Dienstag, 26 Oktober 2021

„Unbewusste Web-User“ in Entwicklungsländern

In vielen Staaten werden Smartphones und soziale Netzwerke nicht als Internet gesehen

 

Bei diesem Inhalt handelt es sich um eine Pressemitteilung von: pressetext.redaktion

Menschen in Entwicklungsländern nutzen oft das Internet, ohne es zu wissen. Obwohl sie Smartphones besitzen, sind sie überzeugt davon, nicht im Netz aktiv zu sein, wie eine Studie des Pew Research Center zeigt.

Viele Handy-Nutzer wissen demnach nicht, dass Apps und Browser auch das Internet verwenden. Eine andere Verwirrung gibt es bei sozialen Netzwerken wie Facebook oder WhatsApp. Diese werden oft nicht als Teil des Internets, sondern als separate Plattform gesehen.

Netzzugang ignoriert

Die Studie wurde in elf Entwicklungsländern durchgeführt. Es wurden 28.122 Erwachsene befragt. Mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Probanden, die meinen, sie benutzen das Internet nicht, besitzt ein Smartphone mit Internetzugang. Zwischen den untersuchten Ländern bestanden große Unterschiede. In Südafrika traf das Ergebnis auf 14 Prozent der Befragten zu, in Venezuela nur auf drei Prozent.

Ein wichtiger Faktor bei der Untersuchung war der Besitz eines Laptops oder PCs. Die meisten „unbewussten Internetnutzer“ haben keinen Zugang zu Computern, nur ihr Smartphone kann sie mit dem Netz verbinden. Dieses Missverständnis existiert jedoch auch in entwickelten Ländern. In einer früheren Studie gaben 90 Prozent der Befragten in Südkorea an, sie würden das Internet nutzen, jedoch meinten 97 Prozent, sie hätten ein Smartphone.

Das andere Thema bei der Untersuchung waren soziale Netzwerke. Ein Teil der Probanden setzte Facebook und WhatsApp nicht mit dem Internet gleich. Auf den Philippinen meinten zwölf Prozent, sie würden kein Internet nutzen, aber auf Facebook aktiv sein. Zehn Prozent in Südafrika gaben die gleiche Antwort in Bezug auf WhatsApp. Insgesamt hat Kenia die meisten „unbewussten Internetnutzer“, jeder Vierte gab an, Smartphones oder soziale Netzwerke zu nutzen, jedoch nicht das Internet.

Andere Infrastruktur

Karim Taga, Managing Partner bei der Beratungsgesellschaft Arthur D. Little, sieht die Studie im Gespräch mit pressetext skeptisch. Sie würde außer Acht lassen, dass in Entwicklungsländern eine andere Infrastruktur bestehe als in reicheren Ländern. Deswegen sei der Zugang zur Internetnutzung komplett anders.

„Im Gegensatz zu Entwicklungsländern ist die Smartphone-Penetration in Europa wesentlich höher. Die Nutzung von Smartphones per se ist durchaus vergleichbar, aber die Datennetzwerke sind komplett anders aufgestellt“,

so Taga.

Deswegen würden Menschen in Entwicklungsländern eher Telekom-Angebote nutzen, die weniger Datenvolumen verbrauchen, wie zum Beispiel SMS. In Europa dagegen würden die meisten Daten in Form von Videos und Fotos genutzt.

„Früher war das anders, zum Beispiel wurden Blackberry-Handys eher zum Schreiben von E-Mails genutzt. In Entwicklungsländern nutzen Menschen Smartphones gleich wie in Europa, nur unter anderen Voraussetzungen.“

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