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Mittwoch, 1 Dezember 2021

Überzeugen diese Tot-Impfstoffe doch noch letzte Zweifler?

Valneva ist ein Name, den man sich wohl merken sollte, ist das Unternehmen ein Hersteller für einen Tot-Impfstoff im Kampf gegen das Coronavirus.

Dieser Impfstoff gilt nun als Hoffnungsträger, dass eventuelle Zweifler sich nun doch für eine COVID-Impfung entscheiden könnten.

Diesen Montag hat der österreichisch-französische Impfstoffhersteller Valneva erste Ergebnisse aus seiner Phase-3-Studie zu seinem Tot-Impfstoff veröffentlicht, die durchaus zufriedenstellend sind.

Können Zweifler nun aufatmen?

Seit Entwicklung und Zulassung der bisherigen mRNA- und Vektor-Impfstoffe gegen COVID-19 gibt es nach wie vor zweifelnde Stimmen. „Die Zulassung sei doch viel zu schnell vor sich gegangen. Sind diese Impfstoffe denn wirklich sicher?“ sind Aussagen, die man immer wieder hören und lesen kann. Zusätzlich werden ohnehin verunsicherte Menschen noch mit unzähligen Gerüchten und falschen Behauptungen zu den COVID-19 Impfstoffen gefüttert.

Tot-Impfstoffe könnten hier nun genau für diese Menschen interessant werden.

Welche Argumente ziehen hier?

Tot-Impfstoffe sind jene, die uns allen bereits seit Jahrzehnten bekannt sind. Abgetötete Viren werden verimpft. Diese können sich – da eben abgetötet – nicht mehr vermehren. Derartige Tot-Impfstoffe sind beispielsweise die uns bekannte Tetanus-, Dipththerie-, Kinderlähmung- oder auch Influenza-Impfung.

Ein großes Thema sind auch immer wieder Nebenwirkungen oder Reaktionen auf die mRNA-Impfstoffe. Generell sind Tot-Impfstoffe besser verträglich, ob sie jedoch weniger Nebenwirkungen mit sich bringen, lässt sich nicht so einfach sagen. Ihnen müssen Verstärker (Adjuvantien) zugesetzt werden, um die Bildung von mehr Antikörpern anzustoßen.

Für Personen mit Allergien auf Inhaltsstoffe der mRNA- und Vektorimpfstoffe stellen Tot-Impfstoffe eine gute Alternative dar.

Und jene, die bisher anzweifelten, dass die mRNA-Impfstoffe „noch zu wenig erprobt“ seien, fühlen sich eventuell bei einer Verimpfung von Tot-Impfstoffen wohler in ihrer Haut.

3-Phasen-Studie von Valneva

In dieser für die Zulassung des Impfstoffs relevanten Studie wurde Valneva (VLA2001) mit dem Impfstoff von Astra Zeneca (AZD1222) verglichen. 4.000 Probanden aus Großbritannien erhielten zufällig ausgewählt entweder das Valneva- oder das Astra Zeneca-Vakzin.

Hier wurde eine „Überlegenheit gegen AZD1222 in Bezug auf den geometrischen Mittelwert-Titer für Neutralisierungs-Antikörper“ festgestellt. Bei der Analyse der T-Zell-Antworten in einer Untergruppe der Teilnehmer zeigte außerdem die Bildung von T-Zellen, die zu 74 Prozent auf das Spike-Protein reagierten.

Im Allgemeinen sei der Tot-Impfstoff auch gut verträglich gewesen.

„Teilnehmer, die 30 Jahre und älter waren, meldeten signifikant weniger unerwünschte Ereignisse bis zu sieben Tage nach der Impfung, sowohl in Bezug auf Reaktionen an der Injektionsstelle (73,2 % VLA2001 versus 91,1% AZD1222) als auch auf systemische Reaktionen  (70,2 % versus 91,1%).

Es wurde kein nicht abgefragtes, behandlungsbedingtes, schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis gemeldet.“

Auch kam es zu keiner schweren COVID-19 Erkrankung. Wobei dies unabhängig davon war, welchen Impfstoff die Teilnehmer der Studie erhielten.

Wann wird der Tot-Imfpstoff von Valneva verfügbar sein?

Auch, wenn dies für Viele nun Hoffnung gibt, einen Impfstoff nach „altbewährter Art der Herstellung“ zu erhalten, sollte man nicht auf Valneva warten. Denn es ist noch offen, wann dieser in der EU zugelassen werden könnte.
Realistisch gesehen wird dies im Laufe des nächsten Jahres passieren, da die Prüfung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) aktuell noch nicht begonnen hat.

Thomas Lingelbach, Chief Executive Officer von Valneva, rät selbst davon ab, auf Valneva zu warten:

„Bei Corona ist jede Impfung besser als keine Impfung. Ich halte es für extrem wichtig, dass wir eine hohe Durchimpfungsrate haben, um wieder zu einer Normalität zu kommen und Varianten hintanzuhalten. Und ich versuche, jeden, mit dem ich rede, zu ermutigen, sich impfen zu lassen.“

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Quellen: Kurier, ORF

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